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Nachrichten Haus in Gehrdens Innenstadt wird zum Streitpunkt
Umland Gehrden Nachrichten Haus in Gehrdens Innenstadt wird zum Streitpunkt
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08:12 10.01.2013
Von Dirk Wirausky
Die Zukunft des baufälligen Wohn- und Geschäftshauses in der Fußgängerzone ist ungewiss. Stadt und Eigentümerin können sich nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Bratsch wirft der Stadt vor, dass sie sämtliche Gestaltungsvorschläge bislang abgelehnt habe. „Die Verantwortlichen im Rathaus wissen offenbar nicht, was sie wollen“, sagt Bratsch. Ihre Geduld sei am Ende. „Wenn nicht bald eine Entscheidung fällt, verbarrikadiere ich das Haus und lasse alles so, wie es ist“, sagt sie.

Für Bratsch steht fest, dass es sinnlos sei, das Gebäude zu erhalten. „Jeder Euro, den ich in das marode Haus stecke, ist umsonst“, sagt sie. Das sieht offenbar auch die Untere Denkmalschutzbehörde der Region so. Sie hat Bartsch bereits vor einem Jahr eine Abrissgenehmigung für das historische Fachwerkhaus erteilt.

Bratsch will investieren. Ihr Plan ist es, das Haus abzureißen und an derselben Stelle einen Neubau zu errichten. Darin sollen Geschäfte und eine Wohnung untergebracht werden. Für dieses Vorhaben braucht sie aber unter anderem die Zustimmung der Stadt.

Für die Ungeduld von Bratsch hat Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg durchaus Verständnis, in der Sache aber lehnt er die Vorwürfe ab. Die bisherigen Entwürfe für das Haus, das in die Liste der stadtbildprägenden Gebäude aufgenommen worden ist, seien einfach nicht überzeugend gewesen, sagt Middelberg. Ein Neubau müsse in die Gesamtgestaltung des Straßenzuges passen. „Wir wollen mit der Innenstadtsanierung ein einheitliches Bild und keinen Flickenteppich schaffen“, sagt Middelberg.

Nun soll ein Ideenwettbewerb, an dem mehrere Architekten mitwirken, zu einem Ergebnis führen. Dabei geht es um das Wohn- und Geschäftshaus im Zusammenspiel mit der Gestaltung des Marktplatzes und des Kirchplatzes. Das Resultat, das vermutlich im Frühjahr vorliegt, soll abgewartet werden. Danach erhofft sich Middelberg eine Einigung mit der Eigentümerin.

Die Stadt kann Bratsch aber nicht dazu verpflichten, die Vorschläge zu übernehmen. Wenn es keine Einigung gibt, wird das Haus vermutlich langsam verfallen. „Das wäre für alle natürlich die schlechteste Lösung“, sagt Middelberg.

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