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Nachrichten Glyphosat-Verzicht: Gehrdens Politiker fühlen sich nicht zuständig
Umland Gehrden Nachrichten Glyphosat-Verzicht: Gehrdens Politiker fühlen sich nicht zuständig
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12:14 26.02.2018
Umstritten: Kanister mit einem glyphosathaltigen Mittel stehen in einem speziellen Lagerraum für Pflanzenschutzmittel. Die Gruppe Grüne/Linke fordern, dass das Mittel nicht mehr in der Landwirtschaft eingesetzt werden soll.  Quelle: dpa
Gehrden

 Der Wunsch der Gruppe Grüne/Linke, dass der Gehrdener Rat eine Resolution gegen den Gebrauch des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat verabschiedet, wird nicht in Erfüllung gehen. Das Ansinnen scheiterte bereits an der ersten Hürde: Im Ausschuss für Umwelt und Energie wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt.

„Der Rat ist nicht das Gremium, um sich mit solch einem komplexen Sachverhalt und den weitreichenden Auswirkungen zu befassen“, sagte Peter Lübcke (CDU). Zudem hätte sich die CDU gewünscht, dass sich die Antragsteller im Vorfeld mit den Gehrdener Landwirten ausgetauscht hätten. „Sie hätten beteiligt werden müssen“, sagte Lübcke. Dem schloss sich Hilmar Rump (FDP) an. „Wir sind auf kommunaler Ebene nicht für solch einen Appell zuständig“, sagte der Liberale. Die Stadt setze kein Glyphosat ein, „insofern müssen wir darüber nicht diskutieren“. Auch in der SPD fand die Gruppe Grüne/Linke keinen Verbündeten. Immerhin: „Es wäre schön, wenn wir eine entsprechende Information bekommen könnten, wie sich der Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft auswirkt“, sagte Rolf Meyer. Heinrich Springhorn (AfD) machte deutlich: „Wir sind auf die Landwirtschaft angewiesen.“ 

Zuvor hatte sich Hanns-Christian Seeßelberg-Buresch, stellvertretender Vorsitzender des Landvolks Hannover, zu Wort gemeldet. Er sei verwundert, dass es bislang keine Kommunikation mit den Landwirten gegeben habe. Sein Angebot: „Wir können gerne Feldversuche gemeinsam betreuen und schauen, was geschieht, wenn wir Glyphosat einsetzen und wenn wir es weglassen“, sagte der Everloher. 

Die Gruppe Grüne/Linke hatte gefordert, dass die Gehrdener Politiker den Appell an das Landvolk der Region Hannover/Land Niedersachsen sowie den Landesbauernverband senden, die Substanz Glyphosat/Roundup in der Landwirtschaft künftig nicht mehr einzusetzen.

Derweil lädt der Naturschutzbund Gehrden/Benthe für Freitag, 2. März, zu einer Podiumsdiskussion ein. Das Thema: „Glyphosat - Gefahr für Mensch und Umwelt?“. Gäste sind die Landwirte Lutz Knölke und Jens Grastorf, der Fachdienstleiter Umwelt der Stadt Gehrden Holger Spohr und der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Kassel Christian Schüler. Beginn ist um 19 Uhr im Bürgersaal.

Von Dirk Wirausky

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