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Umland Gehrden Nachrichten Das Drachenhaus am Burgberg
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18:40 07.04.2014
Von Dirk Wirausky
Verzierte Säulen und bunte Fensterscheiben schmücken das nordische Drachenhaus, das am Burgberg steht. Ein Baustil, der in Deutschland kaum zu finden ist. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Dieter Mahlert gibt zu: „Dieses Haus fasziniert mich.“ So sehr, dass er sich inzwischen intensiv mit dem Gebäude beschäftigt. Eine ganze Menge hat Mahlert schon herausgefunden - nur eines nicht: Wie kam dieses Haus, das 1905 gebaut wurde, nach Gehrden? „An diesem Punkt komme ich zurzeit nicht weiter“, sagt er.

Dennoch hat er bereits viele Fakten in Erfahrung gebracht. Mahlert vermutet, dass das nordische Drachenhaus von einem kaisertreuen Bürger errichtet worden sei. Der Grund: „Der deutsche Kaiser war ein großer Norwegen-Fan“, sagt Mahlert. Auf seinen jährlichen Nordlandfahrten lernte Wilhelm II. die Arbeiten von Holm Hansen Munthe, der maßgeblich an der Entwicklung des norwegischen Drachenstils beteiligt war, kennen. Der deutsche Kaiser beauftragte Munthe 1891 im ostpreußischen Rominten das kaiserliche Jagdschloss zu bauen. Auch den Bau der Matrosenstation am Jungfernsee in Potsdam legte Wilhelm II. in Munthes Hände. Beide Gebäude ähneln dem Stil des Hauses am Gehrdener Burgberg.

Mahlert kombiniert weiter. Von 1872 bis 1877 war der norwegische Architekt Schüler von Conrad Wilhelm Hase, Professor der Baukunst am Polytechnikum in Hannover - wie auch Karl Mohrmann, der die Stabkirche in Hahnenklee entworfen hat. „Vielleicht hat Mohrmann das Haus in Gehrden errichtet und dort auch gewohnt“, meint Mahlert. Das sei allerdings reine Spekulation. Abgesehen davon sei das Drachenhaus allein aufgrund seiner zahlreichen Verzierungen ein Schmuckstück in Gehrden - „leider nahezu unbemerkt“, meint Mahlert. Ein Blick auf die Details lohnt sich. Schnitzwerk ziert die Eingangstür, die Fensterscheiben sind bunt verglast und ein Drachenkopf grüßt vom Dach. „Damit sollen böse Geister vom Haus ferngehalten werden“, sagt Mahlert.

Die Familie Fiedler bewohnt das Haus seit 1960. Mit ihnen steht Mahlert im engen Kontakt. Wer das Drachenhaus vor mehr als 100 Jahren allerdings errichten ließ, wissen aber auch sie nicht.

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