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Umland Gehrden Nachrichten Gehöfte standen einst im Neddernholz
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20:45 06.08.2014
Von Dirk Wirausky
Die Experten haben im Erdreich Keramikreste und Tierknochen gefunden. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Akribische Dokumentation ist alles. Die Arbeit der Archäologen sei wie die der Kommissare in einem „Tatort“, sagt Ute Bartelt. „Wir sichern zuerst die Beweise und versuchen, sie zu deuten.“ Nichts dürfe verloren gehen. „Alle Informationen, die wir finden, müssen aufgezeichnet werden, sonst ist später eine Rekonstruktion nicht mehr möglich“, sagt die Expertin der Region.

Seit mehreren Monaten suchen die Wissenschaftler im Baugebiet Großes Neddernholz nach Beweisen für frühgeschichtliches Leben am Burgberg. Und das Team um Ute Bartelt war erfolgreich. „Wir haben in Teilbereichen zahlreiche Funde gemacht“, sagt sie. 80 Prozent davon sind sogenannte Pfostengruben - Verfärbungen im Boden, wo einst Pfähle von Häusern standen.

Fest steht damit, dass sich im Osten Gehrdens zur späten Bronzezeit beziehungsweise frühen Eisenzeit Menschen angesiedelt haben. Sie lebten wohl von Ackerbau und Viehzucht. Doch im Gegensatz zu den Erkenntnissen im Gewerbegebiet am Bünteweg, wo zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert eine Siedlung der Germanen war, sind es dieses Mal Hinweise auf einzelne Gehöfte, die aus einem Langhaus und mehreren Vierpfostenspeichern bestanden haben. Das Wohnhaus war ein bis zu 30 Meter langes Bauwerk aus Holzpfosten und Flechtwerk, das mit Lehm bestrichen wurde. Gedeckt waren die Gebäude mit Stroh. „Einzelgehöfte habe ich nicht unbedingt erwartet“, sagt Bartelt. Sie hatte im Neddernholz auch mit einer Siedlung wie am Bünteweg gerechnet. In etwa 50 Zentimetern Tiefe suchen die Mitarbeiter in dem Lehmboden nach verwertbaren Funden. In einer Siedlungsgrube stießen sie auf Keramikreste und Tierknochen. Leicht einzuordnen sind sie nicht. „Wir müssen sie uns sehr genau anschauen“, sagt Bartelt. Sie glaube aber nicht, dass es gelinge, eine zeitliche Tiefe festzulegen. „Die Keramik ist schlecht gebrannt und fällt schnell auseinander“, sagt sie. In der Grube wurde auch ein Steinkranz entdeckt, dazu eine Feuerstelle oder entsorgte Holzkohlereste. Was dahintersteckt, vermag Bartelt ebenfalls noch nicht zu sagen.

Es ist ein Puzzlespiel. „Geduld ist wichtig“, sagt Grabungsleiter Rainer Bartels von der Firma Arcontor. Behutsam werden die einzelnen Funde betrachtet und vorsichtig gesichert. „Die Sicherung der Spuren muss sauber und präzise sein, um nichts zu beschädigen“, sagt er.

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