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In Garbsen fehlen Betreuungsplätze für Kinder

Garbsen In Garbsen fehlen Betreuungsplätze für Kinder

Die Betreuungsplätze in Garbsener Krippen, Kitas und Horten reichen langfristig nicht aus. Durch neue Baugebiete und den Zuzug von Flüchtlingsfamilien steigt die Zahl der Kinder stetig an. Die Kindertagesstättenbedarfsplanung 2018 zeigt auf, wo neue Plätze geschaffen werden müssen.

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Neue Wohngebiete, Zuzug von Familien: In Garbsen wird die Zahl der Kinder ansteigen. Viele Krippen und Kitas stoßen an ihre Grenzen.

Quelle: Benjamin Behrens (Archiv)

Garbsen. Es ist ein sperriges Papier mit einem sperrigen Namen – doch die Botschaft  der 60-seitigen Kindertagesstättenbedarfsplanung 2018 ist eindeutig: In Garbsen fehlen Plätze in Krippen, Kitas und Horten. Wenn die Stadt nicht schnell erweitert und baut, wird sich die Betreuungssituation verschlechtern. Durch neue Baugebiete und den Zuzug von Flüchtlingsfamilien steigt die Kinderzahl an.

Betreuungsquote sinkt stetig

Aktuell stehen in Garbsen für 5.786 Kinder im Alter zwischen null und zehn Jahren 485 Krippenplätze, 1.773 Kindergarten- und 546 Hortplätze zur Verfügung. Steigt die Zahl der Kinder, sinkt die Betreuungsquote – also die Anzahl der Plätze umgerechnet auf die Anzahl der Kinder – stetig. Die Kindertagesstättenbedarfsplanung wirft einen Blick in die Zukunft, schaut auf Entwicklungen in den Stadtteilen und wertet statistische Daten aus. Sie geht davon aus, dass sich die Nachfragen nach Krippenplätzen um die Hälfte erhöhen wird. Außerdem sind in Niedersachsen ab August 2018 die Kita-Plätze kostenlos. „Es ist in der Folge von einer 100-prozentigen Nachfrage an Plätzen auszugehen“, stellt das Papier der Stadt fest. Viele der Zahlen und Berechnungen sind bislang Prognosen – doch die Trends sind klar zu erkennen: Überall fehlen Plätze. Allein durch die neuen Wohngebiete in Garbsen-Mitte, Berenbostel und anderen Stadtteilen würden insgesamt fünf Kindergarten- und 3,5 Krippengruppen fehlen.

In Stelingen macht sich die Unterbringung der Flüchtlingsfamilien in den Unterkünften Am Berge und in der Carl-Zeiss-Straße bemerkbar.  Auch in das Wohnquartier Auf dem Kronsberg in Berenbostel sind verstärkt Familien gezogen. Noch gäbe es vereinzelte Plätze in Krippengruppen, heißt es. Das reiche aber bei Weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Die Stephanus-Kirchengemeinde hat angekündigt, ihr Grundstück neu zu ordnen und eine Kita mit Krippen- und Kindergartenplätzen zu bauen. Das könnte die Situation entspannen. „In Berenbostel sind die vorhandenen Betreuungsplätze erschöpft, die vorhandenen Einrichtungen können nicht mehr erweitert werden“, heißt es in dem Planungspapier. Bei Neubau wie dem Quartier Berenbostel 2020 müssen also Kitaplätze gleich mitbedacht werden. 

Neue Plätze in Planung

Ähnlich angespannt ist auch die Situation in den Stadtteilen Havelse,  Altgarbsen und Auf der Horst – vor allem bei den Krippenplätzen. Neue Plätze sind allerdings in Planung: Die Kita Murmelstein wird neu gebaut und auch in der AWO-Kita in der ehemaligen Förderschule Am Kleegrund können Plätze eingerichtet werden. Zudem wird geprüft, ob durch den Anbau eines Gruppenraums in der Kita Mirahof der Kirchengemeinde St. Raphael zusätzliche Plätze entstehen können. 

In Horst, Frielingen, Meyenfeld und Schloß Ricklingen ist der Bedarf an Krippenplätzen rein rechnerisch derzeit gedeckt. Auch im Bereich der Kindergärten und Horte ist die Lage weitgehend entspannt. Dennoch fordert das Planungspapier die Stadt auf, zu prüfen, ob in der Einrichtung der Kirchengemeinde Horst-Frielingen-Meyenfeld weitere Betreuungsplätze geschaffen werden können. Düster ist auch die Prognose für die Stadtteile Osterwald Oberende und Unterende: Die vorhandenen Krippengruppen können den Bedarf an Plätzen nicht decken. Der Anbau der Kita Hauptstraße 253 und 30 neuen Krippenplätzen sollen helfen, Versorgungsengpässe zu überbrücken. Zudem will die evangelische Kirchengemeinde an ihrer Kita einen Anbau errichten.

Die Kindertagesstättenbedarfsplanung ist am Mittwoch Thema im Sozialausschuss, am 5. März berät der Rat in seiner Sitzung.

Von Linda Tonn

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