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Garbsen Mein Lieblingsort? Ein Café im Herzen der Horst.
Umland Garbsen Mein Lieblingsort? Ein Café im Herzen der Horst.
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00:19 14.10.2018
Lieblingsort: Horst Oelze (Mitte) fühlt sich wohl im Café und Mini-Shop am Hérouville-St.Clair-Platz. Pächter Mehmet Alpagu (links) und sein Mitarbeiter Ferhat Tatli begrüßen ihn dort oft. Quelle: Jutta Grätz
Auf der Horst

 Die warmen Strahlen der Oktobersonne scheinen Horst Oelze ins Gesicht, vor ihm auf dem Bistrotisch steht ein heißer Latte Macchiato. „Das ist der schönste Platz zum Kaffee trinken in ganz Garbsen“, sagt Oelze. „Hier ist mein absoluter Lieblingsort.“ Der 79-Jährige sitzt an einem der Tische vor dem Café und Mini-Shop von Mehmet Alpagu und seiner Frau Yildiz im Herzen des Stadtteils Auf der Horst am Hérouville-St.Clair-Platz. Oelze ist bekannt, ein Garbsener Urgestein. Seit 1982 wohnt der ehemalige Deutsch- und Geschichtslehrer im Stadtteil Auf der Horst, seit 1969 in der Stadt. Oelze ist Mitglied der Grünen, war viele Jahre Jahre Mitglied des Ortsrates Garbsen.

Mehmet Alpagu und sein Mitarbeiter Ferhat Tatli begrüßen ihn mit Handschlag, setzte sich auch schon mal dazu. „Ich versuche, so oft wie möglich her zu kommen“, sagt Oelze. Mal trifft er sich mit Foad Kazemzahdeh, mal mit Erich Pohl – alles Garbsener Weggefährten. „Früher haben wir uns auch öfter die Schachfiguren ausgeliehen, für die Mehmet die Schlüssel verleiht.“ Die Stadt hatte bei der Umgestaltung des Platzes ein überdimensionales Schachbrett bauen lassen – gegenüber vom Mini-Shop, der viele Jahre von Alpagus Vorgänger Sengül betrieben wurde. Und Oelze kennt auch noch das Café „Gardasee“, seit 1966 eine Institution aus den Anfängen der Horst, bis es in den Neunzigerjahre schloss. „Das war in den ersten Jahren sogar ein Treffpunkt zum Tanztee, später eine Eisdiele“, erinnert sich Oelze.

Rudolf Guthmann fotografierte das Café „Gardasee“ am heutigen Orionhof im Jahr 1966. Quelle: Rudolf Guthmann

Stadtteil ist ein Schmelztiegel der Kulturen

Viele Passanten grüßen Oelze im Vorbeigehen. Er war von 2004 bis 2016 als beratendes Mitglied im Integrationsbeirat tätig. Und auch viele Jahre Vorsitzender des Vereins für Erziehungs- und Lebensfragen. Manche bleiben auch stehen auf ein Schwätzchen. So wie Rudolf Hofmann, Mitstreiter bei den Deutschkursen in der früheren Förderschule im Kleegrund. Integration ist Oelzes großes Thema. „Hier bei Mehmet findet Integration am Kaffeetisch statt“, sagt Oelze. Hier treffen sich Jugendliche nach der Schule, Frauen und Männer nach der Arbeit, Rentner, Mütter und Kinder nach den Schwimmkursen im Hallenbad.“ In der kalten Jahreszeit klönen die Garbsener drinnen zwischen duftenden Brötchen von Bäcker Langrehr, Postpaketen und einem Lotto-Stand. „Der Mini-Shop hat sich in den vergangenen Jahren zum Maxi-Shop entwickelt“, sagt Oelze lächelnd.

Der Stadtteil sei ein Schmelztiegel von Kulturen und Religionen, sagt Oelze. „Ich liebe das urbane Leben“, sagt Oelze, das sei hier besonders greifbar. Der Hérouville-St.-Clair-Platz stehe symbolhaft für die positive Entwicklung der Horst. „Hier treffen sich Kulturen zum Meinfest, hier unterstützt die Stiftung Help Schüler und Migranten, hier finden sich Stadtteilbüro und Quartiersmanagement.“ Auf der Horst habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, sagt Oelze. „Aber eins fehlt mir, ein Haus der Kulturen.“

Wir suchen Ihren Lieblingsort

Ob die Garbsener Schweiz, die Barockkirche Schloß Ricklingen, die Horster Mühle oder der Schwarze See – es gibt viele Orte, die Garbsen besonders lebenswert machen. Viele kennt man, viele sind auch verborgen und versteckt. Für unsere Serie „Heimatliebe“ suchen wir sie alle. Zeigen Sie uns Ihre Lieblingsorte und erzählen Sie uns die Geschichten dazu. Wo lohnt es sich in Frielingen, Altgarbsen, Heitlingen, Schloß Ricklingen und Berenbostel genau hinzuschauen? Wir möchten herausfinden warum Menschen sich in dieser Stadt zu Hause fühlen. Schicken Sie eine E-Mail an garbsen@haz.de, schreiben Sie uns bei Facebook bei HAZ Garbsen oder rufen Sie unter Telefon (05131) 467218 an. ton

Von Jutta Grätz

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