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Umland Garbsen Nachrichten Ausstellung zeigt Ursachen des Antisemitismus
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00:16 02.12.2017
Ingrid Wettberg von der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover hält eine Eröffnungsrede. Quelle: Katharina Hemmer
Garbsen-Mitte

Die Wanderausstellung „Von Golgatha nach Auschwitz“ ist im Ratsaal des Rathauses eröffnet worden. Der Ortsverband Garbsen des Humanistischen Verbandes Niedersachsen hat die Ausstellung in die Rathaushalle geholt. Sie beleuchtet den historischen Antisemitismus  der christlichen Religionen im Zusammenhang mit den judenfeindlichen Aussagen von Martin Luther. Bis Freitag, 1. Dezember, haben Besucher die Möglichkeit, sich zu informieren.

In der neuen Ausstellung „Von Golgatha nach Auschwitz“ im Rathaus Garbsen geht es um Antisemitismus der christlichen Religionen. Martin Luther spielt dabei eine große Rolle.

 Zu Gast bei der Eröffung waren die Garbsenerin Ingrid Wettberg, Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover, der Historiker Reinhard Schlotz und Guido Wiesner und Norbert Gehrke vom Humanistischen Verband. Wettberg ging in ihrer Rede auf die gegenwärtige Situation der Juden in Deutschland ein. „Die Reformation war positiv, aber Martin Luther war der Begründer des modernen Antisemitismus. Die Nazis identifizierten sich mit seinen Thesen“.

Antisemitismus nimmt in Deutschland zu

Heutzutage lebten nur noch etwa 90.000 Juden in Deutschland. „Laut einer Umfrage sind 30 Prozent der Deutschen antisemitisch eingestellt. Wir können kein offenes Haus sein und müssen unsere Synagoge immer abschließen. Es ist nicht möglich, Feste ohne Polizeischutz zu feiern“, sagte Wettberg weiter. Ein wichtiger Punkt der Ausstellung seien deswegen die Ursachen des Antisemitismus und seine Auswirkungen bis heute. „Denn Antisemitismus ist in Deutschland immer noch aktuell und nimmt zu“.

Besucher loben differenzierte Sichtweise

Den Besuchern gefiel die Eröffnungsfeier. „Der Vortrag war auf den Punkt gebracht, sehr informativ und interessant“, sagte Silvia Meyer. Und Sandra Häntsch-Marx lobte die differenzierte Sichtweise. „Normalerweise sind alle Ausstellungen über Martin Luther sehr positiv und nicht objektiv. Es war gut, einmal die andere Seite kennenzulernen. Aber es ist auch erschütternd, wie lange der Antisemitismus schon zurückreicht“. 

Von Katharina Hemmer

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