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Umland Garbsen Nachrichten Darum fallen so viele Baustellen in den Sommer
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00:40 10.06.2018
In Garbsen wird derzeit an mehreren Straßen gebaut. Quelle: Collage HAZ
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Garbsen

Rot-weiße Absperrungen, Umleitungen, stockender Verkehr: An vielen Stellen in Garbsen geht es derzeit nur sehr langsam oder gar nicht voran. Bagger reißen den Asphalt auf, Leitungen werden verlegt und Straßendecken repariert. Und für viele verärgerte Autofahrer passiert das – gefühlt – an allen Stellen gleichzeitig. Eine Fehlplanung der Stadt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Baustellen.

Wer kümmert sich im Rathaus um Baustellen und Straßen?

Im Garbsener Rathaus ist der Fachbereich 42 „Umwelt, Verkehr und Stadtgrün“ für Straßenbau und Verkehr zuständig. 40 Personen beschäftigen sich unter der Leitung von Dirk Perschel mit den Fragen wann, wo und wie gebaut werden muss. Das Team Straßenbau kümmert sich um Planung, Bau, Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen. Das Team Verkehr hat die Aufgabe, Sicherheit im Verkehr herzustellen, Baustellen abzusichern, zu koordinieren und zu überwachen.

Baugebiete, Kanalarbeiten, Leitungen: An zahlreichen Orten in Garbsen wird derzeit gebaut und die Straßen sind gesperrt. Das sind die aktuellen Baustelln

Wie viele Straßen müssen instand gehalten werden?

„In Garbsen gibt es rund 260 Kilometer Straßen und 200 Kilometer Radwege“, sagt Fachbereichsleiter Perschel. „Für deren Unterhaltung haben wir im Jahr etwa 2 Millionen Euro zur Verfügung.“ Seit 2013 hat die Stadt Garbsen ein sogenanntes Straßenzustandskataster, in dem festgehalten wird, wie die Straßen und Wege aussehen und wo saniert werden müsste. „Nach jedem Winter wird dieses Kataster aktualisiert“, sagt Perschel. Dann werde eine Prioritätenliste erstellt.

Wer redet bei Baustellen alles mit?

Nicht nur die Stadtverwaltung plant Sanierungen und Umbauten. „Auch die Stadtwerke und die Stadtentwässerung führen eigene Maßnahmen durch“, erklärt Andreas Richter, Leiter der Abteilung Verkehr und Straßenbau. Zudem sei die Stadt dafür zuständig, alle Baustellen abzusichern. „Wir stehen immer im engen Austausch mit den Energieversorgern“, sagt Richter. „Wenn wir irgendwo den Asphalt aufmachen, fragen wir immer, ob dort nicht auch bald neue Leitungen oder Kabel verlegt werden müssen.“ So wolle man vermeiden, dass Straßen und Wege zwei Mal aufgerissen werden müssen.

Wie wird entschieden, wann gebaut wird?

„Jedes Jahr im Februar treffen wir uns zu einer Koordinationsbesprechung“, sagt Michael Hoheisel, Leiter des Teams Verkehr. Dann liegen alle anstehenden kleinen und großen Bauarbeiten auf dem Tisch. „Wir besprechen, was, wie gebaut werden soll und zu welchen Termin das möglich ist“, sagt Hoheisel. Dabei müssten auch alle nicht-städtischen Bauvorhaben bedacht werden.

Warum ballen sich die Bauarbeiten immer im Sommer?

„Dafür gibt es zwei Gründe“, sagt Richter. Zum einen wegen der Witterung, zum anderen wird der Haushalt erst im April/Mai von der Region genehmigt. „Dann wissen wir erst, wie viel Geld wir zur Verfügung haben.“ Größere Bauvorhaben müssten zudem ausgeschrieben werden – auch das koste Zeit. Generell seien die Sommerferien eine beliebte Zeit für größere Straßenbauarbeiten. „Wir müssen nur darauf achten, dass dann nicht auch an den Umleitungsstrecken gearbeitet wird“, sagt Hoheisel. Länger als Oktober sei es laut Perschel meist nicht möglich, Straßendecken zu sanieren. „Die Oberflächen dürfen nicht zu feucht sein.“

Verantwortlich für das Baustellenmanagement in Garbsen: Michael Hoheisel (von links), Andreas Richter und Fachbereichsleiter Dirk Perschel. Quelle: Linda Tonn

Wann gibt es Sperrungen?

Zu jeder Baustelle gibt es eine Vorlage, die vom Rat genehmigt werden muss. Darin ist aufgelistet, inwieweit der Verkehr beeinträchtigt ist, welche Bereiche und wessen Belange betroffen sind. „Wir müssen entscheiden, ob es eine Vollsperrung oder Umleitung geben muss, oder nicht“, erklärt Hoheisel. Baufirmen würden am liebsten immer unter Vollsperrung arbeiten, aber das sei nicht immer sinnvoll. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die für die Verkehrsteilnehmer einfach zu verstehen und für die Baufirma verträglich sei. „Die Verkehrssicherheit steht aber immer über allem“, sagt Hoheisel.

