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Umland Garbsen Nachrichten So bereiten sich die Garbsener auf Ostern vor
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00:30 02.04.2018
Bärbel Smarsli aus der katholischen Kirchengemeinde hält das wichtigste christliche Symbol der Osterzeit in ihren Händen: die Osterkerze.  Quelle: Ann-Christin Weber
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Garbsen

 „Ostern fällt nicht vom Himmel. Ostern ist ein Weg“, sagt Bärbel Smarsli, Gemeinde-Referentin der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael. Wirft man einen Blick in die Supermärkte, scheint dieser ursprünglich christliche Osterweg schon nach Weihnachten mit Schokohasen und bunten Eiern in den Regalen zu beginnen. Doch ist das der Weg, den Smarsli meint? Nein, Ostern hat für Menschen christlichen Glaubens eine tiefere Bedeutung als nur Dekoration und Schokolade.

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So bereiten sich die Menschen in Garbsen auf Ostern vor.

Das Osterfest soll die Christen laut Smarsli ursprünglich daran erinnern, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. „Die Auferstehung Jesu am Ostersonntag ist ein Zeichen dafür, dass der Tod seine Kraft verloren hat und jeder Mensch die Hoffnung auf Leben hat, egal wie schlecht die Zeiten sind“, sagt Smarsli.

Der lange Weg zum Ostersonntag

40 Tage vor Ostern beginnt für die Christen der „Osterweg“ am Aschermittwoch mit der Fastenzeit. In dieser Zeit gibt es nach Smarsli in der katholischen Kirche keinen Altarschmuck. Das Kreuz Jesu werde mit einem violetten Tuch, der Farbe der Umkehr, verhüllt. Sieben Tage vor Ostersonntag lässt der Palmsonntag die wichtige Karwoche beginnen. Darauf folgen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsonnabend. Letzterer beendet die Fastenzeit und die Kirche wird auf den Ostergottesdienst vorbereitet.

In der Nacht zum Ostersonntag wird die Osterkerze, das wohl wichtigste Zeichen des Osterfestes, in die Kirche getragen und bekommt die fünf Wachsnägel. Jeder Nagel stellt ein Wundmal Jesu dar. Die Osterkerze wird das ganze nächste Jahr alle bedeutenden Kerzen wie Taufkerze, Kommunionskerze oder Brautkerze entzünden. Bärbel Smarsli entwickelt vor jedem Osterfest ein neues Motiv für die Kerze und bastelt gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern in stundenlanger Präzisionsarbeit eine Kerze für jeden Kirchenstandort in Garbsen. Das Motiv ist für jede Kerze das Gleiche: „Dieses Jahr bildet die Kerze ganz viele Menschen in vielen bunten Farben ab. Die Kerze soll zeigen, dass nur wenn wir in unserer Vielfalt zusammenleben, Ostern ist.“

Ostertraditionen sind christlicher als man denkt

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Symbole und Bräuche entwickelt, die für viele nicht mehr wegzudenken sind. Kinder bemalen Eier, behutsam werden Osterhasen aufgestellt und am Karsonnabend geht die Familie zum gemütlichen Osterfeuer. Obwohl der Gedanke nicht fern liegt, dass all das mit dem Christentum nichts zu tun hat, beweist Bärbel Smarsli das Gegenteil. Der Osterhase stehe im Christentum ursprünglich für die Dreifaltigkeit des Glaubens. „Legt man geschickt die Ohren von drei Hasen einander, ergibt das ein Dreieck“, sagt Smarsli. Die Ecken stehen für den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. Der Hase als erstes Tier im Frühling, wurde dann für das Osterfest umgedeutet.

Das traditionelle Osterei hingegen ist ein Urzeichen für das Leben und das lodernde Osterfeuer spielt eine große Rolle für die Osterkerze. Das Feuer werde im christlichen Gebrauch als die Kraft Gottes gedeutet, die durch das Entzünden der Osterkerze am kirchlichen Osterfeuer Jesus auferstehen lässt. 

