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Nachrichten Amazon sucht ab Sommer nach Mitarbeitern –Arbeitsvermittlung hilft
Umland Garbsen Nachrichten Amazon sucht ab Sommer nach Mitarbeitern –Arbeitsvermittlung hilft
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00:15 28.01.2018
Mehr als 700 Arbeitsplätze will Amazon in Garbsen schaffen. Quelle: Baum Unternehmensgruppe
Garbsen

 Die Suche nach Mitarbeitern wird im Sommer beginnen. Das Zentrum ist im Logistikkonzept des Konzerns eine Art Umschlagplatz. Mitarbeiter werden dort Sendungen für den Weitertransport innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland kommissionieren. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Versandkonzern Amazon in Garbsen 700 Stellen schaffen will. Jobcenter und die Agentur für Arbeit werden jetzt eigens dafür ein Projektteam gründen, das die Vermittlung der Mitarbeiter eng begleiten soll. Anders sei eine so große Anzahl an Stellen auch nicht zu bewältigen, heißt es vom Jobcenter Garbsen.

Er freue sich über 700 Arbeitsplätze in einem hochmodernen Unternehmen, sagte Bürgermeister Christian Grahl. „Die Amazon-Ansiedlung ist ein weiterer Baustein in unserer dynamischen Entwicklung und wird ergänzende Dienstleistungen anziehen.“

An der Burgstraße zwischen Garbsen-Mitte und Schloß Ricklingen baut die Unternehmensgruppe Baum ein Logistik-Zentrum für Amazon. 

Mit so vielen neuen Stellen hatte die Agentur für Arbeit in Garbsen nicht gerechnet.„Die Zahl überrascht uns, erfreut uns aber“, sagt Agentursprecher Holger Habenicht. „Wir erhoffen uns, viele Jobsuchende in Arbeit bringen zu können.“ Für welche Positionen genau Mitarbeiter eingestellt werden, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest.  Die Suche nach Managementpersonal für den Betrieb des Sortierzentrums hat bereits begonnen.  

Anbindung an Nahverkehr ist wichtig

Die Versandmitarbeiter würden zunächst in Zeitarbeit beschäftigt, sagte Anette Nachbar von der Amazon-Unternehmenskommunikation. Langfristig wolle das Unternehmen aber 80 Prozent der Stellen in unbefristete Positionen umwandeln. Konkrete Angaben zu den Löhnen machte Amazon nicht: „Das Einstiegsgehalt bewegt sich aber bei mehr als 10 Euro pro Stunde“, so Nachbar.

 Bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen sei auch die Anbindung an den Nahverkehr entscheidend, sagte Habenicht.  „Für die Einrichtung des Busverkehrs laufen Gespräche mit der Region“, sagte Garbsens Stadtsprecher Benjamin Irvin. In das Gewerbegebiet werde eine 300 Meter lange Straße gebaut mit Bushaltestelle und Wendemöglichkeit.

Sorge um höhere Belastung der Straßen rund um Amazon

Das Thema Verkehr bereitet Garbsener Parteien Kopfzerbrechen, weil niemand bisher belastbare Zahlen über das Verkehrsaufkommen hat. SPD, Grüne und CDU hatten bereits ihre Befürchtungen geäußert, dass die Autobahn-Ab- und -zufahrten durch die Lkw höher belastet werden. „Der aus Westen auf der A2 ankommende Lkw-Verkehr wird die Behelfsausfahrt über die Raststätte Garbsen-Süd verlassen und über die Alte Ricklinger Straße und die Gutenbergstraße den Kreisel an der nördlichen Abfahrt anfahren“, formuliert die SPD-Ratsfraktion in einer Anfrage an die Stadtverwaltung. Das werde zu einer Zunahme des Verkehrs führen.

Die SPD hinterfragt deshalb das geplante Wohngebiet zwischen Alte Ricklinger Straße und Kochslandweg. „Hält der Bürgermeister dieses Projekt noch für sinnvoll?“, fragt Fraktionschef Karsten Vogel. Vogel schlägt vor, die Flächen am Kochslandweg für Gewerbe zu nutzen.

Die Stadtverwaltung sieht sich beim Thema Verkehr im Moment auf der sicheren Seite: Sie hat zwar auch keine belastbaren Verkehrszahlen. Aber sie hatte vor Jahren die Auswirkungen des ursprünglich geplanten Logistikzentrums von Netrada an gleicher Stelle begutachten lassen. Die Größenordnung des Gebäudes war ähnlich: Die geplante Hallenfläche lag bei 55.000 Quadratmetern; Baum baut 30.000 Quadratmeter, aber höher. Netrada wollte annähernd 1000 Mitarbeiter beschäftigen; Amazon plant mit 700. Es sei damals gutachterlich festgestellt worden, „dass das Straßennetz ausreichend leistungsfähig ist – selbst bei voller Auslastung des Zentrums“, heißt es dazu von der Stadt. Seit der Schließung von Netrada hat der Lastverkehr an der Alten Ricklinger- und der Gutenbergstraße abgenommen. Außerdem waren im Logistikzentrum zeitweise bis zu 2000 Mitarbeiter beschäftigt, auch diese Fahrten belasten nicht mehr das Straßennetz. 

Von Linda Tonn

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