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Die Feuerwehr rettet auch Tieren das Leben

Garbsen Die Feuerwehr rettet auch Tieren das Leben

"Verletzter Hund", "Eingeklemmter Vogel" und "Wespeneinsatz": Die Feuerwehren in Garbsen sind in den vergangenen Wochen besonders häufig zu Einsätzen in der Tierrettung gerufen worden. Feuerwehrsprecher Stefan Müller erklärt, wann die Ehrenamtlichen zuständig sind - und wann eben nicht.

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Der Garbsener Feuerwehrsprecher Stefan Müller zeigt die Ausrüstung, mit der die Tierretter unterwegs sind.

Quelle: Gerko Naumann

Garbsen. Im Ernstfall retten die Helfer der freiwilligen Feuerwehren in Garbsen in Leben. Und zwar ausdrücklich nicht nur die von Menschen, sondern auch die von Tieren. "Wenn es um Leben und Tod geht, zählen Tiere für uns genauso viel wie Menschen", sagt Garbsens Feuerwehrsprecher Stefan Müller. So kommt es beispielsweise regelmäßig vor, dass verletzte Hunde oder Katzen - etwa nach Unfällen - mit Blaulicht und Sirene in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover transportiert werden.

In den vergangenen Monaten hatte die Feuerwehr auffällig viele solcher Fälle der Tierrettung abzuarbeiten. Schlagzeilen hat etwa der Fall eines hilflosen Mauerseglers gemacht. Das Tier hatte sich in einer Jalousie in sieben Metern Höhe an der Straße Planetenring im Stadtteil Auf der Horst verheddert. An der Führungsschiene der Jalousie hatte sich ein Film aus Kunststoffteilchen, Fett und Pflanzenresten gebildet. Der Mauersegler war kleben geblieben. Gereinigt wurde er von seinen Rettern wieder freigelassen.

Dabei ist es nicht immer ratsam und sinnvoll, die Feuerwehr zu rufen. Als klassisches Beispiel nennt Müller die im Baum festsitzende Katze. "Spätestens, wenn die Tiere Hunger haben, kommen sie schon von allein wieder runter", sagt er. Sollten Tierhalter trotzdem darauf bestehen, dass die Retter anrücken, müssen sie bei solchen Einsätzen die Kosten selbst bezahlen - und werden von der Leitstelle auch darauf hingewiesen. "Wenn wir mit der Drehleiter und mehreren Helfern anrücken, können da schnell mehr als 1000 Euro zusammenkommen", rechnet Müller vor.

Auch für das Umsetzen von Wespennestern sind die Feuerwehren üblicherweise nicht zuständig, betont der Feuerwehrsprecher. Dafür gibt es geschulte Experten - etwa von Umweltverbänden wie dem Nabu. Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, springt die Feuerwehr ein. "Wenn die Nester neben einem Kindergarten oder einem Seniorenzentrum hängen, müssen wir natürlich schnell handeln", sagt Müller.

Um für solche Einsätze gut vorbereitet zu sein, spielt die Tierrettung auch bei der Ausbildung eine Rolle. Dafür fahren die Ehrenamtlichen unter anderem in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen. "Bei uns ist keine Ortsfeuerwehr auf Tierrettung spezialisiert. Alle müssen sich damit auskennen", berichtet Müller. Das gilt auch für die Ausrüstung: Kescher, die sogenannte Struppibox zum Transport von Kleintieren und Spielzeug zur Ablenkung der Tiere sind in allen Gerätehäusern vorhanden.

Die spektakulärsten Fälle

Müllers persönlicher Lieblingsfall der vergangenen Jahre ist der eines Hamsters, den die Feuerwehrleute aus einer unangenehmen Lage befreit haben. Der Nager hatte sich die Backen offenbar so mit Fressen vollgestopft, dass er partout nicht mehr aus seinem kleinen Holzhäuschen in seinem Käfig herauskam. Kein großer Akt für die Feuerwehr, aber eine bleibende Erinnerung: "Wir haben das Haus geöffnet und das Tier ein bisschen massiert, dann war wieder alles in Ordnung."

Zunächst dramatisch klang die Alarmierung im Fall einer angeblich riesengroßen Spinne im Penny-Markt am Bärenhof (Auf der Horst). Mitarbeiter hatten das Tier beim Auspacken eines Bananenkartons aus Südamerika im Lager entdeckt. Drei Feuerwehrleute nahmen das langbeinige Insekt genau unter die Lupe. "Es stellte sich heraus, dass die Spinne nur etwa drei Zentimeter groß und völlig ungefährlich war."

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Von Gerko Naumann

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