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Umland Garbsen Nachrichten Steinhuder Meer: Suche nach der Kranenburg geht weiter
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20:19 29.07.2009
Vor der Steinhuder Mole soll nach der Kranenburg gesucht werden. Quelle: Ute Rintelmann

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat Hans-Wilhelm Heine vom Landesamt für Denkmalpflege ein Projekt zur Erprobung geophysikalischer Prospektionsmethoden bewilligt. Mit Hilfe von Geomagnetik, Radar und Sonar soll das Gebiet im August etwa drei Tage untersucht werden. Die Technik wird auf ein vier Meter langes, flaches Boot verladen, das von einem schwachen Elektromotor angetrieben Schrittgeschwindigkeit fahren kann.

Es soll geklärt werden, ob dort wirklich die legendäre Kranenburg gestanden hat, die 1320 zerstört worden sein soll. Damals sind Graf Adolf VIII. von Schauenburg und Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg gegen das Bistum Minden gezogen, wie es in einer Urkunde vom 17. März 1320 heißt. Die Schlösser Ricklingen, Wunstorf und Bokeloh sollten erobert, die Rehburg und die Kranenburg gebrochen werden.

Auf Heines Initiative hin ist das Gebiet am 18. Juni 1982 schon einmal vermessen worden. Taucher der örtlichen DLRG ertasteten damals im trüben Wasser die Oberflächenstruktur der Burg. Die Messgehilfen hatten Stangen mit Reflektoren dabei, die mit einem Tachymeter von der Promenade aus angepeilt wurden. Laut Heine war das Gerät fortschrittlich, es hatte sogar eine elektronische Distanzmessung. Dennoch befriedigte ihn das Ergebnis nicht. Statt eines 60 mal 54 Meter großen Burgplateaus, wie in Quellen aus dem 18. Jahrhundert festgehalten haben, wurde ein etwa rechteckig verlaufender Steinwall von 29 mal 30 Meter Größe gefunden.
Für die unterschiedlichen Maße könnten laut Heine Erosion und Materialeintrag wie Schutt und Schlamm verantwortlich sein. Heine bedauert, dass in den fünfziger Jahren in dem Bereich der Burg alle erkennbaren Pfähle oder Hölzer herausgezogen worden sind.

Wilhelm Pickert vom Schaumburg-Lippischen Heimatverein erhofft sich von der Untersuchung auch Aufschluss darüber, ob die Burg damals noch auf dem Land oder im Steinhuder Meer gestanden hat. Auch er hatte sich für die weitere Erforschung eingesetzt. Dabei geht es Pickert nicht nur um die Burg, sondern auch darum, ob weitere Hinweise auf eine frühe Besiedlung gefunden werden.

Es gibt alte Berichte in denen von Keramikfunden die Rede ist, von Hüttenlehm, Messing- und Eisentöpfen. Vieles ist inzwischen verschollen.

Von Jörg Rocktäschel

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