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Garbsen „Vor der Brücke war unser Zauberwald“
Umland Garbsen „Vor der Brücke war unser Zauberwald“
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16:45 11.10.2018
In ihrer Firma: Jacqueline Sassnick ist seit neun Jahren Chefin des Unternehmens Italmoto. Quelle: Mirko Bartels
Garbsen

Jacqueline Sassnick aus Osterwald lebt im längsten Dorf Niedersachsens und zählt als Chefin bei Italmoto zu den wenigen Unternehmerinnen in Garbsens.

Welches ist die schönste Erinnerung, die Sie mit Ihrer Heimat verbindet?

Es gibt viele schöne Erinnerungen und ich könnte keine als meine schönste benennen. Was aber für meine Familie und mich immer eine wunderschöne Erinnerung bleiben wird, sind unsere langen Familienspaziergänge in die Feldmark hinter unserem Haus. Wenn man in Osterwald Unterende am Großen Weg den Landwirtschaftsweg in Richtung Wald nimmt, findet man schnell ein wunderbares Erholungsgebiet. Wir haben viele Stunden an der kleinen Brücke über die Auter mit Stöckchenschmeißen und Bootebauen verbracht und dort die Füße ins Wasser gehalten. Das kleine Wäldchen vor der Brücke war für uns Zauberwald, Märchenwald, Trimm-dich-Pfad, Baumhausbaustelle, im Herbst Pilzstelle und bei vielen Kindergeburtstagen das Ende einer spannenden Schatzsuche.

Wären Sie Fremdenführerin in Ihrem Heimatort, was würden Sie Ihren Gästen zeigen?

Durch die Einbindung der unterschiedlichsten Dörfer bietet Garbsen ein sehr abwechslungsreiches Bild, und es gibt viele schöne Plätze, die ich gerne zeigen würde. Ich denke, ich würde mit meinen Gästen an einem schönen, sonnigen Tag zu mir in die Firma fahren und alle auf eine kleine Vespa setzten und dann losfahren. Zum Gut Heitlingen etwa, an der Barockkirche in Osterwald vorbei, nach Frielingen und Horst, weiter in Richtung Schloß Ricklingen und zum Blauen See, zum Schiffsanleger am Kanal, zurück zum Rathaus und zum Ausklang in den Biergarten am Berenbosteler See.

Ich lebe gerne hier, weil….

…mein Mann und ich hier vor 22 Jahren unsere Familie gegründet und wir hier unsere drei Kinder groß gezogen haben. Ich habe in Osterwald die wichtigste und bis heute schönste Zeit meines Lebens verbracht. Wir konnten hier unsere Kinder naturnah aufwachsen lassen und ihnen trotzdem durch die Nähe zu Hannover die Vorteile einer Großstadt bieten. Diese Kombination möchte ich nicht missen. Wir hatten in Osterwald ein Haus gefunden, das verkehrsberuhigt am Ende einer Sackgasse liegt und nicht weit von meiner Firma entfernt ist. Dadurch sind die Wege für mich kurz und Familie und selbstständiges Arbeiten lassen sich optimal verbinden.

Dennoch vermisse ich in meinem Dorf….

… einen Ortskern. Osterwald ist bekannterweise das längste Dorf Niedersachsens. Als gebürtige Südeuropäerin vermisse ich einen Ortskern wie in Italien etwa die Piazza oder in Griechenland die Platia, die als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft dient. In Osterwald erfüllen diese Funktion eher die Einkaufsmärkte. Das ist schade.

In welchem Verein oder welcher Institution engagieren Sie sich und warum?

Ich selbst bin aufgrund meines voll ausgelasteten Tagesablaufs nicht in einem Verein aktiv tätig, unterstütze aber meine Kinder bei all ihren sportlichen Vereinsaktivitäten wie Tennis und Fußball. Während deren Schulzeit habe ich mich auch viele Jahre als Elternvertreterin engagiert. Mir sind die Belange junger Menschen wichtig. Viele Jugendliche wissen nicht, wie ihr Werdegang nach der Schule aussehen soll. Ich habe fünf Ausbildungsplätze in meiner Firma und versuche, interessierten jungen Menschen über Praktika, Schnuppertage und persönliche Informationsgespräche einen Einblick in die kaufmännische und technische Arbeit eines Motorradhandels zu geben.

Wohin führte Sie Ihre jüngste Urlaubsreise und worauf haben Sie sich bei Ihrer Rückkehr am meisten gefreut?

Meine letzte Urlaubsreise war eine Motorradreise zur Ducati World Week nach Italien. Nach einer Woche intensiven Kurvenfahrens durch Emilia-Romagna und Umbrien mit Stationen in Bologna, San Marino und Rimini habe ich mich, abgesehen von meinen Kindern und meinen Katzen, am meisten auf mein gemütliches Sofa in meinem Wintergarten gefreut. Ich liebe es, hier zu sitzen und am frühen Morgen mit meinem Kaffee den Rehen, die regelmäßig meinen Garten aufsuchen, zuzuschauen.

Unser Foto zeigt Sie an Ihrem Lieblingsplatz. Welcher ist das?

Auf dem Foto sieht man mich am Empfangstresen meiner Firma, die seit 2009, als ich die Leitung unseres Familienunternehmens übernommen habe, zum Mittelpunkt meines beruflichen Lebens geworden ist. Von hier aus habe ich einen guten Überblick über das gesamte Geschehen und freue ich mich auf Kunden, die die Freude und Leidenschaft für schöne italienische und britische Motorräder und Roller mit mir und meinem Team teilen.

Von Nadine Kirst

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