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Nachrichten Wasserversorger sucht Lösungen gegen Nitrat
Umland Garbsen Nachrichten Wasserversorger sucht Lösungen gegen Nitrat
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00:33 25.03.2018
Geschäftsführer Stephan Schumüller (links) mit Oliver Dördelmann vom IWW auf dem Podium im Schloss Landestrost. Quelle: WVGN
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Neustadt

Der Wasserverband Garbsen-Neustadt (WVGN) forscht weiter nach Möglichkeiten, den erhöhten Nitratwert im Grundwasser aus Hagen zu senken. Am Mittwochabend informierten zwei Fachleute öffentlich im Schloss Landestrost über denkbare Lösungen. 35 Zuhörer aus der Verbraucherschaft, Politik, Bürgerinitiativen und Behörden folgten der Einladung.  

Zum Hintergrund: Der Nitratwert des Hagener Wassers liegt bei 39 Milligramm pro Liter. Der EU-weit gesetzliche Grenzwert heißt 50 Milligramm. Unklar ist für den WVGN noch, wie sich die Werte in den nächsten Jahren entwickeln. Das Wasser braucht etwa 30 Jahre von der Oberfläche bis zum Trinkwasserspeicher. Die umfangreichen Untersuchungen haben eher vorsorglichen Charakter, während die Bürgerinitiative den aktuellen Nitratwert gesenkt sehen will.

Höhere Qualität kostet mehr Geld

Ein denkbares Verfahren ist, dem Wasser biologisch, mechanisch oder chemisch Nitrat zu entziehen. Oliver Dördelmann vom Institut für Wasserforschung aus Mühlheim informierte über Methoden, ohne eine Empfehlung auszusprechen. Es gebe nicht per se „das beste Verfahren“, sagte Dördelmann. Entscheidend seien die lokalen Verhältnisse. Er hat bis Herbst die Aufgabe, die passende Anlage für Hagen zu finden. Wer sich als Versorger für ein solches Verfahren entscheide, müsse mit zusätzlichen Kosten von 20 Cent bis 1,10 Euro pro Kubikmeter rechnen. Dördelmann hält den gesetzlichen Grenzwert für belastbar und zuverlässig. Er erlaube jedem Verbraucher unbedenklichen Genuss. 

Hagen- und Harzwasser mischen 

Eine zweite Möglichkeit für den WVGN ist, Wasser aus unterschiedlichen Fördergebieten zu mischen. Ob das für Hagen funktionieren würde, sagte Sebastian Hesse vom Technologiezentrum Wasser aus Karlsruhe nicht. Für den nördlichen Bereich der WVGN-Gebietes fordert die Bürgerinitiative, Hagen- mit Harzwasser zu mischen. Der nächst gelegene Übergabepunkt wäre Schneeren. Der Verband lässt jetzt bis Herbst untersuchen, wie sich die beiden Wässer zueinander verhalten und zu welchen Konditionen die Harzwasserwerke ihren Rohstoff ins WVGN-Netz einspeisen würden. Bis Herbst soll außerdem ein Bodengutachten zeigen, wie sich die Wasserqualität künftig entwickeln wird. Der Aufwand, den der Verband betreibt, ist enorm. „Wir können jetzt sehr viel falsch machen, wenn wir nicht alle Aspekte betrachten“, sagt WVGN-Finanzchef Sebastian Kratz. 

Wichtig ist der Faktor Landwirtschaft

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Landwirtschaft. Mitglieder der Kooperation von Landwirten im Wassergewinnungsgebiet Hagen informieren darüber am 16. Mai im Schloss Landestrost. Am 1. Juni folgt eine Feldrundfahrt, am 3. Juni der Tag der offenen Tür im Wasserwerk Hagen. Im Herbst will WVGN-Geschäftsführer Stephan Schumüller alle Ergebnisse auf den Tisch der Verbandsmitglieder legen.

Von Markus Holz

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