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Umland Garbsen Nachrichten Darum heulten beim Brand in Altgarbsen die Sirenen
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00:23 31.03.2018
Die Feuerwehr wusste nicht, ob sie mit ihrer Drehleiter zum brennenden Haus am Maschweg fahren kann.  Quelle: Foto:Christian Elsner (Archiv)
Altgarbsen

 Vor knapp einer Woche, am 22. März, heulten nachts überall im Garbsener Stadtgebiet die Sirenen. Gegen 1.30 Uhr schrillte der durchgezogene Ton. Nach drei Wiederholungen war alles wieder ruhig. Gleichzeitig stand der Dachstuhl eines Wohnhauses am Maschweg in Altgarbsen in Flammen. Hoch loderten sie in den dunklen Himmel. „Als wir eintrafen, sahen wir, dass die Zufahrt sehr schmal war“, erzählt Einsatzleiter Thomas Cremer. „Es war nicht klar, ob wir überhaupt mit der Drehleiter durchkommen und wir mussten davon ausgehen, dass noch Menschen in dem Gebäude sind.“ Ein 27-Jähriger wurde anschließend mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. 

In Garbsen hat in der Nacht zu Donnerstag der Dachstuhl eines Hauses lichterloh gebrannt. 

Kritik im Internet

Trotz dieses offensichtlich lebensbedrohlichen Brandes mehrt sich in den kommenden Tagen vor allem in den sozialen Netzwerken Kritik und Ärger. Von „Ruhestörung“ ist zu lesen, Einsatzkräfte werden beschimpft, Gegner und Befürworter diskutieren über Sinn und Unsinn von Sirenen. „Ich kann es ein wenig nachvollziehen“, sagt Cremer. „So eine Sirene reißt einen aus dem Schlaf.“ Dennoch reihe sich diese Diskussion ein in Vorfälle zunehmender Respektlosigkeit gegenüber der Feuerwehr. „Wir werden auch angepöbelt, wenn wir nachts das Martinshorn einsetzen, obwohl die Straßen frei sind“, so der Ortsbrandmeister. Was helfe, sei Aufklärung.

Gesamtsituation erzwingt Sirenenalarm

„Der Brand in Altgarbsen war kein Standardfall“, schildert Cremer die Ereignisse der Nacht. Um 1.01 Uhr sei der Notruf eingegangen. Die Meldeempfänger piepsten, die Einsatzkräfte rückten aus. „Die Sirene ausgelöst haben wir erst, als wie vor Ort waren und uns ein Bild von der Lage gemacht hatten“, sagt Cremer. Schnell wurde deutlich, dass Verstärkung angefordert werden muss: Die Flammen schlugen aus Fenstern und dem Dach, die Zufahrt zum Haus war schmal, es war nicht klar, wie viele Menschen noch im Gebäude waren. „Menschenleben und Sachwerte waren in Gefahr“, sagt Cremer und betont: „Die Gesamtsituation hat uns gezwungen, den Sirenenalarm auszulösen, um Einsatzkräfte aus alles Garbsener Stadtteilen zu mobilisieren.“ Leichtfertig werde solch eine Entscheidung nicht getroffen – auch wegen der Ruhestörung der Nachbarn.

Wie bei verschiedenen Bränden vorgegangen wird, schreibt bei der Feuerwehr Garbsen die Alarm- und Ausrückordnung vor. Kleinere Brände regeln kleine Dienstgruppen. „Bei allem, was mit Feuer an und in Gebäuden zu tun hat, gilt der Vollalarm“, erklärt Cremer, der nicht müde wird zu betonen, dass die knapp 500 Feuerwehrleute in Garbsen ihren Dienst ehrenamtlich tun. „Sie müssen nach einem nächtlichen Einsatz auch morgens wieder im Büro am Schreibtisch sitzen.“ Viele der knapp 500 Male, an denen die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr ausrücken mussten, sind an den Bürgern vorbeigegangen. In einem sogenannten „stillen Alarm“ wurden die Feuerwehrleute per Meldeempfänger zusammengetrommelt. 

 Drei Tage vor dem Brand im Maschweg wurde die Feuerwehr nachts um 2.25 Uhr zu einem Wohnhaus gerufen, weil der Rauchmelder schrillte, eine Nacht nach dem großen Einsatz in Altgarbsen brannte es Auf der Horst. In beiden Fällen schwiegen die Sirenen, die Garbsener schliefen durch. „Soetwas wir am 22. März passiert vielleicht zwei bis drei Mal im Jahr“, sagt Cremer – und hofft dafür auf ein wenig Verständnis.

 

Von Linda Tonn

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