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00:26 17.06.2018
Durchfahrtverbot für LKW? An der Von-Woyna-Brücke in Schloß Ricklingen wird es regelmäßig eng. Quelle: Linda Tonn
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Schloß Ricklingen

Mit Sorge beobachten viele Schloß Ricklinger, wie das rot-gelbe Amazon-Sortierzentrum an der Burgstraße wächst und Gestalt annimmt. Gerade entsteht eine neue Linksabbiegerspur, die auf das Gelände des Logistikunternehmens führt. Für den vielen Verkehr, der auch bald durch Schloß Ricklingen rollen wird? „Die Linksabbiegerspur ist nur für die Beschäftigten, nicht für den Lieferverkehr“, beschwichtigt Karsten Vogel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat. Doch die Stimmung ist aufgeladen bei diesem Spaziergang durch den Ortsteil, bei dem es vor allem um das Thema gehen soll: „Wie lässt sich der Verkehr in Schloß Ricklingen verringen?“ Von der Stadtverwaltung fühlen sie sich mit diesem Problem allein gelassen.

Die SPD Schloß Ricklingen hat zu einem kommunalen Spaziergang geladen, um gemeinsam mit Anwohnern und Politikern über die Verkehrssituation in Schloß Ricklingen zu diskutieren.

Verkehr ist Dauerthema

Dass der Durchgangsverkehr ein Dauerthema ist, weiß auch SPD-Mitglied Willi Thiele, der die Gruppe von etwa 40 interessierten Anwohnern und Politikern an die kritischen Stellen im Ort führt: das Nadelöhr Von-Woyna-Brücke Richtung Luthe, die belasteten Karl-Prendel-Straße und die Burgstraße. Lebendig schildern die Anwohner, wie schon jetzt riesige Fahrzeuge durch den Ortsteil brettern und durch enge Straßen und Kurven zu gefährlichen Manövern gezwungen werden: „Schon der landwirtschaftliche Verkehr ist schlimm“, sagen sie. Spätestens an der einspurigen Von-Woyna-Brücke Richtung Luthe sei vor allem für viele Lkw Schluss. „Wer da nicht durchkommt, muss versuchen irgendwie rückwärts seinen Weg zu finden“, sagt Ortsratsmitglied Daniela Grunwald-Galler.

Durchfahrverbot für Lkw?

Amazon ist für viele ein Schreckgespenst – auch wenn der LKW-Verkehr von der A2-Abfahrt Garbsen über einen Kreisel direkt auf das Gelände geleitet werden soll und die Schloß Ricklinger zumindest laut den Plänen erst einmal nicht betrifft. „Wir können uns aber vorstellen, dass bei einem Stau auf der A2 alles zusammenbricht“, sagt Thiele. Dann würden alle Fahrzeuge direkt durch den Ort ausweichen. Ein Durchfahrverbot für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen sei eine Möglichkeit, sagt Grundwald-Galler, auch eine Längenbegrenzung auf zehn Meter werde diskutiert. „Wir wollen im Ortsrat zügig eine Beschlussvorlage erarbeiten, auf deren Grundlage man diskutieren kann.“

„Die Verlagerung des Verkehrs ist nicht die Lösung“, sagt Vogel. Zudem würden die Straßen auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt, die die maximale Höhe von zehn Metern überschreiten würden. Kritisch diskutiert wurde auch der Vorschlag, die Burgstraße zur Verkehrsberuhigung zwischen der Karl-Prendel-Straße und der Straße Große Rehre zur „Anlieger-frei-Zone“ zu erklären. Die perfekte Lösung sei noch nicht gefunden, sagt Thiele. Man werde aber weiterbohren.

Stadt weist Kritik am Radweg bei Amazon zurück

Die Stadt hat die Kritik der Grünen am Radweg bei Amazon zurückgewiesen. In einem Antrag, der Ende März bei der Stadtverwaltung eingegangen ist, hatte die Fraktion die Sicherheit des Weges angemahnt und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Der Fahrradweg an der Burgstraße kreuzt die Ausfahrt des Sortierzentrums. Er soll nach Meinung der Grünen besser gesichert werden. „Die Herstellung eines sicheren Radwegs ist für uns äußerst wichtig“, sagte der Fraktionsvorsitzende Darius Pilarski. Durch die schleppende Bearbeitung des Antrags habe man den Eindruck, dass die Prioritäten falsch gesetzt würden.

„Die Sicherheit ist für uns ein ebenso wichtiges Anliegen“, sagte Stadtsprecher Benjamin Irvin. Sie habe selbstverständlich Priorität. Derzeit würde auf der Burgstraße eine Linksabbiegerspur gebaut. Die Arbeiten umfassten auch die Sicherung des Radwegs. Der ein- und abbiegende Verkehr würde aus beiden Richtungen mit deutlichen Warn- und Hinweisschildern auf die Radfahrer aufmerksam gemacht. „Zur Erhöhung der Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger wird der Einmündungsbereich komplett beleuchtet“, sagte Dirk Perschel, der Fachbereichsleiter für Umwelt, Verkehr und Stadtgrün. Zudem werde die Radwegspur in roter Heißplastik angelegt und mit Piktogrammen und Richtungspfeilen versehen. Das entspreche anerkennten Regeln, so Perschel. ton

Von Linda Tonn

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