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Gehrden Nabu warnt: Keine Jungvögel mitnehmen
Umland Gehrden Nabu warnt: Keine Jungvögel mitnehmen
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13:16 11.07.2018
Jungen, hilflosen Mauerseglern sollte geholfen werden, denn sie haben sonst keine Chance. Quelle: ZB
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Gehrden

Gisela Wicke, Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Gehrden/Benthe, bekommt immer wieder Anrufe von besorgten Leuten, die kleine, vermeintlich hilflose Vögel aufgenommen haben. Allerdings ist es laut Wicke in den meisten Fällen nicht nötig, einzugreifen – die Vogeleltern sind oft in der Nähe.

„Viele Menschen sind verwundert darüber, dass es jetzt noch so viele junge Vögel gibt. Doch die Vögel brüten von April bis Juli“, erklärt Wicke. Die Jungvögel flögen auch mal aus dem Nest heraus, schließlich müssten sie irgendwann fliegen lernen. Die Eltern seien aber meist in der direkten Umgebung und sammelten Futter für den Nachwuchs.

Doch genau das wüssten viele Leute nicht, sagt Wicke. „Sie denken, der Vogel braucht Hilfe und nehmen ihn mit nach Hause.“ Doch genau das sei fatal. Die Vogeleltern finden ihr Kleines über Zwitschern wieder. Ein Vogeljunges, welches mit nach Hause genommen wurde, sollte schnellstmöglich an dem Fundort wieder ausgesetzt werden, wo meist dessen Eltern schon auf ihn warten. Das Junge ruft dann nach seinen Eltern, sodass sie sich im besten Fall wiederfinden.

Zudem ist es fast unmöglich und extrem aufwendig, ein Babyvogel per Hand aufzuziehen. „Das würde bedeuten, dass man ihm mindestens einmal in der Stunde Insekten zu futtern geben muss“, erklärt Wicke. Das schaffe fast niemand.

Gisela Wicke berät Leute bei Fragen zu Jungvögeln. Quelle: zehrfeld www.zerfi.de

Eingreifen sollte man nur, wenn ein kleiner Vogel in einem Garten sitzt, wo Hunde oder Katzen sind. „Dann kann man den Vogel zum Beispiel etwas erhöht aussetzten – aber auf jeden Fall in der Nähe lassen“, rät Wicke.

Eine Ausnahme bildet der Mauersegler. Er verbringt fast sein ganzes Leben in der Luft, es kann sogar im Fliegen schlafen. Nur zur Brut begibt er sich auf festen Boden. Daher haben junge Mauersegler auch noch keine richtigen Füße, sagt Wicke. Wenn ein noch flugunfähiges Junges aus dem Nest heraus fällt, ist dies für ihn ein Todesurteil – es sei denn, jemand kümmert sich um ihn. Aus eigener Kraft kann der kleine Vogel nämlich nicht zurück in sein Nest gelangen; er verhungert.

Wird ein kleiner Mauersegler gefunden, könne sich der Finder auch an die Tierärztliche Hochschule in Hannover wenden, sagt Wicke. Dort kümmern sich die Tiermediziner auch um verletzte Vögel.

Von Elena Everding

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