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00:15 01.11.2017
Kahl: Die Allee an der Graf-Stauffenberg-Straße ist vom Sturm gefällt. Was der Wind nicht geschafft hat, haben Kettensägen vollendet. Quelle: Markus Holz
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Garbsen-Mitte

 Wer sich noch an die Allee an der Graf-Stauffenberg-Straße in Garbsen-Mitte erinnert, für den dürfte der Anblick traurig sein. Der Grünzug ist kahl. Wo einst stattliche Robinien und andere Bäume standen, ist der Blick in die Straße und gen Himmel frei. Mieter können sich plötzlich gegenseitig in die Fenster sehen. Die Allee war mehr als 20 Jahre alt.

Rund 15 Bäume säumten die gepflasterte Straße, bis der Herbststurm Xavier am 5. Oktober durch die Schlucht zwischen den bis zu fünfstöckigen Häusern fegte und etwa neun Bäume umriss. Verletzt wurde niemand, aber geparkte Fahrzeuge wurden beschädigt. Knapp eine Woche danach stand kein einziger Baum mehr. „Die waren doch nicht alle vom Wind umgeweht; wer hat die fällen lassen?“, fragt ein Anlieger. Die Antwort heißt: Die Stadt Garbsen. Ihr gehören die Bäume.

In der Graf-Stauffenberg-Straße war der Schaden besonders groß, schreibt Stadtsprecher Benjamin Irvin. „Ein Teil der Bäume war umgeworfen oder hatte so starke Kronenausbrüche, dass die Pflanzen sofort entfernt werden mussten.“ Die verbliebenen Bäume hat die Stadt vorsorglich von Baumpflegern einer externen Firma und des Grünflächenamtes untersucht. „Eine Zug- und Druckprobe hat ergeben, dass an allen verbliebenen Bäumen Wurzeln abgerissen sind“, schreibt Irvin.  Das sei für Laien nicht sichtbar gewesen. 

Für die Untersuchung wird ein Seil um den Stamm gelegt. Während ein Greifzug das Seil zieht, misst ein Dynamometer im Zugseil die Kraft, mit der der Baum an bestimmten Messpunkten gezogen wird. Der Neigungswert wird über ein Computerprogramm für das Verhalten des Baumes im Orkan hochgerechnet. Untersuchungen haben gezeigt, dass alle Bäume bei etwa 2,5 Grad Neigung zu kippen beginnen. Den Test hatten die etwa sechs verbleibenen Bäume der Allee nicht bestanden. „Verkehrssicherheit hat Vorrang“, schreibt die Stadt, „darum mussten auch diese Bäume entfernt werden.“

Eine Bilanz über die Schäden nach dem ersten Oktobersturm hat die Stadt noch nicht. Nach Tief Herwart an diesem Wochenende dürfte die Liste noch länger werden. „Es sind große Schäden am Baumbestand, so viel können wir sagen“, schreibt Irvin. Die Bäume stehen nicht umsonst im Stadtgebiet. Im Stadtpark gehören sie zum ökologischen Bestand. An Straßen sind sie Teil des Stadtbildes. In einigen Siedlungen und auf Gewerbeflächen sind Bäume auch als okölogischer Ausgleich vorgeschrieben gewesen. Werden sie ersetzt?

Im Prinzip ja, schreibt die Stadt. Es komme darauf an wo. Bei Straßenbäumen wie an der Graf-Stauffenberg-Straße wird geprüft, ob Bäume an diesem Standort überhaupt ersetzt werden können. An manchen Standorten lassen Leitungen von Ver- und Entsorgern keine Neupflanzung zu. „Die Stadt hat aber ein großes Interesse daran, ihr grünes Stadtbild wiederherzustellen. Das gilt besonders dort, wo in einem Straßenzug mehrere Bäume betroffen sind.“

Für dieses Jahr hat die Stadt ihre Baumbestellungen schon abgeschlossen. Wann sie die vielen durch Xavier gefallenen Bäume ersetzt, kann sie derzeit nicht sagen. Die Arbeiten müssen katalogisiert und ausgeschrieben werden. Danach steht fest, wie viel Geld die Stadt aufbringen müsste. Versichert sind die Bäume übrigens nicht. Ab Windstärke acht gilt höhere Gewalt. Die Stadt zahlt nicht für Schäden, die etwa an Autos entstanden sind. Sie bekommt ihrerseits aber auch kein Geld von Versicherungen, um neue Bäume zu setzen.

Von Markus Holz

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