Trotz dieser einheitlichen Symbole bedeutet Ostern für jeden heutzutage etwas anderes. Dementsprechend bereiten sich auch Menschen und Geschäfte in Garbsen unterschiedlich auf das Fest vor. Wir zeigen weitere Perspektiven:

Gebackene Ostermotive 

In den kleinen niedlichen Hasen aus Mürbeteig mit den braunen Nougatohren möchte man fast gar nicht reinbeißen, um das kleine Kunstwerk nicht zu zerstören. Seit Dienstag werden in der Bäckerei Langrehr in Garbsen-Mitte Mürbeteighasen, Osternester und Osterstuten angeboten. „Bei Familien geht schon einmal ein halbes Dutzend Hasen über die Theke“, sagt Claudia Wieckhorst aus der Bäckerei. Besonders der Osterstuten mit Rosinen, Mandeln und Pflaumen werde Tage vor Ostern für das Osterfrühstück von den Kunden der Bäckerei eingekauft und dann jeden Morgen neu aus der Backstube in die Filiale geliefert.  

Dela (9) gestaltet ihre eigene Osterkerze im Pfarrhaus in St. Maria Regina ganz farbenfroh. Quelle: Ann-Christin Weber

Kinder basteln ihre eigene Osterkerze

„An Ostern leuchtet die Kerze, weil Jesus auferstanden ist“, sagt die neunjährige Dela. Gemeinsam mit vielen anderen Kindern bastelt sie ihre eigene Osterkerze in der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Regina. Dela beklebt ihre Kerze mit zwei Kreuzen, vielen bunten Punkten und einem grünen Osterbusch mit kleinen Ostereiern. Gemeinde-Referentin Bärbel Smarsli erklärt den Kindern vorab den Weg Jesu von Palmsonntag bis zur Auferstehung Jesus Christus am Ostersonntag. Viele der Kinder haben ihre Geschwister oder Eltern beim Basteln mit dabei. „An Ostern ist die Zeit mit der Familie und Verwandten sehr wichtig. Am Ostersonntag sollte man zum Beispiel etwas tun, was jedem in der Familie Spaß macht und Wünsche erfüllen“, sagt Smarsli.

Das Basteln der Osterkerzen ist Teil vieler Aktionen, Gottesdienste und heiliger Messen der gesamten katholischen Kirchengemeinde St. Raphael, die die Menschen in der Karwoche an das Osterfest und seine Bedeutung heranführen sollen. Die Kerzen können die Kinder dann in der Osternacht am Sonnabend mit in die Kirche bringen. In der abgedunkelten Kirche werden sie dann von der großen Osterkerze der Gemeinde entzündet. Die Kirche wird so von den Lichtern der Kerzen erleuchtet und am Ende kann das Licht der Osternacht gemeinsam mit der Kerze symbolisch mit nach Hause genommen werden.  

Entspannte Ostersträuße

Osterglocken, Tulpen, Vergissmeinnicht und Margeriten: In der Osterzeit rücken besonders die zarten Blumen in den Vordergrund. Seit zwei Wochen gehen bei Aleksandra Helminski in ihrem Blumengeschäft AlexSandra die Osteraufträge ein. Anders als in den letzten Jahren verlangen die Kunden viel rosa und bunte Farben, die das traditionelle Ostergelb verdrängen. „Heutzutage werden die Sträuße auch nicht mehr kompakt und starr gebunden. Die Blumen liegen locker in der Vase“, sagt Helminski. Die Floristin setzt besonders auf natürliche Dekomaterialen wie Heu, Zweige und Eier, damit jeder Strauß wie ein kleines Osternest aussieht. Sie rät dazu die Zweige nach den Feiertagen nicht wegzuschmeißen. Diese bekämen Blüten und eignen sich noch für weitere Sträuße, die das Frühlingsgefühl weiterleben lassen. 

Im Felix gibt es Lamm mal anders

Erdem Gül, Besitzer des Restaurants Felix in Garbsen-Mitte, vertraut für sein Ostermenü auf das traditionelle Osterlamm. Damit das aus Neuseeland importierte Fleisch für seine Gäste nicht zu eintönig wird, hat er sich Wochen vor Ostern eine Variation überlegt. „Lammrücken in Kräuterkruste und geschmortes von der Lammkeule sollen unseren Gästen die Abwechslung bieten, die es nicht immer an Ostern gibt“, sagt Gül. Für den optimalen Lammgenuss empfiehlt Gül auch für Zuhause einen guten Rotwein aus Spanien. Im zweiten Ostermenü wird es im Hauptgang Kabeljau geben. 

