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Garbsenerin erfindet Bingospiel für Senioren

Garbsen Garbsenerin erfindet Bingospiel für Senioren

Es ist still im Gemeinschaftsraum des DRK-Seniorenzentrum Garbsener Schweiz. Konzentriert schauen 13 Bewohner auf ihre Bingovorlagen mit bunten Symbolen. Nur die Stimme von Monika Twachtmann ist laut und deutlich zu hören: "Blauer Stern. Gelber Kreis. Rote Spinne." Das Spiel hat sie selbst erfunden.

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Beim Bingospielen sind die Senioren konzentriert bei der Sache.

Quelle: Lütjens

Altgarbsen. Twachtmann hält große Karten mit den angesagten Motiven hoch. Die Mitspieler suchen sie auf ihren Vorlagen und wenn sie das Symbol haben, decken sie es mit einem runden Chip ab. "Bingo!", ruft Irmgard Brückner bereits zum zweiten Mal an diesem Tag. Sie gewinnt zwei von insgesamt vier Spielrunden. "Bingo ist der Renner in allen drei Wohnbereichen", sagt Twachtmann. Sie leitet den Sozialen Dienst im Haus und bietet das beliebte Spiel zweimal in der Woche an. Das Spiel dazu hat sie selbst entwickelt und entworfen. Im August hat es die Schlütersche Verlagsgesellschaft Hannover als Brettspiel für den Handel herausgebracht.

Es ist ein 3 in 1 Bingo und möglicherweise auch für andere Seniorenheime interessant. Es kann mit der Motivvorlage gespielt werden, aber auch mit einem großen oder zwei kleinen Zahlenfeldern. Zu den Symbolen gehören geometrische Formen, aber auch alltägliche Dinge wie Apfel, Haus, Blume, Herz, Pilz oder Stern. Diese sind nur in den Farben Blau, Rot und Gelb sowie in extra großen Motiv- und Zahlenkarten gehalten. "Einige haben Probleme mit dem Sehen, andere mit dem Hören oder mit kognitiven Fähigkeiten. So haben alle gleiche Chancen", sagt Twachtmann. Es gibt 16 Spielvorlagen und 64 Motivkarten.

Die 60-jährige Frielingerin hat schon einige Bingo-Varianten für Senioren entwickelt: Mit Wörtern, Bildern, mit mehr Farben. "Das normale Bingo war mir zu langweilig. Ich wollte es bunt haben", sagt Twachtmann. Das jüngst herausgebrachte Bingo hat sie am heimischen Computer entwickelt. Die Entwicklung und Produktion hat rund ein Jahr gedauert. Auf die Idee, das Spiel der Schlüterschen Verlagsgesellschaft anzubieten, brachte Twachtmann eine Bewohnerin.

Die Senioren spielen meistens vier Runden. Nach jeder Runde werden die Karten neu gemischt. Wer gewinnt, bekommt von der Frielingerin eine Packung Taschentücher mit schön bedruckten Motiven. "Spielen ist ein perfekter Weg, um Senioren - auch demenzkranke Menschen - aus ihrem Alltag herauszuholen, sie anzuregen und zu fördern", sagt die ausgebildete Pflegefachkraft. Das Organisieren von Veranstaltungen und Angeboten gehört zu ihren Aufgaben als Leiterin des Sozialen Dienstes.

Doch die Kreativität von Monika Twachtmann ist noch nicht erschöpft. Ende des Monats erscheinen - ebenfalls in der Schlüterschen Verlagsgesellschaft - zwei Ausmalbücher für Senioren. Sie enthalten je 40 Malvorlagen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Kurzaktivierungen zu jedem Bild. "Mal sehen. Wenn das gut ankommt, werde ich weitere Spiele und Bücher entwickeln", sagt Twachtmann. 

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Fotostrecke Garbsen: Garbsenerin erfindet Bingospiel für Senioren

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