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Garbsen Salon Herbert Royal im Heitlinger Herbst
Umland Garbsen Salon Herbert Royal im Heitlinger Herbst
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00:20 18.03.2019
Thema um Thema genüsslich gegrillt: Imre Grimm (links) und Uwe Janssen. Quelle: Markus Holz
Heitlingen

 Einmal ordentlich mit der großen Tür gebollert, und der Stall ist geschlossen, die Show beginnt: 30 Jahre Heitlinger Herbst mit royalem Auftakt – die sechs Herberts aus Hannover sind da. Der Salon ist restlos ausverkauft von Leuten, die gar nicht wissen, dass sie für knapp drei Stunden zu Versuchsprobanten werden.

Salon Herbert Royal sind Imre Grimm, Kristian Teetz, Uwe Janssen, Dirk Schmaler und Bruno Brauer – im Nebenleben Reporter in der Madsack Mediengruppe. Als Sechster im Bunde betritt Uli Schmid statt Volker Wiedersheim die Bühne. Schmid ist begnadeter Klavierbegleiter zahlreicher Künstler, liebt Couplés und Moritaten und passt hervorragend in dieses Quintett quicklebendiger Schnelldenker.

So war der Auftakt der 30. Saison Heitlinger Herbst mit dem Salon Herbert Royal.

Das Ensemble der hannöverschen Chronisten packt in Heitlingen seine brandheiße Winterbilanz aus. Es ist die Vorpremiere vor der Premiere am Montag, 18. März, im Georgspalast. Was die Sprach-Karikaturisten an diesem Abend wissen wollen: Funktionieren die Pointen? Geht das Publikum die Windungen der scharfzüngig vorgetragenen Gedanken mit? Kurz: Funktioniert die Show?

In der ersten Reihe wehen die Haare

Ja, sie funktioniert, und zwar ganz hervorragend. Sie funktioniert, weil die Frontmänner Imre Grimm und Uwe Janssen die Rampe spürbar lieben, auf der sie sitzen. Und in Heitlingen sitzen sie fast im Publikum. Mehr Nähe geht nicht. Wenn Janssen zu ausladenden Gesten ansetzt, wehen in der ersten Reihe die Haare nach hinten. Das Arrangement der Herberts funktioniert, weil alle sechs so wunderbar unterschiedlich sind, weil jeder das Genre Comedy anders prononciert und weil der Abend damit angenehm kurzweilig wird. Nichts baut aufeinander auf, jede Sequenz steht für sich. Das rote Band bleibt die Lust am pointierten Sezieren.

Täglich frische Themen

Das Arrangement geht natürlich vor allem deshalb auf, weil die Fans im Saal nur darauf warten, welches Thema die Herberts als nächstes kunstvoll aufspießen, heiß grillen und genüsslich zerlegen. Themen serviert ihnen die kleine Hannoverwelt fast jeden Tag frisch. Im Zubereiten sind die Herberts Meister. Die verunglückte Markteinführung des TM6 von Vorwerk, die Hightech-Bremspolitik der Bundesforschungsministerin Karliczek in Sachen Handynetz, Ihme-Zentrum, zerbröckelnde Brücken, Marienburg und Hannover 96 – für jede aktuelle Wendung ihrer Themen knien sich die Herberts in eine sprachlich kunstvolle Karikatur. Dirk Schmaler und Bruno Brauer dürfen noch etwas feilen an ihrer Vortragskunst, das geht in einigen Passagen zu schnell und undeutlich.

Heitlingen-Hymne als Geschenk

Insgesamt kann die Männertruppe aber besten Gewissens auf die GOP-Bühne zusteuern. Der Applaus nach drei Stunden im royalen Stall war dankend, anerkennend und vorfreudig auf einen nächsten Salon-Abend. Test bestanden – auf beiden Seiten. Eines wird im GOP nicht funktionieren: Die Herbert-Heitlingen-Hymne nach Reinhard Mey: „Unter den Wolken muss das Getöse wohl grenzenlos sein...“ Ein Geschenk an den Heitlinger Herbst zum 30-jährigen Bestehen in der Einflugschneise.

Mehr zum Ensemble und den nächsten Auftritten lesen Sie hier.

Das ist der Heitlinger Herbst

Der Heitlinger Herbst ist eine Kulturreihe mit vier bis sechs Veranstaltungen zwischen August und Dezember. Sie wurde 1990 von einem privaten Arbeitskreis gegründet. Die damaligen Initiatoren Dieter Albrecht und Günter Tegtmeyer zeichnen bis heute für das Programm verantwortlich. Sie wollten beweisen, dass qualitativ hochwertige Kultur auch abseits großer städtischer Bühnen funktioniert.

Gastgeber ist Familie Harry Thiele. Spielort ist die prächtige Kulisse des Gutshofes – knapp 60 Meter unter den Fahrwerken landender Flugzeuge. Die Initiative ist 2008 mit dem Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet worden. Im ehemaligen Pferdestall des Anwesens waren Künstler wie Dieter Hildebrandt, Walter Kempowski und Hannelore Hoger zu Gast, Weltstars wie Big Mama und Freida Williams, genauso häufig Bühnenneulinge und noch unbekannte Akteure. Die Initiative arbeitet ohne Gewinn. Einnahmen aus Catering und Kartenverkauf werden mit den Künstlern einvernehmlich geteilt. Für die 30. Saison sind sechs weitere Abende geplant. / lz

Von Markus Holz

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