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Garbsen Leinebrücke wird für schwere Lkw gesperrt
Umland Garbsen Leinebrücke wird für schwere Lkw gesperrt
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00:19 09.12.2018
Quelle: Schon jetzt dürfen Lastwagen mit mehr als 3,6 Metern Höhe nicht über die Von-Woyna-Brücke fahren. In Zukunft darf sie auch nicht mehr von Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen befahren werden Linda Tonn (Archiv)
Schloß Ricklingen

Es ist ein kleiner Erfolg beim Kampf gegen den Durchgangsverkehr in Schloß Ricklingen: Die Von-Woyna-Brücke über die Leine darf künftig nicht mehr von Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen befahren werden. Ausgenommen von der Regelung sind Linienbusse und der landwirtschaftliche Verkehr. Lange Jahre hatten Anwohner – allen voran der Dorfentwicklungs- und Traditionsverein (DTV) – mit der Verwaltung diskutiert. Nun sollen die Verbotsschilder aufgestellt werden. Die Vereinbarung ist nur in Zusammenarbeit mit der Stadt Wunstorf möglich, denn von Luthe aus biegen die Fahrzeuge von der B441 kommend Richtung Schloß Ricklingen ab.

Städte warten auf Verbotsschilder

Alexander Stockum, Sprecher der Stadt Wunstorf bestätigte auf Anfrage, dass an der Kreuzung zur B441 in beiden Fahrtrichtungen entsprechende Schilder aufgestellt werden sollen. Weil die Stadt weniger als 50.000 Einwohner zählt, musste die Region Hannover erst noch zustimmen. Die Stadt Garbsen darf die Durchfahrverbote selbstständig einrichten. Hier werden die Lkw-Fahrer am Gutenbergkreisel am Amazon-Sortierzentrum auf das Durchfahrverbot für Schloß Ricklingen hingewiesen. „Die beiden Städte warten darauf, dass die Schilder geliefert werden“, sagte Stockum. „Sie sollen in einer gemeinsamen Aktion aufgestellt werden.“ Ein Termin dafür stehe aber noch nicht fest, sagte Benjamin Irvin, Sprecher der Stadt Garbsen.

Für die Schloß Ricklinger bedeute das Verbot, dass zumindest der Schwerlastverkehr von den alten Dorfstraßen verbannt wird. „Für viele, bei denen bei der Durchfahrt der schweren Lkw die Tassen im Schrank klingeln, ist das schon ein großer Fortschritt“, sagte Hans-Peter Wendorff vom DTV. Außerdem würde die alte Von-Woyna-Brücke geschützt. Dennoch macht den Anwohnern nach wie vor der Durchgangsverkehr und der damit verbundene Lärm zu schaffen. „Wenn die Autobahn gesperrt ist – und das ist sehr häufig – fahren alle durch den Ort“, sagte Wendorff.

Mehr als 200 Durchfahrten am Tag

Mehrfach hat die Stadt Garbsen bereits die durchfahrenden Fahrzeuge gezählt: Bei einer Messung an der Straße Am Leineufer am Ortseingang im Juli und August 2018 wurden im Schnitt 2182 Fahrzeuge am Tag gezählt. „Zu Spitzenzeiten waren es 443 Fahrzeuge in einer Stunde“, sagte Wendorff. Verglichen mit einer Messung vom Januar hat sich die Zahl der Durchfahrten erhöht. Damals zählte die Stadt noch durchschnittlich 1518 Fahrzeuge am Tag. „Es ist nicht nur so, dass die Anlieger kaum aus ihren Grundstücken kommen“, sagte Wendorff. „Der Lärm ist unerträglich.“ Aus den Zahlen der Stadt ist zudem abzulesen, dass sich nicht alle Fahrzeuge an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h halten. Es wurden Spitzenwerte von bis zu 60 km/h gemessen.

Zu dem Lärm durch die durchfahrenden Pkw käme der Fluglärm im Ort, sagte Wendorff. „Die Frage ist, wann die Bürger Anspruch auf Lärmschutz haben.“ Nach Ansicht des Vereins und von Vertretern im Ortsrat fehle für Garbsen ein generelles Verkehrskonzept, das auch die anderen Stadtteile – und auch anliegende Kommunen umfasse. Im Oktober hatten sich erstmals Vertreter aus Garbsen, Hannover, Langenhagen, Neustadt, Wunstorf, Barsinghausen und Seelze an einem Runden Tisch zusammengesetzt, um über die Stau- und Baustellensituation auf der A2 zu beraten und nach Lösungen für den Umleitungsverkehr zu suchen. Bis zum nächsten Treffen Anfang 2019 sollen die Vorschläge auf ihre rechtliche Umsetzbarkeit geprüft werden. Der DTV wird ebenfalls weiter mitdiskutieren und – wie bereits im Dorfentwicklungsplan von 2016 festgeschrieben – weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Schloß Ricklingen einfordern.

Von Linda Tonn und Anke Lütjens

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