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Gehrden Baulaster fahren trotz Verbotes durch Anliegerstraßen
Umland Gehrden Baulaster fahren trotz Verbotes durch Anliegerstraßen
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16:38 28.11.2018
Die Anwohner des Millöckerweges und der Verdistraße sind verärgert über den rechtswidrigen Baustellenverkehr auf ihren Anliegerstraßen. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

“Morgens ist es besonders schlimm – fast wie auf der Autobahn“, sagt Anwohner Michael Scherfenberg empört. Der pensionierte Pädagoge steht mit Anliegern aus der Verdistraße vor seinem Haus am Millöckerweg und spricht mit den Leidensgenossen über den rechtswidrigen Schwerlastverkehr in dem Wohngebiet im Süden der Kernstadt. Immer wieder fahren auf den beiden kleinen Anliegerstraßen etliche Baustellenfahrzeuge, um zum Neubaugebiet Langes Feld III zu gelangen. „Das Durchfahrtsverbot interessiert die Lastwagenfahrer nicht“, sagt Scherfenberg. Eine Frau aus der Verdistraße bestätigt das. Sie zeigt Fotos von einem Betonmischer beim Durchfahren ihrer Straße in Richtung Großbaustelle. „Solche Szenen kann ich täglich mit dem Handy fotografieren“, sagt sie.

Trotz Verbotsschildes quetschen sich am Ende des Millöckerweges immer wieder Baustellenfahrzeuge durch die aufgestellten Hindernisse. Quelle: Privat

Die Verärgerung der Anwohner ist nachvollziehbar. „Unnötiger Lärm, verdreckte Straßen – Pflastersteine sind auch schon verrutscht“, sagt eine Anliegerin. Sie sorgt sich darum, später für eine notwendige Straßensanierung zur Kasse gebeten zu werden. Dabei ist die Beschilderung für den Baustellenverkehr eindeutig: Vor den kleinen Anliegerstraße weisen Schilder auf ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen hin. Auf einem weiteren Schild wird schon an der Vivaldistraße unmittelbar vor dem Wohngebiet der vorgesehene Weg zur extra angelegten Baustraße an der Kreisstraße 231 beschrieben. Signalwirkung geht auch von den mit Reflektoren beklebten Hindernissen aus, die die Stadt an der Verdistraße und am Millöckerweg hat aufstellen lassen, um die Fahrbahn in Richtung Neubaugebiet zu verengen.

Für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als dreieinhalb Tonnen ist die Durchfahrt am Ende des Millöckerweges gesperrt. Quelle: Ingo Rodriguez

Trotzdem quetschen sich dort immer wieder Baulaster durch – wie etwa der Betonmischer auf dem Foto der Anliegerin. „Die Hindernisse können nicht noch enger gestellt werden, weil Platz genug für Rettungsfahrzeuge bleiben muss“, weiß Scherfenberg. Er und weitere Anwohner haben sich informiert. „Wir haben uns schon an die Stadt und die Region Hannover gewandt, aber bislang sind wir nur vertröstet worden“, sagt er. Die kleine Initiative der verärgerten Bürger fordert größere und eindeutigere Hinweis- und Verbotsschilder vor der Zufahrt zum Wohngebiet. Der Weg zur Baustraße an der K 231 sollte nach Meinung der Anwohner auch bereits an den größeren Anfahrtsstrecken von Lemmie, Leveste, Ronnenberg und Weetzen ausgeschildert werden. „Immerhin fahren die Schwerlaster sonst auch weiterhin täglich an der Kita am Beethovenring vorbei“, nennt Scherfenberg ein unnötiges Risiko. Ortsfremde Lastwagenfahrer würden automatisch vom Navigationsgerät dort hingeführt.

Schon an der Vivaldistraße weist ein Schild noch vor dem Beethovenring auf die Zufahrt über die Baustraße an der K 231 hin. Quelle: Ingo Rodriguez

Dass die Anlieger noch etwas Geduld aufbringen sollen, bestätigt der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. „Es sind für die Zufahrtsstrecken bereits neue Schilder mit größeren Symbolen bestellt, aber noch nicht geliefert worden“, versichert er. Der Fachbereichsleiter betont mit Nachdruck: „Baufahrzeuge und Schwerlaster ab einem Gewicht von mehr als dreieinhalb Tonnen dürfen nur über die Baustraße zum Neubaugebiet fahren.“ Lediglich normale Autos dürften das Provisorium nicht benutzen und stattdessen über die Anliegerstraße fahren. „Sonst hätte die Stadt die Baustraße für PKW komplett ausbauen müssen.“

Ein Anwohner hat einen Vorschlag, um das Warten auf die neue Beschilderung verträglicher zu gestalten: „Es hilft auch, wenn die Polizei morgens gelegentlich die Durchfahrtsverbote bei uns überwacht.“

Vor der Zufahrt zur Baustraße an der K 231 weist ebenfalls ein Schild auf die angeordnete Regelung hin. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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