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Umland Gehrden Nachrichten Wie die Stromversorgung nach Gehrden kam
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00:26 21.05.2018
Hastra-Betriebsverwaltung 1955 in der Bahnhofstraße. Im Hintergrund die Straßenbahnzentrale mit der Wagenhalle. Quelle: Privat
Gehrden

 Mit einem äußerst spannenden Kapitel der Gehrdener Geschichte befasst sich das neue Heft des Gehrdener Heimatbundes. Unter dem Titel „Wie die Stromversorgung in das Umland von Hannover und Gehrden kam“ dokumentiert Werner Neiseke im bereits 47. Heft der Reihe der „Gelben Hefte“ das vor dem Hintergrund von „Südlink“ und „großen Windrädern“ aktuelle Thema. Die Gestaltung des Heftes hat der Gehrdener Hobby-Historiker Rainer Piesch vorgenommen.

Neiseke ist auf diesem Gebiet ausgewiesener Fachmann. Nach einer Ausbildung zum Starkstromelektriker bei den Stadtwerken Hannover war er als Betriebsmonteur im Heizkraftwerk Hannover-Linden tätig und auch eine Zeit Ausbilder bei den Stadtwerken in der Lehrwerkstatt. Darauf folgte eine Ausbildung zum Elektrotechniker mit über 30-jähriger beruflicher Tätigkeit bei der Hastra und später Avacon als Techniker und Teamleiter.

Anlass für Neisekes Dokumentation war einmal eine Anfrage einer Ratsfrau aus einem Springer Ortsteil, die wissen wollte, wann sie dort Strom bekommen hatten. Niemand konnte helfen. Antworten fand er im Avacon-Museum für Energiegeschichte und in der Fachliteratur über das Straßenbahnwesen, aber das Thema ließ ihn nicht mehr los. Und so wurde im Ruhestand zum Thema Stromversorgung gelesen, gesammelt und geforscht. 

Eine Ortsnetz-Kolonne zum Aufbau der elektrischen Ortsnetze. Die Entfernungen von Ort zu Ort waren weit, deshalb waren die Monteure mit Fahrrädern unterwegs. Quelle: Privat

So ist eine interessante, reich bebilderte Dokumentation entstanden. Sie verdeutlicht, dass der Strom vor 120 Jahren „nicht einfach aus der Steckdose kam“, sondern dass davor eine lange Zeit der Forschung, Logistik und Vorbereitung stand. Über erste Dynamostationen in Hannover war die sternförmige Ausbau des Stromnetzes eng mit dem Erfolg der Straßenbahnen verbunden. Die Dörfer an der Straßenbahnstrecke profitierten als erste von der Elektrifizierung. Montage-Kolonnen waren zum Aufstellen der Gittermasten und zur Verdrahtung mit Fahrrädern unterwegs. In dem heutigen italienischen Restaurant am Gehrdener Steintor war ein so genanntes Gleichrichterwerk eingerichtet, das den Strom ins Netz einspeiste. Die dortige Schaltwarte war in dem Gebäude bis 1955 vorhanden. 

Bahnhof mit Straßenbahnzentrale in Gehrden, Ausschnitt aus einer Ansichtskarte von 1901. Hier war das Gleichrichterwerk untergebracht. Quelle: Privat

Das 60-seitige Heft ist ab sofort im Pressecenter Kusche im Steinweg 4 für 5 Euro erhältlich.

Von Dirk Wirausky

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