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Umland Gehrden Nachrichten Wallanlage war keine Cherusker-Festung
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07:10 23.07.2014
Von Dirk Wirausky
Der Heimatbund-vorsitzende Dieter Mahlert (links) und Helmuth Temps betrachten die Steintafel mit Grundrissplan des im Jahr1938 angelegten Lehrpfades, der um die historische Wallanlage am Burgberg führt.Wirausky Quelle: Wirausky
Gehrden

Helmuth Temps ist mit einem Gerücht groß geworden. „Uns wurde erzählt, dass die Wallanlage auf dem Burgberg von Cheruskern angelegt worden ist“, sagt er. Aufgekommen und gepflegt worden sei dieses Gerücht zur Zeit der Nationalsozialisten, sagt Temps, der sich nun mit der Geschichte der Schutzanlage auseinandergesetzt und seine Erkenntnis niedergeschrieben hat.

Erste Ausgrabungen hat es am Wall 1931 gegeben, weitere folgten 1933 und 1937/38. Die Funde blieben überschaubar. Sie stammten aus der Stein- und der Bronzezeit. Auch eine römische Münze war ans Tageslicht gekommen. Und dann waren da noch Scherben, die aus der Zeit der Cherusker stammten. Diese Funde nährten den Mythos.

Für Temps ist klar: Die Cherusker, die unter Arminius den Römern des Feldherrn Varus im Jahr neun nach Christi Geburt eine vernichtende Niederlage zugefügt haben, entsprachen dem Ideal der NS-Ideologen. Die Forscher damals gingen deshalb gern davon aus, dass es sich um eine 2000 Jahre alte Fluchtburg handele. Im Juni 1938 wurde an der Anlage sogar ein Lehrpfad eröffnet, „in einer Feierstunde an würdiger Stätte“. Den Pfad gibt es immer noch, eine große Steintafel mit einem Grundrissplan steht am Rand der Anlage.

Doch in den folgenden Jahren haben Wissenschaftler die Ergebnisse infrage gestellt. Auch Temps glaubt nicht an eine Fluchtburg der Cherusker. Der einfache Grund: Es gibt auf der Anhöhe kein Wasser. „Und ein regelmäßiges Verlassen der Burg, um Wasser von den Quellen am Fuß des Berges zu holen, widerspricht dem Sinn einer Verteidigungsanlage“, sagt er. Eher könne es eine Anlage gewesen sein, von der aus der Hellweg kontrolliert werden sollte. Belege dafür hat Temps aber nicht. Auch archäologische Untersuchungen im vergangenen Jahr gaben keine neuen Aufschlüsse. „Die Wallanlage auf dem Burgberg bleibt für uns ein Rätsel“, sagt Temps. Eines sei aber sicher: Eine Zuordnung zu den Cheruskern als Nutzer und Erbauer könne nahezu ausgeschlossen werden.

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