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Nachrichten „Arbeit und Bewegung haben mich jung gehalten“
Umland Gehrden Nachrichten „Arbeit und Bewegung haben mich jung gehalten“
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00:19 02.06.2018
Uschi Hermann (links) und Christa Klemann mit ihrer Mutter Irmgard Kreitz. Zu den ersten Gratulanten gehört der stellvertretende Regionspräsident Michael Dette. Quelle: Rabenhorst
Northen

Strahlend empfängt Irmgard Kreitz mit ihren beiden Töchtern Uschi Herrmann und Christa Klemann ihre Geburtstagsgäste. 101 Jahre ist Irmgard Kreitz – ein Alter, das man der rüstigen Seniorin aus Northen nicht ansieht. Ihr im Jahr 1946 erstgeborenes Kind, Friedel Kreitz, fehlte beim offiziellen Fototermin. Er hat seine Mutter und die Familie zum Nachmittagskaffee in die Bergschänke am Benther Berg eingeladen, die seit 2011 in vierter Generation von ihrem Enkel Tobias geführt wird.

Geboren und aufgewachsen ist Irmgard Kreitz im benachbarten Lenthe als eines von vier Kindern der Eheleute Heinrich und Hermine Volker. Nach dem Besuch der Volksschule ging sie bei zwei Betrieben als Hauswirtschafterin in die Lehre. Im Alter von 18 Jahren versorgte sie ein älteres Ehepaar in Hildesheim. „Das waren Bekannte von Frau von Lenthe“, erzählt das Geburtstagskind.

1945 heiratete sie Friedrich Kreitz. Ein Jahre später kam Sohn Friedel zur Welt. 1947 und 1950 folgten die Töchter Uschi und Christa. Ein Ereignis werde sie niemals vergessen. „Wir wurden im Jahr 1946 von Polen, die im Lager in Empelde untergebracht waren, mitten in der Nacht im Haus meiner Schwiegereltern überfallen und bestohlen. Sie sei hochschwanger gewesen und habe acht Wochen vor der Geburt ihres ersten Sohnes gestanden. „Ich musste in einem Nebenraum direkt über der Gaststätte miterleben, wie sie meinen Schwiegervater erschossen haben“, erinnert sich die Jubilarin an dieses schreckliche Ereignis. Die Täter seien glücklicherweise dingfest gemacht worden. Mit einem Militärfahrzeug seien sie nach dem Überfall nach Braunschweig zur Gegenüberstellung mit den Tätern gebracht worden. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters habe ihr Mann den Betrieb übernehmen müssen. „Die Fröhliche Waldschänke haben wir bis zu unserer Rente geführt“, sagt sie. Danach hat ihr jetzt 72-jähriger Sohn Friedel die über das Calenberger Land hinaus bekannte Gaststätte übernommen. Seit 2011 führt ihr Enkelsohn Tobias Kreitz die Geschicke des Restaurants am Benther Berg.

Geistig fit hält sich Irmgard Kreitz vor allem durch das Lesen der Tageszeitung. „Schon meine Eltern hatten die Hannoversche Allgemeine Zeitung abonniert. Das gehört einfach morgens dazu“ verrät sie. Früher habe sie allerdings alles von oben bis unten gelesen. „Heute schaue ich erst auf die Überschriften und wenn mich etwas ganz besonders interessiert, dann lese ich alles. Mithilfe des Lesegerätes klappt das wunderbar“, fügt sie hinzu. Wie sie so alt geworden ist, sei einfach zu erklären. „Ich habe immer gesagt, ich will die Enkel aufwachsen sehen“, sagt sie. Dann kamen die Urenkel, und es gab immer neue Ereignisse, die Irmgard Kreitz nicht verpassen wollte. Ihre Gesundheit bis in das hohe Alter und die geistige Frische schiebt sie außerdem auf Arbeit und Bewegung. Bis ins hohe Alter von 80 Jahren sei sie jeden Morgen nach Gehrden zum Frühschwimmen gefahren. Und auch heute hält sie sich durch Bewegung fit. „Ich gehe jeden Tag zu meiner Tochter ins Erdgeschoss zum gemeinsamen Mittagessen“, fügt die fröhliche Northenerin hinzu, die seit 16 Jahren im Haus ihrer Tochter Uschi Herrmann lebt. Für die Spaziergäng durch ihren Ort sei jetzt aber schon mal der Rollstuhl ganz angebracht.

Das Geburtstagskind hat neben den drei Kindern drei Enkel und sieben Urenkel. „Das achte steht sozusagen in der Warteschleife. Es wird im nächsten Monat erwartet“, verrät Irmgard Kreitz.

Nach den offiziellen Glückwünschen seitens der Region sowie der Stadt Gehrden und des Ortsrates Northen, wurde im Kreis der Familie gefeiert – natürlich in der Bergschänke.

Von Heidi Rabenhorst

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