Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Garbsen Garbsen ist sicherer - Straftaten gehen erneut zurück
Umland Garbsen Garbsen ist sicherer - Straftaten gehen erneut zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:48 13.03.2019
Hans-Joachim Elsner, Andre Butte und Ulrich Knappe von der Polizei Garbsen stellen die Kriminalitätsstatistik 2018 vor. Quelle: Sebastian Stein
Garbsen

Garbsen ist sicherer als in den fünf vergangenen Jahren seit 2013. Das geht aus der Kriminalstatistik 2018 hervor, die die Polizei präsentiert hat. Demnach ist die Zahl der Straftaten mit 3449 im Vergleich zum Vorjahr um 141 zurückgegangen. 2013 verzeichnete die Polizei noch 4315 Straftaten im Stadtgebiet. Wie sicher eine Stadt ist, misst die Polizei an der Häufigkeitszahl von Straftaten. Dabei werden die Fälle auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Für 2018 hat sich die Zahl in Garbsen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verringert. Das sei laut Polizei der niedrigste Wert in den vergangenen Jahren und weniger als im niedersächsischen Durchschnitt.

Aufklärungsquote bei Straftaten steigt

Die Aufklärungsquote der Straftaten konnte die Polizei nach eigenen Angaben um fast 5 Prozentpunkte auf mehr als 63 Prozent steigern. Das ist die höchste Aufklärungsquote im Langzeitvergleich. Während die Anzahl der Straftaten sinkt, stellt die Polizei einen Unterschied zur Wahrnehmung der Menschen in ihrem Alltag fest. Viele fühlten sich unsicherer als es die Zahlen ausdrückten, sagt Ulrich Knappe, Leiter der Polizeiinspektion Garbsen. Wer in Berenbostel oder Auf der Horst wohne, habe ein anderes Gefühl als in ländlicheren Gebieten. Eine Statistik über die Straftaten in einzelnen Stadtteilen führt die Polizei aber nicht. Dass sich der Rückgang der Straftaten dennoch in allen Stadtteilen Garbsens auswirke, kann Andre Butte, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes Garbsen, bestätigen. Was aus den Zahlen allerdings nicht hervorgehe, sei die Dunkelziffer an Straftaten. „Das ist für uns schwer einzuschätzen“, meint Knappe.

Weniger Gewaltdelikte, weniger Messerstraftaten

Der Rückgang der Straftaten zeigt sich in vielen Bereichen. Die Polizei freute sich vor allem über weniger Fälle im Bereich der Rohheits- und Gewaltdelikte. Und hier vor allem beim Einsatz oder Mitführen von Messern – hier gab es einen Rückgang zum Vorjahr um 18 Taten auf insgesamt 15. Das bedeute allerdings nicht, dass die Bevölkerung keine Messer mehr dabei habe, sagt Butte.

Täter bei Einbrüchen überwiegend aus Garbsen

Ein Schwerpunkt der Garbsener Polizeiarbeit liegt weiterhin auf den Wohnungseinbrüchen. Hier werde das Sicherheitsgefühl besonders beeinträchtigt. Die Zahl der Einbrüche in Garbsen ging 2018 laut Statistik weiter zurück – auf 88. Das führt die Polizei auch auf ihre Präventionsarbeit zurück. Die technische Ausstattung der Häuser und die Sensibilisierung der Bewohner sei besser geworden, meint Knappe. Bemerkenswert sei demnach, dass ein Großteil der Einbrüche im Versuchsstadium stecken geblieben seien, sagt Butte. Weil die Aufklärungsquote in diesem Bereich sinkt, rät die Polizei, bei verdächtigen Beobachtungen besser einmal zu viel als zu wenig anzurufen. Die ermittelten Täter stammten im vergangenen Jahr überwiegend aus Garbsen selbst.

Straftaten verlagern sich von der Straße ins Wohnzimmer

Steigende Zahlen registrierte die Polizei allerdings im Bereich der sogenannten Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei es sich größtenteils um Internetkriminalität handelt. Zudem seien die Delikte im Drogenbereich angestiegen, was die Polizei auf den gesteigerten Cannabis-Konsum zurückführt. Knappe spricht insgesamt von einer Verlagerung der Straftaten „von der Straße ins Wohnzimmer“. Das zeigt sich auch an der wieder gestiegenen Zahl häuslicher Gewalt. Erneut hat auch die Gewaltbereitschaft gegen Polizisten zugenommen. Butte sagt, es gebe eine „extreme Respektlosigkeit“. Die Hemmschwelle sei wie auch in anderen Bereichen gesunken.

„Flüchtlinge spielen untergeordnete Rolle“

Wichtig war es der Polizei auch, erneut die Straftaten geflüchteter Menschen einzeln aufzulisten. Ihr Fazit: „Flüchtlinge spielen eine untergeordnete Rolle bei Straftaten“. Bei fast identischer Zahl an Migranten sei es zudem zu einem Rückgang gekommen. Das sei die Gegenrede zur politischen Ausschlachtung des Themas, sagt PI-Chef Knappe.

Von Sebastian Stein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer wieder nutzen Fahrzeuge ausgewiesene Wirtschaftswege als Abkürzungen. Sie mit Pollern zu versperren, habe sich nicht rentiert, heißt es von der Stadt. Jetzt soll die Polizei regelmäßig kontrollieren.

13.03.2019

55 Beschäftigte, also 12 Prozent, der Stadtverwaltung sind schwerbehindert. Damit liegt Garbsen regionsweit vorne. Es liege nicht nur an einer Quote, sondern an der Bereitschaft, sagt der Schwerbehindertenbeauftragte.

15.03.2019

Fairness und Teamgeist werden im Projekt „Kickfair“ an der Oberschule Garbsen groß geschrieben. Am Dienstag war Theologin Margot Käßmann dort zu Gast – als Botschafterin für Terre des Hommes.

12.03.2019