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10:15 25.10.2017
Lässt sich beim Neubau des Badeparks Berenbostel Geld einsparen? Architekt Ulrich Zech präsentiert im Geschwister-Scholl-Gymnasium die Ergebnisse. Quelle: Linda TONN
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Berenbostel

Zweimal schien es, als sei Ulrich Zech mit seiner Präsentation in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Berenbostel fast zu Ende, doch dann rückte er mit der überraschensten Nachricht des Abends heraus: "Vielleicht muss für den Badepark auch einfach ein komplett neues Konzept her."

Nachdem der Rat im Februar den Neubau eines neuen Hallen- und Freibads in Berenbostel beschlossen hatte, sollten die Architekten noch einmal Einsparmöglichkeiten erarbeiten. Knapp 19,2 Millionen Euro soll der Neubau zum jetzigen Stand der Planungen kosten. "Wenn ich damit rechne, dass man etwa zweieinhalb Jahre für die Ausschreibung braucht und dann erst anfängt zu bauen, sind wir 2019 schon bei Kosten von etwa 21 Millionen Euro", sagte Zech. Mit dieser Größe müsste man schon jetzt rechnen.

Einsparungen von 1,8 Millionen Euro

Innerhalb seines Plans für den hellen modernen Flachbau mit Sprungturm und einem großzügigen Freibadbereich ließen sich vereinzelte Kosten sparen: Der Aussichtsturm könnte entfallen (- 109.000 Euro), auf das Gründach könne man verzichten (- 68.400 Euro) und auch die Textilsauna könnte gestrichen werden (-50.000 Euro). Viel Geld koste auch die Sanierung der Außenbecken, sagte Zech: "Mit knapp 977.000 Euro, stellt sie einen großen Faktor dar." Zusammengerechnet drückt der Verzicht auf diese Einzelposten den Baupreis um mehr als eine Million Euro.

Auch der Verzicht auf Duschen und WC extra für das Freibad würde Zechs Rechnungen zufolge die Vielfalt des neuen Bades einschränken, den Preis aber drücken. "Schwimmer nutzen sie sowieso nur im Sommer", sagte er. Man könnte auch auf die Sanitäranlagen im Hallenbad ausweichen. Auch der rund 145.000 Euro teure Sprungturm sei ein zusätzlicher Kostenfaktor. Alles in allem kommt der Architekt auf 1,8 Millionen Euro, die der Neubau - ungeachtet von Betriebs- und Folgekosten - weniger kosten könnte.

"Wiegt das Geldsparen den Verlust auf?"

Den hörbar empörten Reaktionen aus dem Publikum hielt Zech entgegen, dass solche drastischen Überlegungen auch ihm "richtig weh" täten. Solche Einsparungen bedeuteten für die Architekten immer zeit- und kostenintensive Umplanungen: "Man muss sich selbst fragen, ob das Geldsparen auch den Verlust aufwiegt."

Neues Konzept: ein Kombibad aus Hallen- und Schwimmbad

Schließlich brachte Zech noch eine weitere Möglichkeit vor: ein komplett neues Konzept für den Badepark. Grund für die Überlegungen sei der Wunsch der Verwaltung gewesen, ein Schwimmerbecken mit sechs Bahnen einzuplanen, so Zech. "Das stellte sich bei meinem bestehenden Konzept als sehr schwierig und teuer heraus."

Kurzerhand hat Zech einen neuen Plan erarbeitet - ein sogenanntes Kombibad, bei dem Hallen- und Freibad dichter aneinanderliegen. Als größte Veränderungen würde die Hallentechnik in den Keller wandern, Umkleiden und Duschen lägen am Parkplatz und das kleinere Therapiebecken befände sich nicht prominent einsehbar mitten im Raum, sondern am Rand des Bades. In diesem sehr kompakten un eher gedrungenen Entwurf hat das Schwimmerbecken sechs Bahnen. Das neue Konzept sei "gnadenlos wirtschaftlich", sagte Zech, koste aber auch mehr als 20 Millionen Euro. "Wenn man aber bedenkt, dass durch die sechste Bahn möglicherweise ein komplettes Schwimmbad in Garbsen entfällt, rechnet sich das schon wieder."

Ein Gewinn für Garbsen

Seine Aufgabe sei es, die Zahlen ohne Wertung vorzurechnen, betonte Zech immer wieder, und konnte sich dann doch eine eigene Einschätzung nicht verkneifen. "Ich arbeite seit 2014 an den Bauplänen und jetzt, nach drei Jahren, habe ich sie noch einmal komplett über den Haufen geworfen. Die Kombination aus Hallen- und Freibad wäre für Garbsen ein großer Gewinn."

Varianten werden geprüft

Weniger euphorisch, dafür kritisch, fielen die Reaktionen aus dem Publikum aus: Ein Bad ohne Sprungturm könne nicht für den Schulsport genutzt werden. Außerdem sei es dann nicht mehr für Jugendliche attraktiv. Und immer wieder richtete sich der Unmut direkt gegen Bürgermeister Grahl. "Wir warten schon so lange auf das Bad", hieß es. "Sie müssen Prioritäten setzen." Er befürworte die sechs Bahnen, einen Sprungturm und auch ein Nichtschwimmerbecken im Außenbereich, sagte Grahl. Dennoch müssten die einzelnen Varianten erst einmal diskutiert werden bevor man zu einer Entscheidung käme.

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