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Gehrden Für Anwalt Waldraff ist sein Auftritt in Gehrden eine Rückkehr
Umland Gehrden Für Anwalt Waldraff ist sein Auftritt in Gehrden eine Rückkehr
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00:16 19.02.2019
Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Manuel Große (von links), Matthias Waldraff und Thomas Spieker begrüßen im Dorfgemeinschaftshaus Redderse die Besucher des Neujahrsempfangs. Quelle: Ingo Rodriguez
Redderse

Bekannter hannoverscher Anwalt und Mann mit politischer Flexibilität – aber auch jemand mit einer besonderen Beziehung zu Gehrden: Rund 40 Besucher haben am Freitagabend beim Neujahrsempfang der CDU Gehrden im Dorfgemeinschaftshaus Redderse Matthias Waldraff als Gastredner gehört. Der auch bundesweit wegen aufsehenerregender Mandate als Strafverteidiger in die Schlagzeilen geratene Jurist, der etwa die umstrittene Krebsärztin Mechthild Bach verteidigt hatte, hatte sich durch seine Kandidatur als CDU-Spitzenkandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Hannover vor fünf Jahren politisch in Stellung gebracht. Im März 2018 gab er dann allerdings bekannt, in die SPD eingetreten zu sein.

Besondere Beziehung zu Gehrden

Nach Redderse war Waldraff auf Einladung des Gehrdener CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Spieker gekommen, um über die Überlastung der deutschen Justiz zu sprechen. Jahr für Jahr engagiert der CDU-Stadtverband für die abwechselnd in einer anderen Gehrdener Ortschaft ausgerichteten Neujahrsempfänge einen bekannten Ehrengast, um den Mitgliedern und interessierten Besuchern aktuelle politische Vorträge anzubieten. Waldraffs Auftritt war aber auch eine Rückkehr – nach Redderse und zu alten Weggefährten. „Ich habe gerade bemerkt, dass ich in Redderse schon vor 45 Jahren als Student für eine Teppichfirma Waren ausgefahren habe“, sagte der 66-Jährige in seiner Begrüßung. Der Ehrengast offenbarte den Besuchern auch eine besondere Beziehung zu Gehrden: Redderses CDU-Ortsbürgermeister Philipp Felsen und Spieker seien 2013 bei seiner Oberbürgermeister-Kandidatur in seinem Wahlkampfteam gewesen. Zwar habe Stefan Schostok die Wahl gewonnen, das Erreichen der Stichwahl sei jedoch für ihn als politischen Quereinsteiger ein großer Erfolg gewesen, sagte Waldraff. Und die Niederlage habe den Beginn von Spiekers kommunalpolitischem Engagement in Gehrden dargestellt. „Sonst wären viele Dinge anders gekommen“, hatte Waldraff kurz nach seiner Ankunft im Gespräch mit Gästen erzählt.

Dass er 2015 wegen landespolitischer Querelen aus der CDU ausgetreten und wegen seines freundschaftlichen Verhältnisses zum SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil in die SPD eingetreten sei, sei kein Hindernis gewesen, ihn zu einer CDU-Veranstaltung einzuladen, hatte Spieker kurz vor dem Vortrag versichert. „Er ist ein Querdenker und unterstützt eine demokratische Partei, das schätze ich an ihm.“

Leidenschaft für politische und juristische Themen

Waldraffs leidenschaftliche Art, über politische und juristische Themen zu sprechen, hatten die Besucher gleich zu Beginn seines Vortrages erlebt. Der Jurist entledigte sich schnell seines Jacketts. Bei seinem Vortrag mit dem Titel „Recht und Gerechtigkeit – Justizpolitik im Wandel der Zeit“ geriet er auch gelegentlich in Rage. „Richter und Justiz sind personell maßlos überlastet. Die Politik hat die Justiz kaputt gespart“, sagte er. Verschlosse Türen, Telefonwarteschlangen, Richter und Staatsanwälte, die ihre Urteile und Anklageschriften selbst schreiben und sogar die Post eintüten – all gebe es, und es bereite ihm große Sorge.

Immerhin fand er einen versöhnlichen Schluss. „Er hat auch betont, dass wir eine korruptionsfreie Justiz haben“, sagte Spieker nach dem Vortrag. Waldraff habe auch noch auf Nachfragen aus dem Publikum über seine spektakulären Fälle und innere Konflikte wegen grausamer Straftaten seiner Klienten berichtet

Der bekannte Strafverteidiger Matthias Waldraff hat beim Neujahrsempfang der CDU Gehrden im Dorfgemeinschaftshaus Redderse über die Justiz und seine Beziehung zu Gehrden gesprochen.

Von Ingo Rodriguez

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