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Umland Gehrden Nachrichten Bauer ist Integration nicht fremd
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20:09 09.12.2014
Von Ingo Rodriguez
Bestandsaufnahme für eine neue Aufgabe: Die Sozialarbeiterin Ina Bauer kümmert sich künftig hauptamtlich um die Belange der Asylbewerber. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Für Bauer ist es die erste feste Stelle. Trotzdem ist ihr die Arbeit mit Flüchtlingen gut bekannt.

Zurzeit sind im Stadtgebiet 103 Asylbewerber in 24 Haushalten untergebracht - und die Zahlen werden weiter steigen. Die Stadt hat deshalb auf den Zustrom reagiert: Sozialarbeiterin für Integration - so lautet die sperrige Formulierung für den Posten, den die 32-jährige Bauer seit dem 1. Dezember innehat.

Fachdienstleiter Ralf Geide hatte die Qual der Wahl: Rund 20 Bewerbungen waren nach der Stellenausschreibung auf seinem Schreibtisch gelandet. Mit der Afrikanistin Bauer hat ausgerechnet eine Kandidatin den Zuschlag erhalten, die keine Sozialpädagogin ist. „Sie hat mit ihrer offenen Art und ihrer Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen überzeugt“, sagt Geide.

Für Bauer ist es nach ihrem Afrikanistikstudium und anschließender Babypause zwar die erste Stelle, ihren Erfahrungsschatz kann die zweifache Mutter aber erklären: „Ich habe während meines Studiums in Bayreuth ehrenamtlich in einer Sammelunterkunft für Asylbewerber Alphabetisierungs- und Deutschkurse gegeben.“

Mit Integration und dem Leben in der Fremde kennt sich Bauer ohnehin gut aus: Nach dem Abitur zog es sie für drei Monate in den Senegal, auch während ihres Studiums absolvierte sie ein Auslandsjahr in dem afrikanischen Staat. Sie spricht außer Englisch und Französisch auch das ostafrikanische Swahili sowie die westafrikanischen Sprachen Pulaar und Wolof.

Bei der Betreuung der Flüchtlinge wird das hilfreich sein: Bauer soll nicht nur die Arbeiten der ehrenamtlichen Helfer und Integrationslotsen koordinieren, sondern auch die bislang zuständigen Sachbearbeiter im Rathaus entlasten. Sie wird außerdem Flüchtlinge zu Behörden und Ärzten begleiten, bei Rechtsangelegenheiten helfen, Möbel für Wohnungen besorgen.

Derzeit macht Bauer aber noch eine Bestandsaufnahme, sichtet die Post und besucht Flüchtlinge. Mittelfristig will sie für die Asylbewerber Freizeit- und Bildungsangebote ausbauen sowie prüfen, welche Hilfstätigkeiten während der Asylverfahren rechtlich möglich sind. „Auch wenn es immer mehr Zuwanderer werden und offenbar auch eine Sammelunterkunft nötig ist, sollen alle am gesellschaftlichen Leben teilhaben,“ sagt Bauer.

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