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Gehrden Rathaus ist längst nicht mehr umstritten
Umland Gehrden Rathaus ist längst nicht mehr umstritten
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15:00 27.09.2018
Hans-Joachim Hentschel (von links), der Erste Stadtrat André Erpenbach, Bürgermeister Cord Mittendorf, Projektleiterin Helga Hatesohl und Helmuth Temps vom Heimatbund präsentieren bei der Ausstellungseröffnung einen Miniaturentwurf des Rathauses im markanten Gebäudeensemble der Gehrdener City. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Ein mächtiger Neubau inmitten der Innenstadt mit all ihren historischen Gebäuden und ortsbildprägenden Häusern? Dass solche Pläne in Gehrden umstritten sind und kontrovers diskutiert werden, ist kein Geheimnis. Widerstand aus den Reihen der Bevölkerung regt sich aber nicht nur heutzutage, wenn sich etwa anlässlich der Innenstadtsanierung eine Protestbewegung gegen ein Neubauprojekt formt. Fast 30 Jahren ist es nun inzwischen her, dass in der Gehrdener Bevölkerung schon einmal große Vorbehalte gegen den geplanten Neubau eines Gebäudekomplexes in der Ortsmitte aufkamen. Laut Bürgermeister Cord Mittendorf ist dieser Bau aber inzwischen „zu einem Wahrzeichen mit regionaler Strahlkraft für die Burgbergstadt geworden“. Mit diesen Worten hat Mittendorf vor zahlreichen Besuchern und Ehrengästen die Ausstellung über die Geschichte des neuen Gehrdener Rathauses eröffnet. Fast auf den Tag genau 28 Jahre nach der Grundsteinlegung und 26 Jahre nach der Eröffnung des Neubaus dokumentieren Archivfotos, Skizzen, Zeitungsartikel, Textilbanner und sogar ein Film den damals äußerst umstrittenen Werdegang des Bauprojekts sowie die Entstehung des Gebäudes an der Kirchstraße.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung informieren sich anhand alter Zeitungsartikel über den Werdegang des Neubauprojekts. Quelle: Ingo Rodriguez

„Unser Rathaus – Historische Erinnerungen an die Veränderungen der Stadtmitte“ – so lautet der Titel der Ausstellung über die Geschichte eines Ensembles, in dem heute nicht nur der Amtssitz des Bürgermeisters und der Sitz der Stadtverwaltung mit dem standesamtlichen Trauzimmer sowie die Stadtbibliothek untergebracht sind, sondern auch der Bürgersaal für die Versammlung des Rates, Kunstausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge. Der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, in seiner Ansprache die unumstrittene Bedeutung hervorzuheben und Parallelen zu ziehen. Das Rathaus habe einen Platz gefunden, genau dort wo sich das Gehrdener Leben abspiele, auch wenn bis zur Baugenehmigung und der späteren Grundsteinlegung am 4. Oktober 1990 erhebliche Widerstände aus Teilen der Bürgerschaft zu überwinden gewesen seien. Mit Verweis auf aktuelle Diskussionen über die Gestaltung der Fußgängerzone wagte Mittendorf eine Prognose: „Ich bin zuversichtlich, dass wir ebenso wie damals auch heute eine gute Lösung finden werden.“ Das Rathaus habe sich etabliert, Geschichte könne sich wiederholen, sagte er.

Eine Informationstafel der Ausstellung gibt Auskunft über die Eckdaten des ehrgeizigen Neubauprojektes. Quelle: Ingo Rodriguez

Über die Ausstellung gab die städtische Projektleiterin Helga Hatesohl Auskunft. Ursprünglich sei geplant gewesen, anlässlich des 25-jährigen Rathausbestehens eine aussagekräftige Aktion zu initiieren. Nach einer Sichtung des Materials aus dem Stadtarchiv im Rathauskeller sei eine Ausstellung favorisiert worden. Hatesohl hatte gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Archivbeauftragten Hans-Joachim Hentschel vom Heimatbund etwa ein halbes Jahr lang Fotos, Zeitungsartikel, Bauzeichnungen und weitere historische Dokumente ausgewählt und sicherheitshalber für die Schau hochwertige Kopien sowie Textilbanner als Exponate anfertigen lassen. Zu sehen ist auch ein Film, den Mitarbeiter des Bauamtes von 1990 bis 1992 gedreht hatten. „Mit Szenen vom ersten Spatenstich bis zur offiziellen Eröffnung“, sagte Hatesohl.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung verfolgen einen Film über die Entstehung des Rathauses. Quelle: Ingo Rodriguez

Nachvollziehen lässt sich anhand der Exponate auch der Standortwechsel des früheren Rathauses. Das historische Gebäude, das von 1820 bis 1876 auch als Schule diente, musste dem Neubau weichen, wurde jedoch behutsam zurückgebaut und wenige Meter weiter neben dem Vierständerhaus originalgetreu wieder aufgebaut.

Um Platz für den Neubau zu schaffen, wurde das frühere Gehrdener Rathaus in den Neunziger Jahren mühevoll abgetragen und neben dem Vierständerhaus originalgetreu wieder neu aufgebaut. Quelle: Ingo Rodriguez

Vorträge informieren über die Geschichte

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. November während der Rathausöffnungszeiten im Foyer des Verwaltungsgebäudes an der Kirchstraße zu sehen: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Begleitet wird die Ausstellung von zwei Vorträgen des Gehrdener Heimatbundes. Diese werden am Freitag, 28. September, nacheinander ab 19 Uhr im Bürgersaal gehalten. Die Themen heißen „70 Jahre Stadtentwicklung – von 1946 bis heute“ und „Gehrden – gestern und heute“.

Von Ingo Rodriguez

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