Was kann zu Verzögerungen führen?

Zu unvorhergesehenen Verzögerungen kann immer kommen. „Häufig kommt es vor, dass der Boden nicht so ist, wie angenommen“, sagt Perschel. „Oder wir finden alte Leitungen oder archäologische Stücke.“ Das müsse erst geprüft werden. Immer wieder stoßen Bauarbeiter auch auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Das stoppt die Arbeiten. „Manchmal gehen Baufirmen auch insolvent und können nicht weitermachen“, sagt Richter.

Welche Baustellen kommen in der nächsten Zeit auf Garbsen zu?

„Auf den Plan für das kommende Jahr steht eine Linksabbiegerspur von der Gutenbergstraße auf den Seeweg“, sagt Hoheisel. Zudem werde an der Neuen Mitte gebaut. 2020 nehmen die Baumaßnahmen rund um den Campus weiter zu: Von der B6 in Richtung Campus und von der Langenhagener Straße auf die B6 soll es in Zukunft jeweils zwei Linksabbiegerspuren geben, um die Kreuzungen zu entlasten.

Wie informiert die Stadt?

Seit Kurzem informiert die Stadt Garbsen auf ihrer Internetseite über aktuelle Baustellen. „Anwohner von Sperrungen und Umleitungen werden aber immer auch noch direkt per Brief informiert“, sagt Stadtsprecher Benjamin Irvin. Zudem plant die Stadt für das kommende Jahr ein interaktives Baustellenmanagement. Im Internet können sich die Bürger dann auf einer Stadtkarte zum Anklicken über relevante Baustellen und die Auswirkungen informieren.

Hier wird aktuell in Garbsen gebaut

Baugebiet Klüterfeld wird erschlossen: Anfang April haben in Frielingen die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Klüterfeld begonnen. Versorgungsleitungen müssen verlegt sowie Straße und Kanal vorbereitet werden. Bis Anfang November soll zudem der vorhandene Einmündungsbereich der Bürgermeister-Wehrmann-Straße, der Bordenauer Straße und der Horster Straße zu einem Kreisverkehrsplatz umgestaltet sein.

Umleitungen an der Campus-Baustelle: Seit Mitte April geht es für die Autofahrer an der Straße An der Universität nur noch in eine Richtung. Die Straße wird aus- und umgebaut, die beiden Kreuzungen mit der Havelser Straße und Osteriede werden zu Kreisverkehren, zudem lässt die Stadt eine sogenannte Begegnungszone zwischen PZH und Campus errichten. Im Oktober 2019 soll alles fertig sein.

Amazon erhält eine Linksabbiegerspur: Am 7. Mai haben an der Burgstraße die Bauarbeiten an einer Linksabbiegerspur zum neuen Amazon-Sortierzentrum begonnen. Dafür ist die Straße auf einer Länge von 200 Metern halbseitig gesperrt. Die Bauarbeiten dauern bis Ende Juni.

Bauarbeiten am Kanal in Frielingen:
Im Bereich der Kreuzung Mühlenweg, Enseburgweg, Farlingsweg in Frielingen führt die Stadtentwässerung seit Anfang Mai Bauarbeiten am Kanal durch. Gleichzeitig wird das Abwasserpumpwerk am Farlingsweg saniert. Ab Mitte Juni soll der Verkehr wieder normal rollen.

Gehweg am Kochslandweg ist gesperrt: Fußgänger am Kochslandweg und in der Fiernhagen Straße in Altgarbsen müssen seit Ende Mai einen Notweg nehmen. Die Stadtwerke verlegen dort Kabel. Für Autofahrer gilt ein Halteverbot. Die Bauarbeiten dauern rund acht Wochen.

Wasserverband verlegt neue Leitungen: In Havelse und Berenbostel sind Straßen an einigen Stellen derzeit halbseitig oder voll gesperrt. Der Wasserverband verlegt neue Trinkwasserleitungen: Die Straße Am Hohen Holze ist zwischen den Einmündungen von Elbinger Straße und der Straße Am Hasenberge bis 31. August halbseitig gesperrt. Im Bocksbartweg müssen die Anwohner von der Einmündung der Straße Am Hohen Holze bis zur Görlitzer Straße bis Ende August mit abschnittsweisen Vollsperrungen rechnen. In der Langen Straße in Berenbostel gibt es noch bis zum 6. Juli immer wieder Vollsperrungen zwischen der Einmündung der Straße Rote Reihe bis zur Hausnummer 26. ton

Von Linda Tonn

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