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Nachrichten Sie müssen trotz Kälte draußen arbeiten
Umland Garbsen Nachrichten Sie müssen trotz Kälte draußen arbeiten
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00:45 03.03.2018
So trotzen die Garbsener der Kälte. Quelle: Jutta Grätz/Gerko Naumann
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Garbsen

 Zweistellige Minusgrade, starker Wind und Neuschnee: Der Winter zeigt sich zum Abschluss nochmals mit voller Wucht.  Wetterhoch „Hartmut“ beschert auch Garbsen nachts vereiste und rutschige Straßen und Gehwege.

Servicebetriebe: Früh aufstehen, warm anziehen

Zum Glück gibt es die Mitarbeiter der Servicebetriebe, die sich auch bei Nacht und Kälte zuverlässig um den Winterdienst kümmern. Um 2 Uhr nachts muss der erste Notdienst-Mitarbeiter raus, etwa eine Stunde später ein Team von 26 Helfern. „Wir räumen und streuen an Bushaltestellen, Ampeln und Überwegen und kümmern uns danach um etwa 300 Kilometer Straßen“, sagt Andreas Fröhlich, Sachgebietsleiter für den Straßenbau.

Lange Unterhose beim Schnee räumen und heißes Wasser gegen zugefrorene Leitungen: So begegnen die Menschen in Garbsen der Kälte.

Allerdings sind bei den aktuellen Temperaturen auch die Mittel der Experten begrenzt. „Ab minus 8 Grad hat selbst Salz keine Auftauwirkung mehr“, erklärt Fröhlich. Danach hilft nur noch sogenannte Feuchtsohle, in die Magnesiumchlorid gemischt wird. Und wie helfen sich die Mitarbeiter selbst gegen die Kälte? „Wir sind das gewohnt und ziehen uns halt warm an“, sagt Fröhlich. Das heißt: Mehrere Schichten, warme Mützen und vor allem lange Unterhosen. Am besten hilft aber die Arbeit an sich, ergänzt Fröhlichs Kollege Torsten Höhn: „Wer eine ganze Bushaltestelle von Hand geräumt hat, dem wird schon warm.“

Auf der Baustelle ruht die Arbeit teils

Deutlich eingeschränkt ist durch den Wintereinbruch derzeit der Betrieb auf der Baustelle für den Maschinenbau-Campus. Das sei vor allem für die Betriebe ärgerlich, die ihre Arbeit unterbrechen müssen – etwa Dachdecker wegen der vereisten Dächer. Sie müssen untätig auf wärmere Temperaturen warten, sagt Bauleiter Julian von Frisch. Solche Einschränkungen haben die Verantwortlichen aber natürlich eingeplant: „Wir sind ja für vieles verantwortlich, aber nicht für das Wetter.“

Am Zeitplan für die Fertigstellung des Universitätsgebäudes ändert sich dadurch ohnehin nichts. „Im Moment tut die Kälte uns schon weh, aber das ist nichts, was wir nicht aufholen können“, sagt von Frisch.

Wetter ist Fluch und Segen für die Landwirte

Für die Landwirte ist das stramme Winterwetter ebenfalls Routine. „Auf den Felder herrscht noch Vegetationsruhe“, sagt Hartmut Uelschen, Landwirt aus Stelingen. Auch Rehe und Hasen seien auf die knackigen Temperaturen eingestellt und fänden noch genug Futter.  Den Tieren gefalle die Kälte sogar. „Unsere Pferde genießen die trockene Kälte dagegen und auch die Kühe haben die Gelegenheit, sich auf einem Strohbett zu sonnen“, sagt Uelschen.

Probleme machen dem Landwirt aber seit dem Wochenende eingefrorene Wasserleitungen: „Wir hatten einen Stromausfall und unsere Tränken in den Ställen sind eingefroren.“  Zurzeit tränken Uelschen per Hand – mit warmem Wasser in Gießkannen. Das gleiche Problem kennt auch Landwirt Jan-Henning Rathe aus Osterwald Oberende. Er kann den kalten Temperaturen – und dem damit gefrorenen Boden aber auch etwas Positives abgewinnen. „Jetzt kann ich mit dem Trecker auf die Felder fahren, ohne Flurschaden anzurichten“, sagt er. Auf diese Weise könne er problemlos Dünger verteilen, der den Pflanzen später zur Verfügung steht.

Vögel feiern „Party“ an Wassertränke

Futterprobleme gibt es für die heimischen Vögel derzeit noch nicht. „Die Vögel kennen die eingerichteten Futterstellen genau“, sagt Dagmar Strube vom Garbsener Nabu-Team. Im Stadtgebiet hängen zudem 400 Futterglocken, die sie mit Garbsener Schülern gebastelt hat. Gefragt sei wegen des gefrorenen Bodens derzeit frisches und sauberes Wasser. „An unserer Wassertränke ist täglich Party“, sagt Strube.

Von Jutta Grätz und Gerko Naumann

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