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Umland Garbsen Nachrichten Trockener Mai führt zu Ernte-Einbußen
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00:41 31.05.2018
"Die Qualität ist top, aber der Ertrag leidet": Landwirt Heinrich Dannenbrink holt die Heu-Ernte ein. Quelle: Gerko Naumann
Stelingen/Osterwald

Einen so trockenen Mai wie in diesem Jahr hat selbst der erfahrene Landwirt Heinrich Dannenbrink aus Stelingen noch nie erlebt. „1959 soll es auch mal den ganzen Monat nicht geregnet haben“, sagt er. „Aber da war ich gerade mal sieben Jahre alt.“ Für die nun begonnene Heu-Ernte hat das Wetter spürbar negative Auswirkungen. „Das Heu ist zwar qualitativ top, aber die Einbußen bei der Menge betragen etwa ein Viertel der Ernte“, berichtet Dannenbrink.

Nach einem Mai ohne Regen fürchten die Landwirte in Garbsen um ihre Ernte. Beim Heu und Weizen sind jetzt schon Einbußen festzustellen.

Auf etwa einem Hektar Fläche auf einer Wiese an der Osterwalder Straße hat er seit Freitag das getrocknete Gras geschnitten, zu Ballen verarbeitet und am Montagmorgen auf einen Anhänger verladen. Dann bringt er es auf seinen Hof, wo es gelagert wird. „Im Winter bekommen es die Pferde als Futter“, sagt Dannenbrink. Für die nächsten Wochen hofft der Stelinger auf deutlich mehr Regen. Dann könnte zumindest die zweite Heu-Ernte im September reichlicher ausfallen. Noch schlimmer treffe es aber momentan die Landwirte, die Getreide anbauen, sagt Dannenbrink.

„Pflanze denkt, es ist Hochsommer“

Zu denen gehört auch Jan Rathe aus Osterwald. Auf seinen Feldern wächst unter anderem Weizen. Der würde zu dieser Jahreszeit normalerweise die im Frühjahr in der Pflanze gebildeten Kornanlagen füllen. Das geschehe aufgrund des Wetters aber nicht, erklärt Rathe: „Es ist derzeit so heiß, dass der Pflanzen vorgegaukelt wird, es wäre bereits Hochsommer.“ Die fatale Folge ist eine sogenannte Notabreife – das bedeutet: Die Pflanze schließt die Ähre und beginnt frühzeitig abzusterben.

„Das wird zu Verlusten bei der Ernte führen“, weiß Rathe aus Erfahrung. Diese machten sich sowohl bei der Menge als auch bei der Qualität bemerkbar. Wenn es nach dem Landwirt aus Osterwald ginge, würde es deshalb spätestens ab Mitte dieser Woche „richtig schön regnen“. Doch egal, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird – Rathe lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Wie hat schon mein Großvater gesagt: Auf sieben fette Jahre folgen auch mal sieben magere.“

Auf den frisch gemähten Wiesen suchen die Störche nach Fröschen, Maulwürfen und Heuschrecken. Quelle: Gerko Naumann

Landwirt: Wir achten auf den Artenschutz

Kaum hat Heinrich Dannenbrink mit der Heu-Ernte begonnen, landet wenige Meter neben ihm im Gras ein Storch. Der Landwirt weiß genau, worauf es das schlaue Tier abgesehen hat: „Der sucht hier Mäuse, Heuschrecken und Maulwürfe, die auf der Wiese leben“, sagt er. Viele seiner Berufskollegen achteten – wie er selbst auch – viel mehr auf den Artenschutz als oftmals behauptet. So sei er die Wiese etwa vor dem Mähen mit einem Hund abgegangen. So sollen Rehe und ihre Jungen aufgeschreckt werden, damit sie nicht zwischen die scharfen Klingen geraten.

Es liege ihm grundsätzlich am Herzen,eine Lanze für seinen Berufsstand zu brechen, sagt Dannenbrink, der ehrenamtlich als Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt Garbsen tätig ist. In Stelingen seien zum Beispiel etwa 20 Hektar Ackerfläche in Wiesen umgewandelt worden, auf denen viele Tierarten ein Zuhause finden. Auf den Flächen wird entweder Heu geerntet oder dort grasen Pferde. Zudem sei sein Hof selbst eine Art Hotel für bedrohte Tierarten: „Dort nisten Schwalben, außerdem gibt es Kammmolche und Fledermäuse.“ kon

Von Gerko Naumann

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