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Umland Garbsen Nachrichten Maulwürfe hinterlassen Hügellandschaft
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00:17 06.01.2018
Rund um das Rathaus finden sich zahlreiche Maulwurfshügel. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen

 Sie sind der Schrecken jedes Gartenbesitzers: Maulwürfe. Deren Erdhaufen finden sich derzeit besonders häufig auf den Grünflächen rund um das Rathaus in Garbsen-Mitte, im Stadtpark am Schwarzen See, auf Grünflächen an der IGS, Wiesen in Schloß Ricklingen sowie auf dem Kirchhof in Horst. Verursacher dieser Hügellandschaften sind in der Regel Maulwürfe. Gibt es etwa eine Plage dieser streng geschützten Tiere? Nein, sagt die Stadt Garbsen – alles ein Lauf der Natur.

In Garbsen und einigen Ortsteilen sind derzeit viele Maulwürfe aktiv. Das ist an den Erdhügeln zu erkennen, die die Tiere beim Graben aufschütten.

Gute Bedingungen für die Tiere

In diesem Herbst und Winter gibt es jedoch besonders viele Maulwürfe. Das bestätigt auch der Garbsener Nabu-Vorsitzende Waldemar Wachtel. „Die Temperaturen sind recht warm, daher finden die Maulwürfe genügend Nahrung und sind sehr aktiv“, sagte er. Außerdem vermehrten sie sich dann auch stärker. Ein Weibchen kann vier bis sechs Junge bekommen. Jeder Maulwurf ist auf einer Fläche von rund zwei Kilometern aktiv.

Ganz verhindern kann man die Aufhäufung der Erde nur mit einer Maulwurfssperre wie im Rasen der Ballspielfläche im Stadtteilpark Auf der Horst. Diese hat die Stadt  einbauen lassen. Maulwürfe können dort keine Hügel aufwerfen, weil sie durch das feste Gewebe nicht durchkommen. Dabei handelt es sich um Gitter aus Kunststoff. Als natürliche Vergrämung der Tiere empfiehlt Wachtel einer Brühe aus Holunder, Knoblauch oder Lebensbaum anzusetzen und diese in die Gänge zu gießen.

Maulwürfe sind in der Regel Einzelgänger und halten keinen Winterschlaf. Bei zunehmender Kälte ziehen sich die Tiere in tiefere Erdschichten zurück. „Dadurch und wegen der notwendigen Futtersuche kann es im Spätherbst und im Winter zu einer vermehrten Grabetätigkeit kommen“, teilte Stadtsprecher Ben Irvin mit. Die zeigt sich dann an den Hinterlassenschaften, den Maulwurfshügeln auf den Grünflächen. Auf den Grünflächen am Rathaus und im Stadtpark werden die Hügel beim nächsten Mähen eingeebnet.

Zeichen für aktives Bodenleben

„Das Vorkommen von Maulwürfen kann als Zeichen eines aktiven Bodenlebens gewertet werden“, so Irvin weiter. Durch ihr Graben tragen die Tiere zur Durchmischung der Bodenschichten bei. Das wird als Bioturbation bezeichnet. Dabei verfrachten die mausartigen Tiere Unterbodenmaterial nach oben. Mit ihrem lockernden Einfluss fördern die Maulwürfe die Durchlüftung des Bodens.

Maulwürfe sind, wie alle Insektenfresser, eine besonders geschützte Tierart. Das ist in der Bundesartenschutzverordnung festgehalten. Sie dürfen nicht ohne entsprechende Ausnahmegenehmigung bekämpft werden. Ausnahmen sind bei der Unteren Naturschutzbehörde zu beantragen. „Sie haben aber nur Aussicht auf Erfolg, wenn schwerwiegende Schäden abgewendet werden müssen“, sagte Irvin.

Maulwürfe sind Insektenfresser

Maulwürfe gehören wie Igel, Spitzmäuse und Fledermäuse zu den Insektivoren, also den Insektenfressern – einer Ordnung der Säugetiere. Sie müssen täglich in etwa das eigene Körpergewicht an Nahrung zu sich nehmen. Dazu gehören bevorzugt Würmer, Insektenlarven, Insekten und andere Kleintiere. Maulwürfe haben eine hohe Stoffwechselrate.

In Europa gibt es drei verwandte Arten. Die Tiere sind elf bis 16 Zentimeter lang, wiegen zwischen 47 und 130 Gramm und werden ungefähr vier Jahre alt. Sie kommen in Mittel- bis Osteuropa vor. Das blau-schwarze Fell ist reines Wollhaar ohne Deckhaar. Die Erdgräber verfügen über einen ausgeprägten Tast- und Geruchssinn, können aber schlecht sehen. Ihr Gehör nimmt vor allem niedrig frequente Töne wahr. Sie kommunizieren über Geruchsstoffe aus Drüsen in Fell und Urin sowie über Laute wie Fauchen, Zischen und Zwitschern.

Das Grabensystem besteht aus einer Wohnkammer, Lauf- und Jagdgängen. Beim Graben schiebt sich der Maulwurf wie ein Bohrer drehend vorwärts. Die Brunftzeit beginnt Ende Februar. Das Nest bauen die Weibchen, nach zwei Monaten sind die Jungen flügge und mit zwölf Monaten erwachsen. Die Sterberate im ersten Jahr ist jedoch groß. 

   

Von Anke Lütjens

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