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Nachrichten Amazon-Zentrum soll Ende 2018 fertig sein 
Umland Garbsen Nachrichten Amazon-Zentrum soll Ende 2018 fertig sein 
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00:16 18.01.2018
So könnte das Amazon-Logistikzentrum an der Burgstraße am Ende aussehen. Quelle: Unternehmensgruppe Baum
Garbsen

 Taghell erleuchten Bauscheinwerfer das Areal abends an der Burgstraße. Knapp 148.000 Quadratmeter ehemaliger Klärschlammpolder sind freigeräumt. Große Maschinen gießen Betonsäulen metertief ins alte Moor, damit die Fundamente später die mehr als zehn Meter hohen Stützen des Logistikzentrums tragen – Vorbereitungen für das größte Logistikinvestment, das Garbsen je gesehen hat. Investor und Eigentümer ist die hannoversche Unternehmensgruppe Baum. Wer wird ihr Mieter? Amazon. Damit haben sich die HAZ-Recherchen vom Wochenende bestätigt.

Baum und Amazon schließen langfristigen Mietvertrag 

Die Baum Unternehmensgruppe hat am Montagabend bestätigt, dass sie das Logistikzentrum mit 35.000 Quadratmetern Hallen- und Bürofläche sowie 65.000 Quadratmetern Außenfläche für Amazon baut. Der Mietvertrag sei langfristig abgeschlossen. „Die voraussichtliche Investitionssumme wird ca. 70 Millionen Euro betragen“, heißt es – Fertigstellung und Inbetriebnahme im vierten Quartal 2018.

An der Burgstraße zwischen Garbsen-Mitte und Schloß Ricklingen baut die Unternehmensgruppe Baum ein Logistik-Zentrum für Amazon. 

 

Unternehmer Gregor Baum: „Wir freuen uns, nach mehreren Jahren der Planung und Entwicklung mit Amazon einen langfristigen und nachhaltigen Mieter für unser Logistikzentrum gefunden zu haben.“ Baum dankt der Stadtverwaltung Garbsen für die „konstruktive und zielführende Zusammenarbeit“. Bürgermeister Christian Grahl begrüßt die Ansiedlung. Es sei Baum gelungen, im Wettbewerb mit anderen Standorten einen weltweit führenden Onlineversandhändler für den Standort Garbsen zu gewinnen. 

Regionsdezernent Ulf-Birger Franz: „Eine sehr gute Nachricht“

Für die Region passt das Logistikzentrum an der A2 perfekt ins Konzept.  Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz hält die Ansiedlung für Garbsen sowie für die Region Hannover „für eine sehr gute Nachricht. Dort werden zahlreiche neue Arbeitsplätze in einer wachsenden Branche entstehen. Die Neuansiedlung unterstreicht die große wirtschaftliche Dynamik, die wir zurzeit in der Region haben“, schreibt Franz. 

Garbsens Politik war bisher außen vor

Grahls Bauverwaltung hat bisher nur eine Teilbaugenehmigung erteilt für die Erschließung des Geländes, für Entwässerung, sämtliche Tiefbauarbeiten inklusive Fundamente und Hallenstützen. Die Träger für die bis zu 13 Meter hohen Hallen sollen ab kommender Woche aufgestellt werden. Bis zur offiziellen Bestätigung des Investments am Montagabend waren Garbsens Politiker außen vor, weil Amazon von allen Seiten Stillschweigen verlangt hatte. „Wenn das so kommt, begrüßen wir das unter Arbeitsmarkt-Aspekten“, sagt Darius Pilarski, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Rat. Aber wie viele Arbeitsplätze an der Burgstraße entstehen, weiß bis dato keiner. Jeder, der die jahrelang die Schichtwechsel beim Online-Händler Netrada auf der anderen Seite der Autobahn erlebt hat, fragt sich aber: Wie kommen vielleicht Hunderte Mitarbeiter aus der Region an die Burgstraße? Busverbindungen gibt es nicht. Angeblich hat sich Amazon verpflichtet, eine Linie bis zur nächsten Anschlussstelle an das reguläre Busliniennetz einzurichten.

Zahlen über Jobs und Verkehr liegen noch nicht vor 

Pilarskis Grüne haben – ebenso wie die CDU – noch Bauchschmerzen, was den Verkehr angeht. Transporter aus Richtung Osten und Flughafen werden die A2-Ausfahrt Garbsen nutzen, sie liegt vor der Haustür des Zentrums. Aus Richtung Westen kommen die Lkw über die Raststätte Garbsen-Süd, die Alte Ricklinger- und die Gutenbergstraße. Knackpunkt wird möglicherweise die Kreuzung am alten Praktiker-Markt: Die Stadtverwaltung plant dort den Bau eines Kreisels – unabhängig vom Baum-Vorhaben. Im Moment geht die Stadt davon aus, dass die Straßen den zusätzlichen Verkehr aufnehmen können, der einst für die Erweiterung von Netrada an der Burgstraße zu Grunde gelegt worden sind. 

CDU: Mehrbelastung für Schloß Ricklingen verhindern

„Wir werden uns das sehr genau ansehen, wenn wir mehr wissen“, sagt Pilarski. Für die CDU sagte Fraktionschef Heinrich Dannenbrink gestern: Es sei mit dem heutigen Kenntnisstand schwer zu beurteilen, ob die Ansiedlung Verkehrsprobleme in Garbsen provoziert. Es sei allerdings zu verhindern, dass Transporter aus Richtung Westen bereits in Luthe abfahren und Schloß Ricklingen belasten. 

Das Augenmerk der CDU liege aber auch auf der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs und auf der Gewerbesteuer. „Würde Amazon überhaupt Gewerbesteuer in Garbsen zahlen müssen? Ich hoffe, der Bürgermeister bekommt dazu Antworten“, sagt Dannenbrink.

Von Markus Holz

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