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Garbsen Hunderte feiern 50 Jahre Weihe St. Raphael
Umland Garbsen Hunderte feiern 50 Jahre Weihe St. Raphael
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11:15 13.09.2018
Beim Festgottesdienst zur Kirchweihe von St. Raphael vor 50 Jahren treffen sich viele aktuelle und ehemalige Amtsträger, die mit der Kirche im Stadtteil Auf der Horst verbunden sind. Quelle: Jutta Grätz
Auf der Horst

 Pfarrer Christoph Lindner schwenkt 50 Jahre alten Weihrauch, unter der achteckigen Kuppel des Gotteshauses am Antareshof herrscht andächtige Stille. Mit einem festlichen Gottesdienst hat die katholische Kirchengemeinde St. Raphael an die Kirchweihe ihres Gotteshauses vor 50 Jahren erinnert. Statt einer Predigt ließ Lindner Gemeindemitglieder und ihre Erinnerungen sprechen – und bewegte Bilder.

Mit einem Festgottesdienst hat die katholische Kirchengemeinde St. Raphael an die Weihe ihres Gotteshauses vor 50 Jahren erinnert. Viele Ehrengäste betonten die Bedeutung der Gemeinde für Garbsen.

Der Super-8-Film flimmerte in Schwarz-Weiß über die Leinwand nahe dem Altar. Die ersten Bilder zeigten die Notkirche der Gemeinde in einer Baracke, samt Kreuz auf dem Dach. Dann die Grundsteinlegung am 13. August 1967, Richtfest mit einem Kirchturm am Kran, Auf der Horst stehen die ersten Häuser auf dem Feld. An berührende Krippenspiele erinnerte sich die stellvertretende Vorsitzende des Pastoralrats Sabine Pohl, ein weiteres Gemeindemitglied an eine Begegnung mit dem langjährigen Pfarrer Benno Nolte: „Als Kindergartenkind sollte ich ihm den Schlüssel zur Kirche überreichen, ich war so aufgeregt.“

Auf dem Grundstück, wo die Notkirche stand, habe ich später gebaut“, sagte eine Frau, ein anderes Gemeindemitglied hat 1971 seinen Polterabend im Keller des Pfarrheims gefeiert. Und ob Firmung, Taufe oder Trauer – für viele der Gläubigen ist die Kirche St. Raphael ein zentraler Punkt nicht nur in ihrer Stadt, sondern in ihrem Leben. Und auch nach dem Gottesdienst schwelgten viele Ehrengäste in Erinnerungen, darunter Pfarrer Nolte, Pater Jojo Thomas, der nach fünf Jahren in St. Raphael heute in Hameln wirkt und Markus Grabowski, heute Pfarrer im Eichsfeld.

Gäste betonen Bedeutung der Gemeinde für die Stadt

„Was wäre diese Kirche aus Stein ohne die Menschen?“, fragte Pfarrer Lindner und betonte das gute und offene Miteinander aller Einrichtungen, die zu Raphael gehören – trotz aller Verschiedenheit: von den Familienzentren über den Jugendtreff Mars-Point bis zum Krippenhaus und dem Sozialprojekt Neuland. Willehadi-Pastorin Renate Muckelberg erinnerte an die Solidarität, die ihre Gemeinde nach dem verheerenden Kirchenbrand in der Nacht zum 30. Juli 2013 erfahren hatte. „Ihr wart für uns Schutz- und Trostraum, habt mitgelitten und mitgetrauert. Danke für Eure Gastfreundschaft.“ Die Verbindung beider Gemeinden sei eng – gemeinsame Pilgerfahrten und zuletzt die Aktion „So bunt is(s)t Garbsen“ mit einer langen Tafel zwischen den Kirchstandorten der sichtbare Ausdruck.

Auch Garbsens Bürgermeister Christian Grahl betonte die Bedeutung und Rolle der Kirchengemeinde für die Stadt. „In ihren Kitas werden christliche Nächstenliebe und Glaube in entspannter Souveränität gelebt – danke für Ihre wertvolle Arbeit in diesem Stadtteil.“

Stürzende Altare und wehende Talare

Er ist schlicht und aus römischen Travertin: der tonnenschwere Altar der St. Raphael-Kirche. Und er hat eine kuriose Geschichte. Der helle Stein stammt aus dem italienischen Castel Gandolfo, wo sich seit dem 17. Jahrhundert die Papstresidenz befindet. „Die Steine für den Altar waren so schwer, dass der LKW, der sie aus den Albaner Bergen bis nach Garbsen brachte, auf der Fahrt quasi zusammenbrach“, erinnert sich Thomas Hillebrand, Mitglied des Pastoralrates von St. Raphael. Rechtzeitig zur Kirchweihe am 14. Juli 1968 war der Altar aber aufgestellt. Seitdem ist er die „lithurgische Mitte“ der stark durch die achteckige Kuppel und die Achsen geprägten St.-Raphael-Kirche.

Wie eng verbunden die Kirche St. Raphael und die benachbarte evangelische Willehadi-Kirche sind, zeigte sich auch bei der Einweihung der neuen Willehadi-Kirche Ende Februar 2017. Nachdem Landesbischof Ralf Meister Altar, Kanzel und Taufstein geweiht hatte, warteten die 400 Gäste auf das Glockengeläut. „Die Glocken hatten Ladehemmung“, sagt Willehadi-Pastorin Renate Muckelberg. Hilfe kam von St. Raphael: „Pfarrer Christoph Lindner und Diakon Thomas Müller rannten mit wehenden Talaren in ihre Kirche und ließen alle fünf Glocken läuten“, erinnert sich Muckelberg. „Dann erklangen plötzlich beide Kirchenglocken gemeinsam, auch das ist Ökumene.“ jgz

Von Jutta Grätz

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