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Umland Gehrden Nachrichten Glockenspiel bleibt weiterhin stumm
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00:15 30.12.2017
Das Glockenspiel am auf dem Marktplatz in Gehrden bleibt schon seit zwei Jahren stumm. Quelle: Stephan Hartung
Gehrden

Wolfgang Mittelberg vom Fachbereich Bau und Umwelt nahm dazu Stellung und berichtete auch gegenüber dieser Zeitung vom aktuellen Sachstand. "Das Glockenspiel hat einen technischen Defekt in der Steuerungsanlage. Die Box, über die alles gesteuert wird, befand sich im Wohnzimmer der Eigentümerin", sagt Mittelberg und fügt hinzu, dass es im Ratskeller zuletzt einen Eigentümerwechsel gab. Daher sei es nicht einfacher, über die Wiederinbetriebnahme der an der Außenwand des Ratskeller-Gebäudes befindlichen Klangkörper zu befinden.

Weiteres Problem: Die Schwingung des Glockenspiels überträgt sich über die Wände des Gebäudes auf den Innenbereich - dorthin, wo sich Gästezimmer des Hotelrestaurants befinden. Aber wer will schon bis zu sechs Mal am Tag von 18 Glocken gestört werden? Daher ist auch ein neuer Standort nicht auszuschließen. "Jedoch auf dem Marktplatz oder ganz in der Nähe, vielleicht auch am Rathaus", sagt Mittelberg, möchte sich aber auf keinen Zeitpunkt festlegen. Er verspricht aber, "dass wir das Thema umsetzen wollen und mit dem neuen Eigentümer in Kontakt stehen. Ziel ist es, das Glockenspiel wieder hörbar zu machen". Jedoch müsse die Verwaltung mit der Innenstadtsanierung aktuell bereits ein großes Projekt stemmen.

Das ist das Glockenspiel

Natürlich ist Hans Bildhauer etwas traurig. Der damalige Stadtdirektor von Gehrden setzte sich gemeinsam mit einigen Mitstreitern engagiert für die Errichtung eines Glockenspiels ein. "Jetzt sind schon zwei Jahre ohne Glockenspiel rum. Ich hoffe, dass es nach der Erneuerung der Fußgängerzone wieder anders aussieht. Dass die Sanierung Vorrang hat, dafür habe ich Verständnis", sagt Bildhauer, der von 1975 bis 2006 Stadtdirektor war. Seiner Vorstellung nach könnte man das Glockenspiel mit einem Trägersystem zwischen Ratskeller und Bratsch-Haus aufstellen. "Dann wäre es weiterhin an einem zentralen Platz in Gehrden."

Bildhauer, heute 74 Jahre alt, erinnert sich noch an die Anfänge. Ein Grundstücksmakler spendete 1980 genau 25 000 Mark. Aber das reichte nicht. In den Jahren 1982 und 1983 folgten weitere Spenden von Bürgern und Firmen. "Am Ende hatten wir 45 000 Mark beisammen, 44 600 Euro hat alles gekostet", berichtet Hans Bildhauer.

Die Glocken, die zwischen sieben und 47 Kilogramm wiegen, wurden in der Königlichen Glockengießerei im holländischen Asten gegossen. „Kling Glöckchen, kling“ war die erste Melodie, die im Dezember 1983 über den Gehrdener Marktplatz tönte. Bis zu sechsmal am Tag lässt das Glockenspiel Anwohner und Passanten auf dem Marktplatz aufhorchen - jeweils 20 Minuten vor einer vollen Stunde und mit wechselnden Melodien. Bis zum Herbst 2015.

Fotostrecke Gehrden: Glockenspiel bleibt weiterhin stumm

Von Stephan Hartung

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