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Umland Gehrden Nachrichten Pläne für Gemeinschaftsraum geraten ins Stocken
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12:36 26.02.2018
Zeitnahe Umsetzung unwahrscheinlich: Für den Bau eines Dorfgemeinschaftsraumes neben dem Feuerwehrhaus und dem Kindergarten fehlen derzeit politische Mehrheiten und Rückhalt in der Dorfbevölkerung. Quelle: Grafik Arbeitsgruppe Dorfgemeinschaftsraum Lemmie
Lemmie

 Verschiedene politische Ansichten, kaum Rückhalt in der Bevölkerung : In der Ortschaft Lemmie droht wegen umfangreich verketteter Interessenkonflikte Stillstand. In der Ortsratssitzung haben die Vertreter von SPD und den Grünen wegen zu geringer Erfolgsaussichten ihren Antrag zum Bau eines multifunktionalen Dorfgemeinschaftsraumes zurück gezogen. Weitere Umgestaltungsprojekte stehen mangels Unterstützung vor dem Aus.

Es hatte alles so gut angefangen: Einrichtung einer Arbeitsgruppe für die Realisierung eines gemeinsamen Raumes für Vereine und Versammlungen, Gesprächskreis mit der Feuerwehr und der Kindertagesstätte, um das Projekt auf dem Gelände neben Kita und Feuerwehr mit Synergieeffekten zu realisieren. Sogar erste Entwürfe gibt es. Doch nun liegt das Projekt auf Eis. Die Feuerwehr habe die Gespräche ohne Erklärung beendet, berichtete Ortsratsmitglied Burkhardt Hennicke (SPD) vor rund 40 Besuchern im Gästehaus Gerlach. „Die Treffen waren unvorbereitet, die Teilnehmer planlos“, begründet Ortsbrandmeister Frank Gottschalt auf Nachfrage dieser Zeitung und betont, dass diese Entscheidung bereits vor Monaten getroffen wurde. 

SPD und Grüne zogen den Antrag zurück. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Peter Nispel berichtete in seiner Begründung , dass jüngst ein Antrag für die Aufnahme von Planungskosten in Höhe von 50.000 Euro im Doppelhaushalt der Stadt gescheitert war – auch mit einer Gegenstimme des Ortsbürgermeisters Hilmar Rump, der sich als FDP-Ratsherr auf das gemeinsame Investitionskonzept von CDU, SPD und FDP berief.

„Wir haben von der Stadt nichts zu erwarten“, sagte Nispel nach der Sitzung konsterniert. Er hatte zuvor auch fehlende Unterstützung im Dorf beklagt. Vor der Sitzung hatten sich auch Vertreter der Kita-Elternschaft von den Plänen distanziert. Angesichts hartnäckiger Gerüchte über eine mögliche Schließung der Kita sei eine Investitionsforderung für einen Gemeinschaftsraum kaum sinnvoll, lautete die Begründung. Immerhin: Die Schließungsgerüchte konnten anwesende Ratsmitglieder ausräumen. 

Hoch frequentierter Standort und Wunschareal für einen künftigen Dorfgemeinschaftsraum: Auf dem Grundstück im Ortskern sind das bisherige Feuerwehrhaus, der Kindergarten sowie ein öffentlicher Spielplatz untergebracht . Quelle: Ingo Rodriguez

Ein Antrag, den kaum genutzten Spielplatz an der Heimstraße mit gespendeten Soccer-Toren zu einem Minibolzplatz umzugestalten, mussten SPD und Grüne vertagen. Anwohner forderten, zunächst Haftungsfragen für Gebäudeschäden zu klären. „Ich bin verwundert über die negativen Reaktionen, nur weil wir versuchen, den Platz aufzuwerten“, hatte Nispel zuvor nach Protesten gesagt.

Vertagt: Vor weiteren Beratungen über eine Umgestaltung des Spielplatzes an der Heimstraße zu einem Minibolzplatz sollen die Antragsteller aus den Reihen von SPD und Grünen aus Sicht von Anwohnern erst einmal versicherungsrechtliche Grundlagen für Schäden an Gebäuden und Grundstücken sowie Haftungsfragen für mögliche Verletzungen klären. Quelle: Ingo Rodriguez

Immerhin erreichten die SPD und Grüne einen knappen Mehrheitsbeschluss: Eine erst für 2020 im Haushalt vorgesehene neue Turmspielanlage im Wert von rund 8000 Euro soll bereits in diesem Jahr für den Kita-Spielplatz angeschafft werden. Ortsbürgermeister Rump (FDP) verweigerte der vorgezogenen Investition aber seine Zustimmung. Der Ortsrat sei für Kita-Angelegenheiten nicht zuständig, sondern die Stadt, selbst wenn der Spielplatz nachmittags öffentlich sei, begründete er das Abstimmungsverhalten der FDP. Kita-Fläche und nachmittags öffentlicher Spielplatz: Der Ortsrat setzt sich mehrheitlich dafür ein, schon in diesem Jahr eine fest eingeplante neue Turmspielanlage bereit zu stellen - und nicht erst 2020.Kita-Fläche und nachmittags öffentlicher Spielplatz: Der Ortsrat setzt sich mehrheitlich dafür ein, schon in diesem Jahr eine fest eingeplante neue Turmspielanlage bereit zu stellen - und nicht erst 2020.

Kita-Fläche und nachmittags öffentlicher Spielplatz: Der Ortsrat setzt sich mehrheitlich dafür ein, schon in diesem Jahr eine fest eingeplante neue Turmspielanlage bereit zu stellen - und nicht erst 2020. Quelle: Ingo Rodriguez

Dissonanzen im Ortsrat wollten die Ortsratsmitglieder später nicht bestätigen. Man verstehe sich gut, habe aber unterschiedliche Positionen, waren sie sich in einem Punkt einig.

Von Ingo Rodriguez

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