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Nachrichten Firmenchefin erhält Ehrenring der Stadt Garbsen
Umland Garbsen Nachrichten Firmenchefin erhält Ehrenring der Stadt Garbsen
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09:05 29.11.2011
Von Bernd Haase
Eine würdige Ringträgerin: Nicola Leibinger-Kammüller führt ein weltweit agierendes Industrieunternehmen Quelle: Nico Herzog
Garbsen

Preisträgerin ist in diesem Jahr Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf-Gruppe und bei der achten Auflage die erste Frau in der Riege der Ehrenringträger. Die Laudatio hielt Ursula Keller, die als erste Frau eine Physikprofessur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich erhielt. „Wenn eine Frau einen Preis gewinnt oder sonst wie geehrt wird, wird sehr oft auch die Frage gestellt, ob das nun wegen der Frauenförderung geschehen ist“, sagte Keller.

Diesen Gedanken wies die Physikerin im Folgenden zurück und führte ein Zitat von Leibinger-Kammüllers Vater Berthold an, mit dem dieser einst die Übergabe des Chefsessels bei Trumpf an seine Tochter begründet hatte. „Sie ist für das verantwortlich, was wir Firmenkultur nennen. Auch ihre Fähigkeit, strategisch zu denken und hinter Entscheidungen zu stehen, hatte ich in jahrelangem Nebeneinander erlebt“, sagte er beim Stabswechsel im Jahr 2005.

Die Entscheidung, in die Fußstapfen des Vaters zu treten, kam überraschend, denn die 51-jährige Nicola Leibinger-Kammüller hat Anglistik, Japanologie und Germanistik studiert und ist somit von Haus aus Geisteswissenschaftlerin. Zudem handelt es sich nicht um irgendein Unternehmen, dem sie vorsteht. Die Trumpf Gruppe, deren Hauptsitz sich im schwäbischen Ditzingen befindet, ist in der Fertigungstechnik, in der Photonik und in der Medizintechnik tätig. Obwohl immer noch ein Familienunternehmen, beschäftigt die Firma 8500 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp über zwei Milliarden Euro.

Bei industriellen Lasersystemen ist Trumpf Weltmarktführer – damit gibt es einen direkten Bezug zu Hannover und Garbsen. „Bei uns im Laser-Zentrum stehen massenhaft Geräte von Trumpf“, sagt Heinz Haferkamp, der die Forschungsstätte mitbegründet hatte. Der Professor sitzt im Vorstand des Freundeskreises Garbsen, der den Ehrenring verleiht. Imponiert habe dem Verein, dass Leibinger-Kammüller das konjunkturabhängige Unternehmen anders durch die Wirtschaftsflaute gesteuert habe als andere. „Trumpf verzichtete auf Entlassungen und hat stattdessen seine Anstrengungen in Forschung und Entwicklung verdoppelt. Das hat sich nach dem Ende der Krise ausgezahlt“, erklärt Haferkamp.

Der Garbsener Ehrenring, den unter anderem schon Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch und der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn tragen, geht an Persönlichkeiten, die positiv auffallen. „Es ist ein wichtiger Preis, dessen Ruf weit über die Stadtgrenze hinausgeht“, sagte Ministerpräsident David McAllister in seinem Grußwort während der Zeremonie. Leibinger-Kammüller sei eine sehr würdige Preisträgerin.

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