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15:48 25.02.2018
Fritzi Lorenz macht jungen Leuten Mut, sich in der Kirche zu engagieren. Quelle: Marcel Sacha
Benthe

 Alle sechs Jahre steht eine Neuwahl der Kirchenvorstände an. Am 11. März ist es wieder soweit. Viele der bisherigen Mitglieder stellen sich dann erneut zur Wahl. Einige kandidieren jedoch nicht mehr und machen Platz für neue Gemeindemitglieder, die sich vor Ort für die evangelische Kirche und ihre Mitglieder engagieren wollen. Zu Letzteren gehört auch Fritzi Lorenz. Insgesamt 14 Jahre lang saß die 59-Jährige aus Benthe im Vorstand, teilweise auch als Vorsitzende. Nun hat sie sich dazu entschlossen, ihren Hut nicht noch einmal in den Ring zu werfen. „Ich möchte die Tür für jüngere Mitglieder öffnen“, sagt sie.

Ihren Nachfolgern werde sie jedoch stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, betont Lorenz. Trotz vieler Herausforderungen, die auf den Kirchenvorstand in den nächsten Jahren zukommen, möchte sie den neuen Vorstandsmitgliedern Mut machen. Sie selbst habe es immer gereizt und auch genossen, durch die ehrenamtliche Arbeit das Leben in der Gemeinde gestalten zu können. „Es ist erfüllend, zu sehen, wie eigene Ideen umgesetzt und dadurch gewisse Dinge sich zum Vorteil wandeln“, sagt die dreifache Mutter.

Vor allem ermögliche das Ehrenamt die Chance, einer Beschäftigung nachzugehen, die der Beruf normalerweise nicht biete. Die Betätigungsfelder im Kirchenvorstand sind nämlich vielfältig. Die thematischen Schwerpunkte reichen vom der Haushalts- und Finanzplanung über Mitarbeiter- und Einstellungsgespräche bis hin zur Organisation von Konzerten, Elternabenden oder des Klönfrühstücks. Die Aufgabenfelder werden entsprechend aufgeteilt. „Man muss also nicht Experte in jedem Bereich sein“, sagt Lorenz – zumal die Kirche auch regelmäßige Fortbildungen für die Vorstandsmitglieder anbietet.

In Benthe könne sich der Vorstand zudem stets auf die Unterstützung der einfachen Gemeindemitglieder verlassen. Mehr als 60 von ihnen beteiligen sich der 59-Jährigen zufolge immer wieder an der Organisation der unterschiedlichen Veranstaltungen – sei es beim alljährlichen Sommerfest oder der traditionellen Seniorenweihnachtsfeier. Weitere Hilfe leiste der Gemeindebeirat, der dem Vorstand zuarbeite.

Zusätzlich habe Lorenz während ihrer Amtszeit auch eine neue Form der christlichen Gemeinschaft erleben können. „Da wir so viel Zeit innerhalb des Vorstands miteinander verbringen, sind unheilich enge Beziehungen zwischen uns entstanden“, berichtet die 59-Jährige. 

 Dennoch: Lorenz ist bewusst, dass die Arbeit im Kirchenvorstand nicht nur Spaß und Freude bereitet. „Wir haben dieselben Aufgaben wie ein Unternehmen.“ Diese ließen sich nun einmal nicht in wenigen Minuten bewältigen. Umso dankbarer ist sie denjenigen, die ihre Freizeit für eine erfolgreiche Zukunft der Kirchengemeinde opfern.  

Denn an Aufgaben wird es dem neuen Vorstand in Benthe laut Lorenz nicht mangeln: Die Sanierung der Orgel steht an, ebenso wie die allgemeine Kirchenrenovierung inklusive einer Erneuerung des Altarbildes. Des Weiteren haben die Benther Protestanten wie viele andere Gemeinden auch einen stetigen Mitgliederverlust zu verzeichnen. Ziel müsse es daher sein, durch neue Ansätze und Ideen junge Familien und Jugendliche an die Kirche zu binden, sagt Lorenz. Daher hoffe sie auch, dass möglichst viele junge Kandidaten in den Vorstand gewählt werden, die die Wünsche und Belange dieser Altersgruppen besser einschätzen können.

Grundsätzlich sei sie jedoch über jedes Gemeindemitglied froh, dass am 11. März an der Wahl teilnimmt. „Jede abgegebene Stimme mehr ist eine zusätzliche Wertschätzung derer, die sich engagieren möchten“, sagt Lorenz.

So läuft die Wahl ab

178 Männer und Frauen stellen sich am 11. März im Kirchenkreis Ronnenberg zur Wahl. Sie bewerben sich um die insgesamt 115 Plätze in Kirchen- und Kapellenvorständen. Jeder Kirchenvorstand setzt sich später aus den gewählten Personen, aus geborenen Mitgliedern, wie den Pastorinnen und Pastoren der Gemeinde, aus Patronatsvertretern und berufenen Mitgliedern zusammen. Sechs Jahre dauert die Amtszeit der Kirchenvorstände, die im Juni in ihr Amt eingeführt werden. 

Wählen gehen kann jedes Mitglied der evangelisch-lutherischen Gemeinden vor Ort. Erstmals dürfen schon 14-Jährige wählen. In den letzten Tagen wurden Wahlbenachrichtigungsbriefe an alle Wahlberechtigten verschickt. In diesen Briefen stehen die Wahllokale mit Öffnungszeiten. Außerdem kann Briefwahl beantragt werden. Wer diesen Brief vielleicht versehentlich als Werbung weggeworfen hat, kann trotzdem wählen gehen. Dafür reicht ein Personalausweis am Wahltag. 

Eine Übersicht über alle Kandidatinnen und Kandidaten und die Wahllokale, die mindestens sechs Stunden geöffnet sind, ist auf der Homepage des Kirchenkreises unter www.kirchenkreis-ronnenberg.de/kirchenvorstandswahl zusammengestellt.

Von Marcel Sacha

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