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18:16 01.11.2015
Eine besondere Attraktion: Seiltänzerin Louisa Wruck aus Toulouse. Sie macht einen Spagat auf dem Drahtseil. Quelle: Flicke
Garbsen-Mitte

Ein Spagat auf dem Seil vorführen, mit Vertikaltüchern in der Luft schweben, auf dem Einrad in Gruppen Figuren fahren oder beim Stage Fighting einen realistisch wirkenden Kampf simulieren - als sich am Sonnabend die Turnhalle der IGS in eine Manege für Artisten verwandelt, wird schnell klar: Hier ist Vertrauen gefragt. Vertrauen in sich selbst, aber auch in den Partner.

Bereits seit den Neunzigerjahren ist die Schüler-Zirkus-Convention einer der wichtigsten Termine im Jahr für den Artistennachwuchs. In diesem Jahr war sie zum ersten Mal in Garbsen, ausgerichtet vom Garbsener Kinder- und Jugendvarieté Träumer, Tänzer und Artisten im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft Zirkus Niedersachsen/Bremen. 120 junge Artisten sind gekommen. In 13 Kursen zeigen sie ihr Können, bekommen von Profis solide Tipps. Seiltänzerin Louisa Wruck ist aus Toulouse angereist. Sie erklärt den zukünftigen Tänzern, wie das Gleichgewicht auf dem schmalen Seil ausgeglichen werden kann. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellt. „Normalerweise haben wir dazu einen kleinen Fächer“, sagt Kerstin Dolejsch.

Parallel dazu geht es für die 14-jährige Jelka mit einem Vertikaltuch in die Luft. Unauffällig wird das Tuch in der Luft um die Hüfte geschwungen und verknotet, um elegant in die Pose zu gelangen. Schmerzen und die hohe körperliche Anstrengung werden stets weggelächelt. „Man muss immer elegant wirken“, sagt Jelka. Dies sei manchmal sehr schwer.

Weniger grazil geht es beim Stage Fighting zu. Schreie ertönen aus der Halle. Mit viel Kraft holt Fatima Albo Hussein aus, zielt mit der Faust auf ihren Partner Slava Frost, der mit einem Überschlag zu Boden geht. Trotz des krassen Eindrucks, den er hinterlässt, ist der Kampf simuliert. „Man muss sich vorstellen, dass der Partner einen zweiten Kopf hat, auf den zielt man“, sagt Fatima Albo Hussein. Die Künstler verletzen sich natürlich nicht gegenseitig. Vielmehr ist schauspielerisches und artistisches Talent gefragt. „Wir müssen uns gegenseitig vertrauen, dass wir uns nicht verletzen“, sagt sie.

Holger Leister, Vorsitzender des Vereins Tänzer, Träumer und Artisten, sagte: „Das Tolle am Zirkus ist, dass die Disziplinen so vielseitig sind. Es ist für jeden etwas dabei.“ Und das bestätigt sich: Von Streetdance bis hin zu Jonglieren, über Hoop Dance mit Hula-Hoop-Reifen und Akrobatik sind alle Disziplinen abgedeckt. Die Ergebnisse zeigten die Künstler am Abend bei einer Gala-Show.

von Carmen Flicke

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