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Umland Garbsen Nachrichten Laserworking heißt jetzt BKB Hannover
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00:42 16.06.2018
Bei der BKB Hannover laufen die Laserschneidmaschinen wieder im Drei-Schicht-Betrieb. Quelle: Markus Holz
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Osterwald

Das 2017 insolvente Unternehmen Laserworking Garbsen, heute eingetragen als BKB Hannover, ist offenbar wieder im leichten Aufwind. 110 Mitarbeiter haben feste Verträge. Es könnten mehr sein, auch mehr Aufträge und mehr Umsatz. Bremse der Entwicklung sind die fehlenden Facharbeiter.

Abstoßen, was nicht gebraucht wird

Das Bild ist typisch für diese Phase: So, wie auf den Latzhosen der Mitarbeiter noch der eingestickte Schriftzug Laserworking steht, steckt noch ganz viel Laserworking in der BKB. Vor allem das so immens wichtige Know-how der Belegschaft. Führungspersonal ist ausgewechselt, Überkapazitäten an Maschinen sind abgebaut, die hintere große Halle für die Edelstahlbearbeitung ist leer geräumt und gekündigt. Geschäftsführer Heinrich Ollendiek hat abgestoßen, was jetzt und in den nächsten Monaten nicht unbedingt gebraucht wird. Bestes Beispiel: Das Rohstoff-Lager. Die Zahl der Lagerplätze ist von 4000 auf 1500 geschrumpft. „Wer Lagerplatz hat, stopft es auch voll, das ist wie mit dem Dachboden oder Keller zuhause“, sagt Ollendiek.

Die Namen b+d Laserworking und Laserworking Garbsen sind Geschichte: Das Unternehmen heißt jetzt BKB Hannover. Quelle: Markus Holz

Ollendiek ist „Firmenarzt“

Der Südhesse begleitet das Unternehmen seit Ende November. Sein Arbeitgeber ist die Deutsche Unternehmensbeteiligungen AG (Dubag) in München. Dubag hatte die insolvente Laserworking Garbsen zum 1. Januar gekauft. Ollendieks Job ist der eines Arztes: Diagnose der Schwachstellen, Therapie der Ursachen, später Entlassung eines möglichst kerngesunden Patienten. Die Dubag wird BKB irgendwann verkaufen, wenn es wieder rentabel arbeitet und ein Käufer Interesse zeigt. „Das kann in vier, sechs oder zehn Jahren sein – wir haben kein Szenario und keinen Druck“, sagt Ollendiek. Hinter der Dubag stehen unter anderem Investment- und Pensionsfonds, die sich über eine stabile Rendite genauso freuen, wie über einen gewinnbringenden Firmenverkauf.

Auszug aus Halle 2 war größte Herausforderung

Die ersten Monaten waren knüppelhart, sagt Ollendiek. Die Mitarbeiter mussten aus zwei Hallen eine machen. Es gab keine hauseigene Lohnbuchhaltung – der vorher beauftragte Dienstleister verweigerte aus Datenschutzgründen die Herausgabe der Personaldaten. Alle alten Laserworking-Aufträge mussten storniert und neu auf die BKB umgeschrieben werden. Es fehlte an Material, weil Lieferanten auf Vorkasse bestanden. „Allein der Auszug aus Halle 2 während der laufenden Produktion hat enorm viel Kraft gekostet“, sagt Ollendiek mit Respekt in der Stimme für die Leistung der Belegschaft.

Auf dem Betriebsgelände lagern noch einige Reste der Einrichtung aus Halle 2 im Hintergrund. Quelle: Markus Holz

Er hat die Betriebsabläufe optimieren lassen und das mittlere Management in einen neuen Bürotrakt in der Produktionshalle gesetzt. Ollendiek verspricht sich davon kurze Wege, schnelle Absprachen und ein besseres Qualitätsmanagement. Der Personalabbau hält sich in Grenzen: BKB ist mit 15 Mitarbeitern weniger gestartet, als zum Ende der Laserworking-Zeit. „Wer über Personalabbau saniert, sollte sich ein anderes Geschäftsfeld suchen“, sagt Ollendiek. Seine Strategie heißt Optimierung.

IG Metall: Klima hat sich geändert

Ollendieks Pfunde im ganzen Genesungsprozess sind sein großer Erfahrungsschatz als Sanierer, seine Gelassenheit ausstrahlende Persönlichkeit und die Bereitschaft der Mitarbeiter, an der Zukunft ihrer Firma mitzuarbeiten. „Viele hier haben beide Insolvenzen durchgemacht und sind stark verunsichert“, sagt Ollendiek. Er gibt ihnen mehr Verantwortung als Vertrauensbeweis. IG-Metall-Sekretär Dennis Olsen bestätigt die Klimaveränderung: „Der Zungenschlag und die Präsenz der Geschäftsführung sind ganz anders geworden.“

Von Markus Holz

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