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Umland Garbsen Nachrichten Ursula Wiebe war 38 Jahre lang Kirchenvorsteherin
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13:34 27.06.2018
"Wie ein Klassentreffen": Ursula Wiebe hat sämtliche Kirchenvorsteher aus Schloß Ricklingen in der Kirchen zusammengebracht. Quelle: Linda Tonn
Schloß Ricklingen

„Wo gibt es in der Barockkirche einen Dackel?“ Wenn 23 aktive und ehemalige Kirchenvorsteher in der mehr als 300 Jahre alten Kirche in Schloß Ricklingen zusammenkommen, müsste doch irgendeiner die Antwort wissen. „Als Fußabtreter vielleicht“, tönt es aus der zweiten Bankreihe. „Nein, der ist doch nun mal überhaupt nicht dackelähnlich“, sagt Ursula Wiebe, zückt die Taschenlampe und leuchtet das Deckengemälde von Jesu Geburt im Stall an – und siehe da: Unter der Krippe hat sich ein brauner Dackel breitgemacht.

Stimmung wie beim Klassentreffen

Ein wenig erinnert die Stimmung in der Kirche an ein ausgelassenes Klassentreffen. Es wird gescherzt, gelacht, Erinnerungen werden ausgetauscht und an gemeinsame Erlebnisse gedacht. Alle verbindet die intensive Arbeit für die Kirchengemeinde. Zusammengetrommelt hat die Kirchenvorsteher die 77-jährige Wiebe. Der Anlass: Sie hat nach 38 Jahren ihren Posten als Kirchenvorsteherin aufgegeben – als Dienstälteste. Gerne haben die Eingeladenen den Weg in die Kirchenbänke gefunden, denn jeder weiß und schätzt, was Wiebe für die Gemeinde in Schloß Ricklingen geleistet hat. Mit so viel Anerkennung möchte die Seniorin gar nicht überschüttet werden. „Ich werde mich erst einmal verkrümeln“, sagt sie und lässt erst einmal die Kirche aus den Lautsprechern sprechen und in Gedanken fast vierzig Jahre Kirchenvorstandsarbeit schwelgen.

Einsatz in vielen Bereichen

Ursula Wiebe ist engagiert, hängt es aber niemals an die große Glocke“, sagt Pastorin Susanne Sander. Sie habe viele Bereiche geprägt – von der Kinderarbeit bis zum Frauenkreis. „Sie hatte die Offene Kirche unter ihren Fittichen, mit der Kerzenkirche neue Formate ausprobiert und sich immer an erster Stelle um die Gemeindemitglieder gekümmert“, sagt Sander. Es sei eine große Leistung sich so lange ehrenamtlich zu engagieren. So wirklich auflisten will die bescheidene Schloß Ricklingerin ihre zahlreichen Tätigkeiten nicht. Im Gemeindebrief wirft sie allerdings einen Blick zurück an die Anfänge ihres kirchlichen Engagements und schnell wird deutlich, wie viel sie in der Gemeinde bewegt hat.

„Bald übernahm ich die Kinderarbeit in der Gemeinde, es folgte der Frauenkreis und später der Gesprächskreis Gott und die Welt“, schreibt sie. „Zur Kinderarbeit gehörte der Schlorikitag, den ich ins Leben rief, viele Theateraufführungen und der Martinsgottesdienst.“ Im Laufe der Jahrzehnte sei sie der 324 Jahre alten Kirche immer näher gekommen. „Ich kann nicht nur in ihr Gottes Werk verkünden, sondern auch viele Interessierte führen.“ Jahrelang hat die Schloß Ricklingerin Menschen aller Generationen in die Geheimnisse der Barockkirche eingeweiht. „Sie hat sich sehr intensiv mit der Kirche befasst und gründlich recherchiert“, sagt der ehemalige Kirchenvorsteher Henry Borgeld. „Keiner kennt die Kirche so gut wie sie.“

Hans Müller hat Wiebe zwischen 1979 und 2006 im Kirchenvorstand begleitet. Sie habe immer wieder neue Anstöße gegeben, habe gewusst, wo jemand Hilfe brauchte und immer den Kontakt in die Gemeinde gesucht, sagt er. Müller hofft, dass Wiebe der Kirche auch weiterhin erhalten bleibt. Die Worte der Seniorin im Gemeindebrief lassen hoffen: „Ich habe es gern gemacht und im Kopf tatsächlich immer noch viele Ideen.“

Von Linda Tonn

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