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Gehrden Zur Integration gehört auch Fahrradtraining
Umland Gehrden Zur Integration gehört auch Fahrradtraining
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14:27 16.09.2018
Christian Feder erläutert den Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern beim Fahrradtraining vor den Praxisübungen wichtige Grundlagen der Straßenverkehrsordnung. Quelle: Ingo Rodriguez
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Gehrden

Rechts vor links, blaue Gebote und rote Verbote: Was in Deutschland zu den Grundsätzen der Straßenverkehrsordnung zählt, ist nicht international geltendes Recht. In vielen Ländern gibt es unterschiedliche Verkehrsregeln. In manchen Staaten spielen Fahrräder als Verkehrs- und Fortbewegungsmittel zudem nur eine untergeordnete Rolle. Der Gehrdener Arbeitskreis (AK) Willkommenskultur und die Verkehrswacht Calenberger Land der Region Hannover haben deshalb rund 20 Flüchtlingsfrauen mit einem Fahrradtraining auf die Teilnahme im Straßenverkehr vorbereitet. „Im Iran und in Afghanistan dürfen Frauen noch nicht einmal mit einem Fahrrad fahren“, sagte der ehrenamtliche AK-Helfer Dirk Leopold beim Auftakt der Aktion auf dem Pausenhof der Grundschule Am Castrum.

Leopold begründete das Angebot einleuchtend: „Wenn wir für Geflohene in unserer Fahrradwerkstatt ehrenamtlich Second-Hand-Räder instand setzen und als Fortbewegungsmittel zur Verfügung stellen , müssen wir unsichere Fahrer als Integrationshilfe auch mit den Verkehrsregeln vertraut machen“, sagte Leopold. Er hatte mit weiteren ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern und Integrationshelfern deshalb zum ersten Mal ein Fahrradtraining für Frauen organisiert. Eine Premiere: „Deshalb haben sich gleich etwa 20 Teilnehmerinnen angemeldet“, sagte Leopold.

Christian Feder erläutert den Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern beim Fahrradtraining vor den Praxisübungen wichtige Grundlagen der Straßenverkehrsordnung. Quelle: Ingo Rodriguez

Zu diesem Zeitpunkt hatte Christian Feder von der Verkehrswacht schon mit dem Theorieunterricht begonnen – ein Auftakt mit dem kleinen Einmaleins der Straßenverkehrsordnung und der Fahrradausstattung. Im Schnelldurchlauf: Zu einem verkehrssicheren Rad gehören mindestens zwei Bremsen, Reflektoren und eine Klingel, ein Helm ist für den Fahrer zwar keine Pflicht, verhindert bei Stürzen aber schlimme Kopfverletzungen, blaue Schilder signalisieren Gebote, rote Verbote, rechts vor links – Feder nahm sich Zeit für Grundlagen. Damit seine Ausführungen auch wirklich alle Frauen verstehen konnten, hatten die Organisatoren sogar eine ehrenamtliche Dolmetscherin aus Gehrden zum Training eingeladen. Feder war mit der sogenannten „Mobilen Verkehrsschule“ der Region gekommen – ein Kleintransporter, in dem Verkehrsschilder, Fahrräder und weiteres Material für ein Fahrradtraining gelagert sind.

Doch bevor er die Teilnehmerinnen zum Praxistest mit dem Fahrrad auf eine Testrecke mit aufgebauten Verkehrsschildern schickte, war Theorie angesagt. „Wenn es an einer Fußgängerampel keinen begleitenden parallelen Radweg gibt, muss beim Überqueren während der Grünphase das Fahrrad geschoben werden“, betonte Feder, nachdem eine junge Frau in gutem Deutsch danach gefragt hatte.

Christian Feder erläutert den Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern beim Fahrradtraining vor den Praxisübungen wichtige Grundlagen der Straßenverkehrsordnung. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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