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Stelinger klagen über Lastverkehr und Raser

Garbsen Stelinger klagen über Lastverkehr und Raser

Raser, Schwerlastverkehr, Lärm: Anwohner der Engelbosteler und Leinestraße kritisieren die Verkehrsbelastung in Stelingen. Die Verkehrssituation war das beherrschende Thema der Versammlung in der Reihe „Bürgermeister vor Ort“ im Vereinsheim des TSV Stelingen, zu der etwa 70 Einwohner gekommen sind.

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Bürgermeister Christian Grahl spricht mit den Anwohnern.

Quelle: Jutta Grätz

Stelingen. Eines der drängendsten Probleme: Seit Jahren steige die Verkehrsbelastung, insbesondere durch den Schwerlastverkehr. Besonders bei Staus auf der A2 reihe sich auf der Kreisstraße wegen des Ausweichverkehrs ein Fahrzeug an das andere. Eine sichere Überquerung der Straße sei vielerorts nicht möglich. „Inzwischen nutzen immer mehr Laster die Engelbosteler und Leinestraße als Alternative zur B6 und den Umgehungsstraßen“, sagte ein Anwohner. „Viele Pendler meiden diese wegen Blitzern, Ampeln und Tempo-30-Zonen.“ Auch neu angesiedelte Speditionen und Bauunternehmen nutzten die Ortsdurchfahrt. „Bei uns wackeln die Wände“, sagte eine andere Anwohnerin. Der Schwerlastverkehr stelle neben der Umweltbelastung und dem Gefährdungsaspekt eine erhebliche Lärmbelastung dar, so die Bürger.

Brisante Situation entstünden vor allem an den Querungshilfen am Ortseingang gegenüber vom Stelinger Hof und an der Grundschule, die eigentlich zur Verkehrsberuhigung eingerichtet wurden. „Da muss man als Fußgänger oft an die Seite springen“, berichtete eine Teilnehmerin. „Muss erst ein Unfall passieren?“. Prekär sei auch die Querungshilfe an der Ecke Leinestraße/Engelbosteler Straße. Kürzlich habe der Kranwagen einer Berenbosteler Firma die Insel auf der Gegenfahrbahn umkurven müssen, um sie überhaupt passieren zu können.

Bürgermeister Christian Grahl und Stadtbaurat Frank Hauke sagten zu, das Thema bei den lokalen Firmen anzusprechen.Von den 5000 Fahrzeugen täglich auf der Kreissstraße seien jedoch laut der letzten Erhebung nur drei Prozent LKW, betonte Hauke. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2015. „Wir drängen auf eine aktuelle Verkehrszählung“, so die Bürger.

Die Teilnehmer regten auch an, vermehrt bei Verkehrsspitzenzeiten Geschwindigkeiten zu messen - die Raserei habe stark zugenommen. Sie forderten eine Verlängerung der Tempo-30-Zone vor der Grundschule. Diese sei mit rund 90 Meter viel zu kurz, nur wenige Fahrzeuge würden dort ihre Geschwindigkeit reduzieren, lautete die Kritik. Teilweise könnten die Schulkinder die Straße nur mit Lotsen überqueren. Sinnvoll sei eine Tempo-30-Zone von der Welfenstraße, an der die Kita liegt, bis zum Stelinger Hof. „Die Stadt kann nicht beliebig Geschwindigkeitsbegrenzungen vornehmen“, sagte Hauke. Die Stadt habe aber die Möglichkeit, vor Kitas und Schulen Tempo-30-Zonen bis zu einer Länge von 300 Metern anzuordnen. Unfallbrennpunkte wären diese Stellen aber nicht. Die Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen laut Ergebnis der Messungen im durchschnittlichen Bereich, sagte er. „Wir werden diese Themen und Ihre Anregungen mit in die politischen Gremien zu nehmen. Wir nehmen Ihre Sorgen sehr ernst“, sagte Grahl.

Gehwege, Schule, Baugebiet: Stadt stellt weitere Projekte in Stelingen vor

Derzeit größtes Projekt der Stadt in Stelingen seien die Pläne für die neuen Gehwege an der Leinestraße, erläuterte Hauke. Die Planung mit der Region Hannover sei konkretisiert und der Öffentlichkeit vorgestellt worden, die Detailplanung stehe aber noch aus. Die erste Kostenkalkulation sei jedoch nach einem Bodengutachten nicht mehr zu halten. Nach aktuellen Plänen kosten die Arbeiten 750.000 Euro, das Dreifache der anfangs kalkulierten Summe. Baubeginn sei „voraussichtlich unter Umständen“ 2018. Die Anlieger würden nach Fertigstellung der Gehwege individuell nach Grundstücksgröße beteiligt.

Die Stadt stellte bei der Einwohnerversammlung auch die Pläne für den Neubau der Grundschule vor. Bis 2019 soll der 1974 entstandene wabenförmige Anbau abgerissen und durch einen zweistöckigen Neubau ersetzt werden. Der rote Klinkerbau aus dem Jahr 1949 wird mit Blick auf die Inklusion modernisiert. Im Erdgeschoss soll auch ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft geschaffen werden. Die Stadt investiert rund fünf Millionen Euro in das Projekt.

Auf der Zielgeraden sind bereits die Planungen für das Baugebiet „Östlich Hinter der Worth“. Dort sollen 27 Wohneinheiten, vorwiegend Einfamilienhäuser, entstehen. Im nördlichen Teil des Baugebietes ist eine rund 5.600 Quadratmeter große öffentliche Grünfläche mit Regenrückhaltebecken, parkähnlicher Bepflanzung und Kinderspielmöglichkeiten geplant. „Die Nachfrage ist sehr groß. Die Interessenten werden Ende 2017 über Details informiert“, sagte Hauke. Baubeginn soll 2018 sein.

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Tonnenschwere LKW rollen durch Stelingen.

Quelle: Jutta Grätz

Von Jutta Grätz

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