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Umland Garbsen Nachrichten Freiwilligenjahr in Hérouville - wer will?
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00:16 03.06.2017
Von Markus Holz
Jugendliche aus beiden Städten erkunden einen der Normandiestrände bei Hérouville-St.-Clair. Quelle: privat
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Garbsen/Hérouville-St.-Clair

Der Anstoß zum Austausch kam aus Hérouville. Am 1. September wird ein junger Franzose seinen Freiwilligendienst in Garbsen antreten – zeitgleich zieht ein Garbsener zum Arbeiten nach Hérouville-St.-Clair. Die Ausschreibungen laufen.

Die Bürgermeister beider Städte sehen es als Herausforderung für die Zukunft an, junge Menschen für die Städtepartnerschaft zu begeistern und weitere Begegnungen zu ermöglichen. Garbsen und Hérouville wollen dafür eine neue Möglichkeit schaffen. "Auf Anregung unserer französischen Freunde werden wir jungen Menschen die Gelegenheit geben, die jeweilige Partnerstadt ein Jahr lang kennenzulernen", schreibt Bürgermeister Christian Grahl.

Botschafter gesucht

Garbsen und Hérouville-St.-Clair organisieren den  gegenseitigen Austausch von jungen Erwachsenen im Freiwilligendienst. Ab 
1. September wird einem jungen Garbsener die Gelegenheit gegeben, ein Jahr lang Auslandserfahrung in der Normandie zu sammeln. Einsatzmöglichkeiten gibt es in den Bereichen Jugend, bürgerschaftliches Engagement, Kultur und Sport. Das Angebot richtet sich an 
18- bis 25-Jährige. Die Arbeitszeit beträgt 
35 Wochenstunden, Einsätze abends und am Wochenende sind möglich. Die Freiwilligen erhalten eine Vergütung von 580 Euro im Monat. Interessierte senden ihre Bewerbung auf deutsch und französisch bis zum 1. Juli per E-Mail an 
international@
herouville.net oder an Uwe Witte, E-Mail uwe.
witte@garbsen.de.

Dass die beiden Städte mit dieser Idee den Vorstellungen junger Menschen entsprechen, zeigen dieser Tage Garbsener Jugendliche, die von ihrem Besuch in Hérouville begeistert sind. "Sie wollen ihren Besuch unbedingt wiederholen und überlegen, welche Impulse sie für die Partnerschaft setzen können", schreibt Schulsozialarbeiterin Sandra Weipert, die die Gruppe begleitete. Ob bei einer Rallye durch Hérouville, dem Besuch der Normandiestrände, an denen im Zweiten Weltkrieg die Alliierten gelandet waren, oder beim Stadtfest Fête des communautés – der Besuch in Frankreich bot viele Gelegenheiten zum Austausch und Feiern in der französischen Stadt, in der Menschen aus rund 70 Nationen leben. Der neue Austausch hat eine mehr als 50-jährige Vorgeschichte.

Partner seit 1966

Paris, 22. Januar 1963: Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichnen in Paris den Elysée-Vertrag. Ihre Umarmung im Anschluss wird zum historischen Symbol für die deutsch-französischen Beziehungen. Drei Jahre später, am 28. Dezember 1966, signieren der damalige Bürgermeister von Havelse, Ekkehard Wagler, und André Vermeulen als Bürgermeister der Stadt Hérouville-St.-Clair einen Partnerschaftsvertrag. In den vergangenen Tagen war eine mehr als 30-köpfige Delegation von der Leine in die Stadt nahe Caen gereist – darunter die Jugendlichen, Vertreter aus Politik, Verwaltung und Städtepartnerschaftsverein sowie das Salon-Orchester.

"Ob in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder Kultur: Mit kaum einem Land in Europa sind wir Deutschen so freundschaftlich verbunden", sagte Garbsens Bürgermeister Christian Grahl beim Festakt im Rathaus von Hérouville. Die Geschichte der Freundschaft werde nicht nur von Staatsmännern geschrieben, sie lebe von der Begegnung der Bürger. "Es muss nicht immer die große Politik sein, wenn es um internationale Beziehungen geht. Städte können Motor der europäischen Einigung, vor allem aber der unmittelbaren Zusammenarbeit werden", so Grahl.

Gemeinsam für Afrika

1986 haben die Partnerstädte gemeinsam eine internationale Hilfsaktion angeschoben: Hérouville unterstützte damals die senegalesische Region Agnam, aus der viele Migranten in Hérouville stammen. Der Stadt Garbsen war, wie allen deutschen Städten damals, entwicklungspolitische Arbeit untersagt. Das war Bundessache. Trotzdem wollte man helfen, gründete den Verein "Wasser für Agnam" und unterstützt seitdem zusammen mit Garbsener Schulen das Engagement Hérouvilles im Senegal. "Ob Wasserversorgung, Schulbauten oder aktuell die Einrichtung von Biogasanlagen: Das Projekt ist ein Erfolgsmodell. Was Menschen aus beiden Städten in Agnam ermöglicht haben, ist bemerkenswert", konstatiert Grahl.

Er und sein Amtskollege Rodolphe Thoma bekräftigten die Partnerschaft mit einer Erneuerung der Gründungsurkunde. Für einen besonders emotionalen Moment sorgte das Konzert mit Musikensembles aus beiden Städten. Das Conservatoire d’Hérouville und das Garbsener Salon-Orchester ließen unter anderem Jacques Offenbachs "Orpheus" sowie "C’est magnifique" von Cole Porter erklingen. Eine französische Delegation kommt vom 15. bis 19. Juni zum Besuch an die Leine.

Fotostrecke Garbsen: Freiwilligenjahr in Hérouville - wer will?

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