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Gehrden Auf dieser Bank fühlt sie sich am wohlsten
Umland Gehrden Auf dieser Bank fühlt sie sich am wohlsten
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13:23 25.07.2018
Auf der Freundschaftsbank im Alten Garten in Gehrden kann Hannelore Trieloff richtig zur Ruhe kommen. Quelle: Johanna Steele
Gehrden

Es raschelt und knackt unter den Füßen, wenn Hannelore Trieloff zu ihrem Lieblingsplatz in Gehrden geht. Durch ein unscheinbares Gartentor betritt sie den Ort, der sie zu ihrer Lieblingsstelle bringt. Dabei handelt es sich um eine alte verschlissene Holzbank, in die gezeichnet vom Wetter ist und in die in arabischen Schriftzeichen die Worte „Hornisse“ und „Biene“ geschnitzt sind.

Die Bank steht im Alten Garten, der am Nordrand der Gehrdener Bergs liegt und offiziell vom Naturschutzbund (NABU) gepachtet ist. Die Pflege des Grundstücks wird von Einzelpersonen übernommen. Allerdings achten diese darauf, dass nicht zu viel gepflegt wird. Auf dem tausend Quadratmeter großen Grundstück gibt es einen Waldheckenbereich, eine Streuobstwiese, ein Staudenhochbeet, eine Kräuterspirale und viele weitere Möglichkeiten für die Natur sich frei zu entfalten. Aufgrund dieser Vielfalt beheimatet der Garten auch viele Insekten, die dort krabbeln und herumschwirren.

Wir suchen Ihren Lieblingsort

Ob es der Burgbergturm auf dem Gehrdener Berg, die Margarethenkirche, der Ottomar-von-Reden-Park oder einfach nur das Lieblingscafé mit der schönen Aussicht ist – es gibt viele Orte, die Gehrden besonders lebenswert machen. Viele kennt man, viele sind auch verborgen oder versteckt – und manche haben auch nur für Sie eine individuelle Bedeutung. Für unsere neue Serie „Heimatliebe“ suchen wir sie alle. Zeigen Sie uns Ihre Lieblingsorte, und erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Geschichte dazu.

Wo lohnt es sich in der Kernstadt, in Lenthe, Northen, Everloh, Ditterke, Leveste, Redderse oder Lemmie genau hinzuschauen? Wir möchten herausfinden, warum Menschen sich in dieser Stadt zu Hause fühlen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an gehrden@haz.de, schreiben Sie uns bei Facebook auf der Seite HAZ Gehrden oder rufen Sie unter Telefon (0 51 08) 64 21 16 bei unserem Redakteur Dirk Wirausky an.

Wir freuen uns, Ihren ganz persönlichen Lieblingsort mit Ihnen zu besuchen!

„Hier kann man wirklich zur Ruhe kommen“, sagt Trieloff zufrieden und blickt sich um. Etwa einmal in der Woche spaziert die Gehrdenerin zu dem wilden Fleckchen Natur, setzt sich auf die Bank und genießt die Abendstunden. „Wenn der Verkehr ruhiger wird, hört man wirklich gar nichts mehr, außer das Zirpen der Grillen“, sagt sie. Jetzt im Sommer kämen zwar die Geräusche der Erntefahrzeuge hinzu, aber das stört die Gehrdenerin nicht. „Das Tuckern der Motoren gehört schließlich auch dazu, wenn man so ländlich lebt“, sagt sie.

Entdeckt hat Trieloff den besonderen Ort bei einem Spaziergang vor 40 Jahren, als sie nach Gehrden gezogen ist. Besonders die Ruhe und den freien Lauf der Natur weiß Trieloff an ihrem Lieblingsplatz zu schätzen – und doch ist sie gerne bereit, diesen mit vielen Menschen zu teilen. „Ab und zu treffe ich hier auch Leute und Kinder und freue mich, wenn diese hier Spaß haben“, erzählt sie. Schon ihre eigenen Kinder hat die Gehrdenerin regelmäßig in den Alten Garten gebracht. „Hier kann man auch hervorragend Kaulquappen beobachten“, verrät sie. Die nächste Generation – ihre Enkelkinder – stünde schon in den Startlöchern, um mit der Oma die Natur zu entdecken.

Jeder darf immer vorbeikommen

Besonders wichtig ist Trieloff, dass auf dem Grundstück das „Jedermannsrecht“ gilt. Als Allmende, also ein Grundstück, das von der Allgemeinheit genutzt werden darf, hat jeder zu jeder Zeit Zutritt zu dem Garten. „Das ist doch toll, dass es so etwas gibt. Gerade in Deutschland, wo normalerweise viel Wert auf Eigentum gelegt wird“, bemerkt sie. „Wichtig ist nur, dass man den Riegel am Tor wieder schließt, wenn man geht. Und fertig!“

Auf der Freundschaftsbank im Alten Garten in Gehrden kann Hannelore Trieloff richtig zur Ruhe kommen. Quelle: Johanna Steele

Daher möchte sie ihren Geheimtipp mit der Öffentlichkeit teilen. Die Entscheidung, welchen Ort sie als ihren Lieblingsplatz vorstellt, fiel ihr aber nicht leicht. „Es gibt noch viele andere tolle Plätze in Gehrden“, bemerkt sie. „Aber vielleicht werden die ja noch von anderen Leuten als deren Lieblingsplätze vorgestellt.“

Von Johanna Steele

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