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Nachrichten Gymnasium lockert sein striktes Handyverbot
Umland Garbsen Nachrichten Gymnasium lockert sein striktes Handyverbot
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19:09 24.10.2013
Von Bettina Francke
Im Aufenthaltsraum der Oberstufe sind Handys jetzt in der Mittagspause erlaubt. Die Schülervertreter Leandra Helminski (17, von links), Bennet Schulz und Alina Brauner haben sich dafür starkgemacht. Quelle: Bettina Francke
Garbsen

Schülervertreter hatten sich im Vorfeld dafür starkgemacht, den alten Handy-Passus zu überarbeiten. Bislang galt ein striktes Verbot für das ganze Schulgelände. Wichtigste Neuerung: Der Gebrauch von Mobiltelefonen oder anderen Multimediageräten wie Tablet-PCs und Laptops ist nun in der Mittagspause und in den Freistunden in der Mensa, auf dem Außengelände und im Aufenthaltsraum der Oberstufe gestattet. Allerdings mit Einschränkungen: Jede Art von Aufzeichnung ist tabu und kein anderer darf durch die Nutzung gestört werden. Während des Unterrichts und bei Klassenfahrten gilt weiterhin: Die Handys bleiben ausgeschaltet und in der Tasche - es sei denn ein Lehrer erlaubt es ausdrücklich. Hält sich ein Schüler nicht an die Regeln, wird das Gerät bis zum Ende des Schultages einkassiert.

„Die neue Regelung ist einfach zeitgemäßer“, sagt Schulleiterin Dorothea Vogt. „Ich finde es gut und wichtig, dass Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen damit einverstanden sind.“ Die Schüler hätten sich bei der Diskussion und Mitarbeit an der neuen Handy-Klausel ausgesprochen verantwortungsbewusst gezeigt und dennoch ihre Anliegen selbstbewusst formuliert. Der sichere und rücksichtsvolle Umgang mit internetfähigen Geräten ist regelmäßig Thema im Gymnasium. Nicht zuletzt, weil in der Vergangenheit mehrere Fälle von Cybermobbing die Schule beschäftigt hatten. Die Schüler werden in verschiedenen Präventionsprojekten informiert und sensibilisiert.

Bis zum Ende des Schuljahres gelten die neuen Regelungen auf Probe, dann will das Gymnasium Bilanz ziehen. In der ersten Gesamtkonferenz nach den Sommerferien entscheiden dann Lehrer, Schüler und Eltern endgültig darüber.

Garbsener Schulen regeln Nutzung unterschiedlich

Die Schulen im Garbsener Stadtgebiet haben die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen multimedialen Geräten unterschiedlich geregelt: In der Realschule Berenbostel und in der Caroline-Herschel-Realschule als auch in der Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule ist die Nutzung von Mobiltelefonen beispielsweise generell nicht erlaubt. Ähnlich ist es in der Georg-Elser-Hauptschule geregelt: „Die Geräte sind mit dem Betreten des Schulgeländes abzuschalten und in die Tasche zu stecken“, sagt Schulleiter Axel Dettmer. Das Kepler-Gymnasium reagiert dagegen moderat: Die Handynutzung ist zwar auch während des Unterrichts untersagt, bei Klassenarbeiten müssen sogar alle Geräte beim Lehrer abgegeben werden. Doch in den Pausen und Freistunden dürfen die Schüler ihre Handys überall benutzen. „Wir tolerieren es, auch wenn wir es nicht gerne sehen“, sagt Rektor Dieter Schwandt. Die IGS überarbeitet ihre Handy-Regeln in der nächsten Gesamtkonferenz im November mit dem Ziel, unterschiedliche Lösungen für die Unterstufe und Oberstufe zu finden. Für alle Schulen gilt jedoch gleichermaßen: Sämtliche Arten von Ton, Film und Fotoaufnahmen sind über den gesamten Schultag hinweg untersagt.

Interview

Kompromissbereitschaft verhilft zum Erfolg

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums dürfen jetzt zu bestimmten Zeiten an festgelegten Orten ihre Handys und Multimediageräte auf dem Schulgelände benutzen. Jobst Kruse (16) ist einer der fünf Schülersprecher, die sich dafür bei Lehrern und Eltern stark gemacht haben.

Warum habt Ihr Euch für eine Neuregelung in der Schulordnung ausgesprochen?

Das war laufend Thema in den Schülerratssitzungen. Schüler sind immer wieder mit dem Wunsch an uns herangetreten, ihre Geräte nutzen zu dürfen. Doch die Schülervertretung hatte sich in der Vergangenheit mit diesem Anliegen nur nicht durchsetzen können. Außerdem haben uns die Strafen bei Missachtung gestört, vor allen Dingen im Wiederholungsfall. Denn dann mussten die Eltern das Handy auslösen. Das hatte zur Folge, dass Schüler ihre Geräte oft erst Tage später wieder bekamen, wenn es den Eltern möglich war, zu den Öffnungszeiten in die Schule zu kommen. Das ist aufgrund der Arbeitszeiten für viele Eltern schwierig gewesen.

Was meinst Du: Warum konntet Ihr Euch diesmal durchsetzen?

Wir haben uns lange vorbereitet und auch im Vorfeld überlegt, welche Kompromisse wir eingehen können. Außerdem haben wir uns intensiv mit Lehrern und Eltern zu dem Thema ausgetauscht.

Seid Ihr zufrieden mit der neuen Regelung?

Ja, wir sind zufrieden. Wir hätten uns jedoch gewünscht, dass Oberstufenschüler ihre Multimediageräte auch in den großen Pausen nutzen dürfen. Ursprünglich hatten wir lediglich eine zeitliche Lockerung der Regel angedacht. Auf Wunsch der Lehrer ist die Nutzung zusätzlich auf bestimmte Bereiche beschränkt worden.

Warum ist es für Schüler wichtig, Handys und andere Multimediageräte in der Schule nutzen zu dürfen?

Es ist wichtig, um in den Freistunden mit Laptops an Facharbeiten oder Hausaufgaben arbeiten zu können. Viele Schüler verwalten ihre Termine im Smartphone und wollen Eintragungen vornehmen. Klar wollen Schüler auch einfach nur mal daddeln – zur Unterhaltung und Beschäftigung in den Freistunden.

Bettina Francke

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