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Umland Gehrden Nachrichten Gehrdener singen den Mai herbei
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00:26 19.04.2018
Peter Lübcke (von links), André Erpenbach, Christian Windhorst, Eva Czerwinski, Wichard von Heyden und Regina Behnsen bereiten die Lyra-Feier vor. Quelle: Wirausky
Gehrden

 Wann in Gehrden erstmals eine Lyra-Feier veranstaltet wurde, weiß niemand genau. Erstmals erwähnt wurde sie 1930 im Protokollbuch des Gesangvereins Harmonie. Ob dies die erste Feier in Gehrden war, ist allerdings nicht bekannt.

Ganz so wichtig ist das aallerdings nicht. Die Stadt fühlt sich dieser Veranstaltung verpflichtet und so wird auch in diesem Jahr am Vorabend des 1. Mai in der Margarethenkirche und anschließend auf dem Marktplatz gefeiert. Im Mittelpunkt steht natürlich das Lied „Der Mai ist gekommen“, das von allen Besuchern der Lyra-Feier angestimmt wird.

Ein noch ziemlich neuer Brauch ist dagegen der Bockbieranstich. Im Vorjahr hatte der Ratsvorsitzende Peter Lübcke das Vergnügen, die durstigen Besucher mit dem süffigen Getränk zu erfreuen. Zwei Schläge habe er gebraucht, dann sprudelte das Bier, sagt Lübcke. Im Akkord habe er anschließend die Gläser gefüllt; eine durchaus schweißtreibende Aufgabe. In diesem Jahr hat der Erste Stadtrat André Erpenbach die Ehre, die 80 Liter Freibier zu verteilen. „Eine Herausforderung“, sagt Erpenbach schmunzelnd.

Das sonstige Programm der Lyra-Feier, die Stadt, Margarethengemeinde und Heimatbund gemeinsam vorbereiten, hat sich nur unwesentlich zum Vorjahr verändert. Das Fest beginnt am Montag, 30. April, um 17 Uhr in der Margarethenkirche. „Dort wollen wir vor allem mit den Menschen Volkslieder singen“, sagt Kreiskantor Christian Windhorst, der an der Orgel begleitet. Zudem spricht der Vorsitzende des Heimatbundes, Dieter Mahlert, zum Thema „Die Lyra-Feier als Heimatfest“. Anschließend geht es auf dem Marktplatz weiter. Dort spielt ab 18 Uhr der Musikkorps der Schützengesellschaft Ottomar von Reden. Und nach dem Bockbieranstich wird schließlich das Lied „Der Mai ist gekommen“ gesungen.

Die Resonanz der Veranstaltung im vergangenen Jahr zeigt, wie beliebt sie ist: Um die 1000 Erwachsene und Kinder aus Gehrden haben die Feier besucht. „Sowohl Kirche als auch Marktplatz waren gut gefüllt“, sagt Pastor Wichard von Heyden. Vor allem das gemeinsame Singen komme gut an.

Anlass der Feier ist Justus Wilhelm Lyra. Er wurde 1822 in Osnabrück geboren und im August 1877 zum Pastor in Gehrden berufen. Er wirkte nur fünf Jahre am Burgberg. Am 30. Dezember 1882 starb Lyra mit 60 Jahren. Er wurde auf dem Gehrdener Friedhof neben der Kapelle bestattet. Lyra schuf Volkslieder und Kantaten. In Gehrden gründete er eine Chorgemeinschaft, aus der die Margarethenkantorei hervorgegangen ist. Sein wohl bekanntestes Lied ist „Der Mai ist gekommen“. Lyra hatte das Volkslied bereits 1841 als Student in Berlin komponiert.

Von Dirk Wirausky

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