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Umland Garbsen Nachrichten So laufen die Vorbereitungen für die Amazon-Jobs
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00:47 10.03.2018
Auf der Baustelle an der Burgstraße nimmt das Amazon-Sortierzentrum Formen an. Quelle: Linda Tonn
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Garbsen

 Auf der Baustelle an der Burgstraße nimmt das Sortierzentrum des Versandkonzerns Amazon langsam Gestalt an:  Das Fundament ist gegossen, die mehr als zehn Meter hohen Stützen, die Hallen tragen sollen, ragen in den Himmel. Decken werden gezogen, Bagger rollen. Ab Herbst 2018 werden auf dem Gelände 700 Mitarbeiter Pakete sortieren und auf die Lkw der Postdienstleister verladen. Zum Oster- und Weihnachtsgeschäft kommen rund 300 Saisonkräfte dazu, heißt es von Amazon.

An der Burgstraße in Garbsen entsteht auf 148.000 Quadratmetern ein Sortierzentrum für Amazon. Im Oktober 2018 soll das Gebäude fertig sein. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange.

Stellenbesetzung ist eine Herausforderung

Für das Jobcenter und die Agentur für Arbeit ist die große Zahl an neuen Stellen nicht alltäglich: „Bei dieser Menge müssen wir uns gut vorbereiten“, sagt Holger Habenicht, Sprecher der Agentur für Arbeit Hannover. Offiziell beginnt die Hauptrekrutierungszeit erst im Juni. Das gemeinsame Projektteam aus Mitarbeitern von Jobcenter und Arbeitsagentur ist schon jetzt dabei, Datensätze durch zu schauen und geeignete Kandidaten ausfindig zu machen. Die Führungskräfte würden schon konkret gesucht. Es hätten sich sogar schon Arbeitnehmer gemeldet, die bei Amazon anfangen wollen, sagt Habenicht.

Konkrete Stellenprofile und Anforderungen hat der Versandkonzern noch nicht herausgegeben. „Es wurde auch noch nicht näher definiert, wie ein Fünf-Schicht-Betrieb für die Mitarbeiter aussehen wird“, heißt es vom Jobcenter. „Wir orientieren uns derzeit an anderen Amazon-Standorten in Deutschland und schauen, welche Stellen dort zu besetzen waren“, sagt Habenicht.  Einen großen Anteil würden Fachkräfte für Lagerlogistik ausmachen. 

Vorteile für Bewerber aus Garbsen?

Bedeutet der Standort Garbsen auch einen Vorteil für Arbeitskräfte aus dem Stadtgebiet? Die 700 Stellen plus 300 Zusatzkräfte könnten nicht ausschließlich über Fachkräfte der Stadt Garbsen abgedeckt werden, so das Jobcenter Garbsen. „Aus unserer Sicht kommen aus Garbsen grundsätzlich ca. 400 Bewerber aufgrund ihrer Profile in Betracht“, heißt es in einer Antwort in einer Anfrage der SPD-Ratsfraktion. Realistisch könnten aus diesem Pool bis zu 150 Personen eingestellt werden. 

Agentur-Sprecher Habenicht dämpft die Erwartungen: „Eine Bevorzugung von Bewerbern entspräche nicht der Arbeitsweise der Agentur.“ Man werde regionsweit nach Fachkräften suchen und dabei alle Bewerbergruppen berücksichtigen –„auch Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge“.

Bedenken um Verkehr 

Sorge bereiten Politikern und Anwohnern allerdings weniger die 700 Amazon-Mitarbeiter, sondern der zusätzliche Verkehr in Schloß Ricklingen. „Der Radweg zwischen Schloß Ricklingen und Garbsen nördlich der Burgstraße ist meiner Meinung nach einer der am meisten befahrenen Radwege in Garbsen“, sagt Wilhelm Thiele. Wenn täglich hunderte Transporter auf das Amazon-Grundstück fahren und die Radweg kreuzen würden, seien die Radfahrer nicht sicher. 

Auch die SPD-Ratsfraktion hat Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass Lkw aus Richtung Osten und Westen über die A2 kommen und über die Alte Ricklinger- und die Gutenbergstraße das Amazon-Gelände ansteuern. Im Moment geht die Stadt davon aus, dass die Straßen den zusätzlichen Verkehr aufnehmen können, der einst für die Erweiterung von Netrada an der Burgstraße zu Grunde gelegt worden war. 

Deutsche Hypo gibt Kredit für den Bau

Die Deutsche Hypothekenbank finanziert für die Baum Unternehmensgruppe den Bau des Sortierzentrums an der Burgstraße mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Eine konkrete Summe könne man nicht nennen, sagt Sprecher Carsten Dickhut. Nach Informationen dieser Zeitung soll der Bau knapp 50 Millionen Euro kosten. Das Zentrum soll im Oktober 2018 fertig sein. „Die Logistikregion Hannover, die auch die angrenzenden Städte Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter umfasst, ist nach Hamburg der größte Standort in Norddeutschland“, sagte Hypo-Vorstandsmitglied Sabine Barthauer. Das Gebäude werde den Standort bereichern. Die Bank ist der einzige Kreditgeber für die Unternehmensgruppe. ton

Von Linda Tonn

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