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Nachrichten Coworking-Nachnutzung liegt auf Eis
Umland Gehrden Nachrichten Coworking-Nachnutzung liegt auf Eis
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01:46 10.03.2018
Keine Belebung in Sicht: Die geplante Nachfolgelösung für die frühere Rossmann-Filiale als Coworking-Space liegt nun kurz vor der greifbar nahen Umsetzung wohl doch wieder vorläufig auf Eis. Quelle: Ingo Rodriguez
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Gehrden

 Die Umbauarbeiten waren schon in greifbare Nähe gerückt: Doch nun liegen die Pläne für eine Nachfolgelösung des seit drei Jahren leer stehenden früheren Rossmann-Ladens in der Fußgängerzone offenbar wieder auf Eis. „Ich werde meine Aktivitäten als möglicher Betreiber eines Coworking-Spaces in dem Gebäude nach den jüngsten Entwicklungen herunterschrauben“, sagt der Projektmanager Stephen Martin aus Lemmie.

Er wollte dort in Kürze Arbeitsplätze für Pendler sowie Veranstaltungsräume einrichten lassen – und tage- oder wochenweise vermieten. Nun sei jedoch die Volkshochschule (VHS) Calenberger Land als fest eingeplanter Stammmieter abgesprungen. Offenbar seien der Stadt die zusätzlichen Mietkosten für die VHS-Räume zu hoch. „Damit ist die wichtigste Säule im Konzept weggebrochen. Das Thema ist erstmal abgehakt“, sagt Martin.

Er hatte erst vor einem Monat seine Pläne vorgestellt.  Der studierte Maschinenbau-Ingenieur wollte in dem leer stehenden Laden ein dreiteiliges Geschäftsmodell einführen: Dort sollten vermietbare Satellitenarbeitsplätze und Veranstaltungsräume entstehen sowie ein Bioladen mit Café. Auch Gehrdens kommunaler Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel versprühte Zuversicht: „Im März soll Klarheit über mögliche Fördergelder für den Umbau bestehen“, hatte er im Januar gesagt. Der Immobilienbesitzer sei auch von der Nachfolgelösung überzeugt. Sogar einen Entwurf für die Neuafteilung der rund 750 Quadratmeter großen Fläche gibt es bereits.

Dieses Konzept steht nun vor dem Aus: „Die VHS benötigt zwar dauerhaft einen zusätzlichen größeren Veranstaltungsraum für Gesundheits- und Integrationskurse, aber offenbar ist der Stadt die Miete zu hoch“, sagt Martin. Das Angebot der Stadt sei aber für den Eigentümer wohl inakzeptabel. „Der Besitzer will sich nun umorientieren“, sagt Martin.

Die Geschäftsführerin der VHS-Calenberger Land, Frauke Voskuhl, nennt „alles ein großes Missverständnis“. Die VHS benötige in Gehrden einen festen Raum mit einer Größe von etwa 100 Quadratmetern für Gesundheits- und Integrationskurse – „anstatt der bislang vielen einzelnen Standorte ohne Lager für Material“, sagt Voskuhl. Die Stadt, die als Kommune der VHS Räume zur Verfügung stelle, habe aber offenbar gedacht, es gehe um einen Komplettumzug aus der beengten Geschäftsstelle an der Hornstraße in das Coworking Center – mit günstigerer Miete. So beschreibt es auch Martin: „Die Stadt wollte für die VHS mehr Fläche und weniger Miete als bisher, aber das Angebot kommt für den Vermieter nicht infrage“, sagt der enttäuschte Coworking-Space-Interessent. Voskuhl kommentiert es diplomatischer: „Ein großer Zusatzraum wäre toll gewesen, aber hätte der Stadt Zusatzkosten beschert.“

Wie es nun mit dem Leerstand in der Fußgängerzone weitergeht, ist unklar: Der Wirtschaftsförderer war bislang für Auskünfte zu dem Thema nicht zu erreichen.

Der VHS fehlen große Räume

Der Volkshochschule Calenberger Land fehlen nach dem Umzug der Gehrdener Geschäftsstelle an die Hornstraße zwei große Unterrichtsräume. Wegen des eingeschränkten Raumangebots wurden bereits Unterrichtsstunden gestrichen, Kursteilnehmer und Einnahmen sind spürbar gesunken.

Der Auszug aus den früheren VHS-Räumen in der Roten Schule am Nedderntor war die Folge eines Dominoeffekts: Diese Räume benötigte die Stadt für eine Erweiterung der dortigen Kindertagesstätte. Deshalb wurde die kommunale Sozialstation in einen früheren Getränkemarkt an der Kirchstraße verlagert – um die Mieträume an der Hornstraße für die VHS frei zu machen.

Wegen des eingeschränkten Raumangebots werden die Gesundheitskurse derzeit an dezentralen städtischen Standorten angeboten, unter anderem in der Oberschule – jedoch mit viel Aufwand für den Transport von Material und Zubehör. Integrationsarbeit kann die VHS derzeit gar nicht anbieten, weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für eine Förderung der Integrationsangebote Platz und Zahlen von 20 bis 25 Teilnehmern voraussetzt. So ein Raum steht der VHS derzeit nicht zur Verfügung. So hatte VHS-Geschäftsführerin Frauke Voskuhl die Gesamtsituation vor wenigen Wochen in einem Fachausschuss beschrieben. ir

Von Ingo Rodriguez

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