Im Felix beginnt Ostern mit dem großen Kochen am Karfreitag. Jeden Tag wird dann mittags und abends das Ostermenü zubereitet. Für andere Geschmäcker gibt es aber auch die herkömmliche Karte. Am Ostersonntag erwartet Gül zum bereits ausverkauften Osterbrunch 160 Personen. Für jeden Gast wird es kleine Osterüberraschungen geben und auch über die Dekoration verrät Gül noch nicht viel. Violette Tulpen, die auf Ostern einstimmen, finden sich aber schon seit einigen Tagen auf den Tischen des Restaurants. 

Die Arbeit hinter dem Meyenfelder Osterfeuer

Die Osterfeuer in Garbsen locken jedes Jahr Hunderte Menschen an Karsonnabend in die Ortsteile. Hinter den beliebten Osterfeuern wie dem in Meyenfeld, mit knackigen Bratwürsten und guter Osterstimmung, stecken aber tagelange Vorbereitungen vieler Ehrenamtlicher der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugend- sowie Kinderfeuerwehr. Bereits vor Monaten wurden die Anträge für das Osterfeuer bei der Stadt eingereicht, damit die traditionelle Veranstaltung zumindest bürokratisch in trockenen Tüchern liegt. Die Mitglieder der Feuerwehr haben ihr Holz in der vergangenen Woche schon auf der Oberheus Wiese verteilt.Später kam dann das Holz der Dorfbewohner dazu.

Dabei wird genau darauf geachtet, was letztendlich im Feuer landet. „Es sind nur noch Stücke bis zehn Zentimeter zugelassen, damit das Feuer auch irgendwann runterbrennt“, sagt Thorsten Bienert, stellvertretender Ortsbrandmeister in Meyenfeld. Früher wurde das Holz Wochen vorher gesammelt. Doch mittlerweile darf der Holzhaufen aus Naturschutzgründen nicht länger als ein Tag liegen, sonst müsse der Stapel mit großem Aufwand umgestapelt werden. Während der Veranstaltung wird dann schichtweise gearbeitet, damit jeder von der Feuerwehr die Festivität auch einmal genießen kann. Doch für einige der Feuerwehrmitglieder heißt es dauerhaft wachsam sein. Im Fall eines Einsatzes müssen sie das Fest verlassen. Nach den Feiertagen wird dann mehrere Stunden lang gemeinsam aufgeräumt. 

Für den Sonnabend empfehlen die Brandmeister für alle Osterfeuergänger Gummistiefel, warme Socken und alte Kleidung, damit die gute Stimmung auch garantiert bleibt. Von privaten Osterfeuern im Garten raten die beiden Feuerwehrmänner jedoch ab. „Nur mit einem Feuerkorb oder einer Feuerschale ist ein Feuer sicher“,  sagt Bernd Cohrdes, Ortsbrandmeister Meyenfeld. 

Das perfekte Osterei in der Kita St. Raphael

Für die Kinder der katholischen Kita St. Raphael gehen die Ostervorbereitungen schon eine Woche vor Ostern los. Jeden Tag gestalten die Kita-Gruppen ihre eigenen Ostereier, um damit gemeinsam mit der Familie das Zuhause zu schmücken. Entgegen der Tradition werden in der Kita auf der Horst allerdings aus hygienischen Gründen Eier aus Plastik bemalt. Die große Sauerei nach dem Auspusten bleibt somit aus. Jedes Kind malt sein Ei allein an, da sich der junge Künstler laut Erzieherin Monika Groß so besser entfalten könne. „Ostereier müssen glitzern und bunt sein“, sagt der vierjährige Max, während er sein Osterei bemalt. Diesen Vorstellungen vom perfekten Osterei können die anderen Kita-Kinder nur zustimmen. Bei der Ostereisuche am Sonntag wird Max jedoch nicht nach allen Eier Ausschau halten: „Ich werde rote Eier suchen. Rot wie Spiderman.“ 

Von Ann-Christin Weber

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